Keine Lust auf KI-Songs? Deezer ermöglicht das Blockieren von KI-generierter Musik
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Keine Lust auf KI-Songs? Deezer ermöglicht das Blockieren von KI-generierter Musik

News. 14. Oktober 2026 | / 5,0

Geschrieben von:
Christoph Gleich

Der Streamingdienst Deezer baut einen Schalter in seine App ein, der vollständig KI-generierte Musik aus der Suche verbannt. Die Funktion soll noch vor Jahresende weltweit starten.

Wer bei Deezer nach Musik sucht, soll künftig selbst entscheiden, ob dabei auch sogenannte KI-Songs auftauchen. Der französische Streamingdienst kündigte einen Filter an, den man in den Einstellungen ein- und ausschalten kann. Ist er aktiv, verschwinden künstlich generierte Titel, die zugehörigen Alben und die Artist-Profile dahinter aus den Suchergebnissen. Einen genauen Starttermin für den KI-Stopper nennt Deezer nicht, die Rede ist "vor Ende 2026".

Deezer will damit gegen Stücke vorgehen, die mit KI-Programmen wie Suno, Udio oder Riffusion erzeugt wurden. Aus den Empfehlungen des Algorithmus und aus den Redaktionsplaylists hält Deezer solche Songs schon länger heraus, seit Juni 2025 tragen sie außerdem einen Hinweis. Neu ist, dass auch die gezielte Suche gefiltert werden kann. "Teilweise" mit KI produzierte Musik ist laut den bisherigen Angaben nicht betroffen. Was das konkret heißt, benennt der Streamer allerdings nicht.

Mit Manipulation macht man Millionen

Zuletzt meldete Deezer über 90.000 vollständig KI-generierte Tracks, die täglich auf der Plattform landen. An Spitzentagen stammt mehr als die Hälfte der neu eingereichten Musik von Maschinen. Gehört wird sie kaum: Auf diese Songs entfallen nur ein bis drei Prozent der Streams. Der Grund ist unromantisch. Nach Firmenangaben waren 2025 bis zu 85 Prozent der Abrufe von KI-Tracks manipuliert, etwa durch Bots. Diese Streams werden aber nicht vergütet. Zwischen Januar 2025 und August 2026 hat Deezer über 42 Millionen KI-Titel aus Empfehlungen entfernt, mehr als 14 Millionen Alben sind gekennzeichnet.

Von einem "klaren User-Wunsch" spricht deshalb Deezer-CEO Alexis Lanternier bei der Präsentation des KI-Filters. Fast die Hälfte aller Nutzer:innen wolle KI-Musik komplett ausfiltern können, sagt er mit Verweis auf eine von Deezer beauftragte Studie. Das Problem: 97 Prozent aller Nutzer:innen konnten im Blindtest nicht heraushören, ob ein Song von Menschen oder von einer Maschine stammt. 

Der Filter funktioniert also nur, wenn man Deezers Erkennung traut. Das eigene Ohr hilft hier wenig. Deezer ist von der Funktion seines Filters aber überzeugt. Weniger als einer von 10.000 echten Songs werde fälschlich als KI eingestuft. Prüfen lässt sich das von außen nicht. Wer wissen will, wie viel KI in den eigenen Playlists steckt, kann bei Deezer bis zu 100 davon scannen lassen, auch von anderen Diensten.

Mit Millionen manipuliert man nicht

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Während Deezer in der KI-Thematik vorprescht, setzt die Konkurrenz auf kleinere Schritte. Tidal kündigte im Juni an, reine KI-Musik zu markieren und nicht mehr zu vergüten. Apple Music verlässt sich auf Angaben von Labels und Vertrieben und will "Made With AI"-Hinweise noch dieses Jahr einblenden. Spotify kündigte im August an, KI-Profile als "AI Personas" zu markieren und aus Empfehlungen herauszuhalten. Ein Komplettfilter für die Suche ist dort nach bisherigen Meldungen nicht dabei. Parallel haben die Musikverbände IFPI und das US-Pendant RIAA ein freiwilliges System mit den Stufen "KI-generiert" und "KI-unterstützt" vorgestellt.

Wie viel Streit hinter dem Thema steckt, zeigt übrigens ein Urteil von Ende Juli. Das Landgericht München gab der GEMA im Verfahren gegen den KI-Anbieter Suno in weiten Teilen recht. Parallel hat die deutsche Verwertungsgesellschaft mit "PLAI" einen Datensatz aus rund 178.000 Audiodateien gestartet, mit dem Entwickler:innen ihre Tools lizenziert trainieren können.

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