Der Detroiter Techno-Pionier Jeff Mills hat laut einem Bericht von Time To House keine Furcht vor künstlicher Intelligenz und sieht in ihr neue Möglichkeiten für Lernen, Kreativität und Erfahrungen. In der Musikproduktion setzt er KI demnach jedoch nicht ein.
Jeff Mills wurde 1963 in Detroit geboren. In den 1980er-Jahren machte er sich als Radio-DJ unter dem Namen "The Wizard” beim Sender WJLB einen Namen. Gemeinsam mit Mike Banks gründete er das Kollektiv Underground Resistance, bevor er sich Anfang der 1990er-Jahre seiner Solokarriere widmete. 1992 gründete er das Label Axis Records, im selben Jahr erschien sein Album Waveform Transmission Vol. 1 beim Berliner Label Tresor. Sein 1995 in Tokio aufgezeichnetes Set "Live at the Liquid Room” gilt vielfach als eines der besten DJ-Sets überhaupt. Zudem vertonte er Stummfilme, darunter Fritz Langs "Metropolis”.
Jeff Mills hat keine Angst vor KI
In einem am 11. Oktober 2026 veröffentlichten Beitrag schreibt Time To House, dass Mills von der Technologie überhaupt nicht verängstigt sei und er große Vorteile sehe. KI könne dabei helfen, Dinge zu verstehen und zu erleben, die bislang zu groß, zu tief oder zu komplex waren. Zudem könnten Bildung und Unterhaltung näher zusammenrücken, wenn komplexes Wissen zugänglicher und immersiver wird. Time To House ordnet dies in Mills' bekannte Haltung ein, dass Kreativität keine formale Ausbildung voraussetzt. So betont Mills, dass jeder DJ oder Produzent werden könne, und verweist darauf, dass er selbst nicht formal Klavier spielen könne. Laut Time To House nutzt er KI bereits für Recherche, Konzeptentwicklung und die Planung von Produktionen, jedoch nicht für die Musikproduktion und -bearbeitung.
Im März 2026 sagte Mills bereits gegenüber "Rave New World”, er habe KI bislang nicht für Musik genutzt und arbeite im Studio ohne Computer. Bei komplexen Konzeptalben könne er sich einen Einsatz jedoch vorstellen.
Statements anderer Artists
Andere Künstler positionieren sich unterschiedlich. So sagte Chris Liebing in einem Interview auf Numéro Netherlands über seinem Soloalbum Evolver, er habe dafür keine KI verwendet. Als Werkzeug für bestimmte Aufgaben hält er sie für klug einsetzbar. Musik allein per Prompt zu erzeugen, bezeichnet er dagegen als "schrecklich", da dabei der kreative Akt verloren geht. Entscheidend sei, wo man die Grenze ziehe.
Thomas Bangalter, früher Teil von Daft Punk, sagte in einem im Juni aufgezeichneten und Ende Juli veröffentlichten Gespräch mit Chanel auf der Art Basel, dass er sich nicht für die kreative Nutzung von KI interessiere. Prompts liefen über verbale Ausdrucksformen, während der wichtigste Teil des kreativen Prozesses im Verstehen der eigenen Gefühle liege. KI umgehe diesen Prozess.