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Gespielt oder generiert? Das ist hier die Frage: Jeder zweite Upload auf Deezer ist KI-generiert
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Gespielt oder generiert? Das ist hier die Frage: Jeder zweite Upload auf Deezer ist KI-generiert

Allgemein. 22. Juli 2026 | / 5,0

Geschrieben von:
Christoph Gleich

Deezer meldet einen neuen Negativrekord: Erstmals macht KI-Musik mehr als die Hälfte aller Neu-Uploads aus. Auf der Streamingplattform landen demnach über 90.000 Fake-Tracks – pro Tag.

Laut aktuellen Zahlen von Deezer wurden im vergangenen Juni täglich knapp 90.000 vollständig KI-generierte Tracks auf die Plattform hochgeladen. An Spitzentagen machte dieser Anteil erstmals mehr als 50 Prozent aller neuen Musik aus. Zum Vergleich: Im April lag der Wert noch bei 75.000 Tracks täglich. Und als der Streamingdienst im Januar 2025 sein KI-Erkennungstool vorstellte, war von gerade einmal 10.000 Fake-Songs pro Tag die Rede. Das ist ein Anstieg um das Neunfache innerhalb von 18 Monaten.

Kaum Streams, viel Betrug

Trotz des massiven Uploadvolumens machen vollständig KI-generierte Tracks nur zwischen ein und drei Prozent aller Streams auf der Plattform aus. Der Großteil der Fake-Flut wird also schlicht nie gehört. Das eigentliche Problem liegt woanders. Nach Deezers eigenen Angaben waren 2025 bis zu 85 Prozent der Streams, die auf KI-Tracks entfielen, manipuliert, etwa durch Bot-Farmen oder Klick-Netzwerke, die Tantiemen umleiten sollen. Die Konsequenz: Deezer will nun sowohl nachweislich betrügerisch gestreamte KI-Songs als auch seit sechs Monaten ungehörte Tracks von der Plattform entfernen.

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Deezer-Chef Alexis Lanternier bezeichnete die Marke von 50 Prozent als einen Wendepunkt für die Branche und warb erneut für einheitliche Industriestandards. Das firmeneigene Erkennungstool, das seit Anfang 2025 läuft und mittlerweile über 13,4 Millionen KI-Tracks markiert haben soll, wird inzwischen auch an andere Anbieter lizenziert. Tidal, Qobuz und Apple Music haben zuletzt eigene Kennzeichnungssysteme eingeführt, Branchenverbände wie die Recording Industry Association of America (RIAA) treiben parallel eine weltweite Kennzeichnungspflicht mit den Labels "AI-generated" und "AI-assisted" voran.

Wie berechtigt die Sorge ist, zeigt eine von Deezer in Auftrag gegebene Ipsos-Umfrage unter 9.000 Personen in acht Ländern: 97 Prozent konnten in einem Blindtest nicht zwischen menschlicher und KI-generierter Musik unterscheiden. 80 Prozent forderten dennoch eine klare Kennzeichnung. Der Hintergrund: Bis 2028 könnte rund ein Viertel der Einnahmen von Kreativschaffenden durch künstliche Intelligenz gefährdet sein, so eine Studie des internationalen Dachverbands der Verwertungsgesellschaften, CISAC.

Deezer ist ein 2007 gegründeter französischer Streamingdienst mit weltweit rund zehn Millionen zahlenden Abonnenten. Als europäischer Gegenspieler zu US-Diensten wie Spotify und Apple Music prägt das Unternehmen die Musikwirtschaft durch seine Vorreiterrolle bei der nutzerzentrierten Vergütung, die kleinere Artists fairer entlohnen soll.

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