Ab 2027 gibt es kein Geld mehr für Awareness-Teams in Wien. Die aktuelle Stadtregierung verweist auf die angespannte Budgetlage.
Zum 1. Januar 2027 stellt die Stadt Wien die Förderung für die mobilen Awareness-Teams im öffentlichen Raum ein. Grund sei die angespannte Budgetlage, so ein Sprecher von Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling (NEOS). Priorität habe zukünftig die ganzjährige Jugendarbeit in Parks und Jugendzentren. Die Awareness-Teams hätten in der Pandemie gute Arbeit geleistet, zuletzt aber auch Aufgaben übernommen, die nicht nur Jugendliche betreffen.
Im Mai klang das noch anders. Zum Start der sechsten Awareness-Saison nannte Emmerling die Teams einen festen "Bestandteil des Wiener Nachtlebens". Beim Symposium der Vienna Club Commission im Juni sprach Wiens Vizebürgermeisterin vom Nachtleben als Ort, an dem unterschiedliche Lebenswelten aufeinandertreffen, und als Frage der Teilhabe. Wenige Wochen zuvor war die Novelle des Veranstaltungsgesetzes in Kraft getreten. Seither müssen Veranstalter:innen ab 300 Gästen ein Awarenesskonzept vorlegen und Awarenessbeauftragte stellen. Die Vienna Club Commission nennt AwA* in ihrer sogenannten Awareness-Mappe als Adresse für Schulungen.
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AwA* sieht genau darin das Problem. Auf Plätzen und Uferwegen gebe es keine Veranstalter:innen, die Verantwortung tragen, dort hätten die Teams die Lücke gefüllt. Dem Verein zufolge führten Awareness-Beauftragte von Mai bis September 2026 mehr als 16.800 Gespräche, rund 2.500 mehr als im Vorjahr. Dokumentierte Fälle sexualisierter Gewalt stiegen laut AwA* von 18 auf 50.
Die Stadt Wien förderte mobile Awareness-Teams seit 2021, zuletzt mit 246.000 Euro jährlich. Von Mitte Mai bis Ende September waren bis zu drei Teams an Wochenenden und vor Feiertagen zwischen 19 und 4 Uhr an hochfrequentierten Orten wie dem Karlsplatz oder am Donaukanal unterwegs. AwA* hat nun eine Petition gestartet. Bisher haben knapp 400 Personen die Forderung nach "Gewaltschutz stärken statt kürzen" unterschrieben.
