Vor Suno-Urteil: GEMA startet eigene KI-Trainingsplattform PLAI
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Vor Suno-Urteil: GEMA startet eigene KI-Trainingsplattform PLAI

News. 29. Juli 2026 | 5,0 / 5,0

Geschrieben von:
Boris Alexander

Mit PLAI by GEMA hat die GEMA ein Datenpaket veröffentlicht, das Tonaufnahmen, Metadaten sowie Kompositions- und Masterrechte aus einer Quelle bündelt. Es soll Entwicklern von KI-Musiktools ein rechtssicheres Training ermöglichen.

Laut GEMA ist dies das erste Angebot dieser Art in Europa. Das Datenset umfasst rund 178.000 Audiodateien aus mehr als 60 Genres. Die Inhalte lassen sich für einzelne Kunden anpassen. PLAI wurde gemeinsam mit den Partnern Bailer Music Publishing, Earmotion Audio Creation, Intervox Production Music, Music Sculptor und Sonoton Music entwickelt. Weitere Verlage, Verwertungsgesellschaften und Rechteinhaber können sich anschließen. Der erste Kunde ist das Karlsruher Unternehmen Klangio, das KI-gestützte Notentranskription anbietet.

Laut GEMA richtet sich PLAI an KI-Tools, die Musikschaffende im Produktionsprozess unterstützen und deren Ergebnisse nicht mit den Trainingsdaten in Konkurrenz treten. Thomas Theune, Direktor für Sendung/Online bei der GEMA, erklärte in einer Pressemeldung, das Angebot schaffe Rechtssicherheit für Entwickler und eröffne neue Erlösmöglichkeiten für Musikschaffende.

Der Start von PLAI fällt in eine Phase, in der die GEMA auf ein Urteil im Rechtsstreit gegen den KI-Musikgenerator Suno wartet (wir berichteten). Die GEMA hatte im Januar 2025 vor dem Landgericht München Klage gegen Suno eingereicht. Sie wirft dem Unternehmen vor, das Tool ohne Lizenz mit geschützten Aufnahmen trainiert zu haben. Eine Entscheidung wird für den 31. Juli erwartet. Im November 2025 hatte dasselbe Gericht bereits zugunsten der GEMA gegen OpenAI entschieden. Damals ging es um die unlizenzierte Nutzung von Songtexten durch ChatGPT.

Was ist davon zu halten?

PLAI löst vor allem ein praktisches Problem: KI-Anbieter, die von Anfang an rechtssicher arbeiten möchten, müssen nicht mehr mit zahlreichen Rechteinhabern einzeln verhandeln. Der Umfang des Angebots ist aber natürlich recht begrenzt, da sich PLAI aktuell nur auf die Kataloge von fünf Partnern stützt und nicht auf das gesamte GEMA-Repertoire.

Ob ein solches Datenset für große generative Anbieter wie Suno, die auf breite, aktuelle Popmusik setzen, attraktiv wäre, lässt sich nur spekulieren. PLAI ist somit eher ein Machbarkeitsnachweis für lizenziertes KI-Training als eine direkte Antwort auf den Kern des Suno-Streits, bei dem es um bereits erfolgtes, ungeklärtes Training geht. Es zeigt jedoch auch, dass selbst die GEMA sich dem Thema KI-Musik nicht mehr entziehen möchte (oder kann) und auf diesem Weg die Musikschaffenden zumindest finanziell beteiligt werden.

Weitere Informationen finden sich bei der GEMA und Klang.io.

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