Die Vienna Club Commission (VCC) plant ein Party-Abo für Wiener Clubs. Der Anlass ist ein Publikum, das seltener ausgeht, früher heimgeht und sein Geld anders verteilt.
Die VCC sucht deshalb aktuell nach einem Modell, das Clubs finanziell stabilisiert und einen Abend im Club für Gäste wieder lohnender macht. Als Vorbilder dienen der Sport und das Kino, wo Abos längst Alltag sind. Wie ein solches Angebot für Clubs aussehen könnte, will man in einer Fokusgruppe ausarbeiten. Zu Preis, teilnehmenden Clubs oder einem Starttermin gibt es bislang keine Angaben.
Geleitet wird die Gruppe von Julia Altenburger und Philip Waldenberger von The Subscene. Die Wiener Plattform vernetzt Live-Acts untereinander, bringt sie mit Spielstätten zusammen und bindet Fans als "Echoes" ein, die gegen vergünstigten Eintritt ihre E-Mail-Adresse hinterlassen. Waldenberger ist dort Gründer und CEO. Altenburger ist als Konzertfotografin bekannt und organisiert laut ihrer Website Sofar Sounds Vienna.
Ergebnis ohne Verbindlichkeit
Was aus den Fokusgruppen folgt, ist "ergebnisoffen". Martina Brunner, die inhaltliche Leiterin der VCC, sagte 2023 im Gespräch mit Loop Rituals, es gebe "weder für die VCC noch für die Stadt eine Verbindlichkeit", die aus den Fokusgruppen hervorgeht. Mit Preisen beschäftigt sich die Commission allerdings schon länger. Brunner erwähnte damals eine mögliche Kooperation für einen Kulturpass im Club.
Zuletzt lag der Schwerpunkt der VCC woanders. Im Juni erschien die Awareness-Mappe, bevor die Novelle des Veranstaltungsgesetzes am 1. Juli verbindliche Awareness-Konzepte ab 300 Personen einführte. Parallel läuft bis November der Pilot "Neighbourhoods for All" mit der SafeNow-App am Gürtel.
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Kino und Amsterdam machen es vor
Ein mögliches Club-Abo soll sich laut VCC jedenfalls an Projekten aus anderen Branchen anlehnen. Für Filmfans gibt es in Österreich seit 2023 das "Nonstop"-Kinoabo. Nach zwei Jahren machten 26 Kinos mit, es gab über 300.000 Besuche und 10.000 verkaufte Abos. In Amsterdam bieten vier Clubs seit April einen Nachtpass für 24,50 Euro im Monat an. Die ersten 150 Pässe waren sofort vergriffen, nun gibt es eine Warteliste.
Inwiefern ein Wiener Modell ähnlich funktionieren kann, soll in den beiden Fokusgruppen-Terminen im Herbst konzipiert werden. Alle Informationen dazu findet man auf der Homepage der Clubcommission. Anmelden kann man sich hier.
Foto von Nereid Ndreu auf Unsplash