Die Vienna Club Commission (VCC) hat eine "Awareness-Mappe" veröffentlicht. Diese soll Clubs, Veranstalter:innen und Sicherheitspersonal unterstützen, ihre Veranstaltungen sicherer, inklusiver und diskriminierungsärmer zu gestalten. Denn: Ab 1. Juli 2026 tritt die Novelle des Wiener Veranstaltungsgesetzesin Kraft, die erstmals verbindliche Anforderungen an Awareness-Strukturen für Veranstaltungen mit mehr als 300 Personen einführt.
Die Mappe ist als Orientierungshilfe konzipiert und deckt ein breites Spektrum ab: von theoretischen Grundlagen der Awareness-Arbeit über konkrete Handlungsempfehlungen bis hin zu ausgearbeiteten Szenarien für grenzüberschreitendes Verhalten, Sexismus, Rassismus, Queerfeindlichkeit, Barrieren und Substanzkonsum.
Für jeden dieser Bereiche beschreibt die VCC Schritt für Schritt, wie Awareness-Teams reagieren, kommunizieren und dokumentieren sollen. Außerdem gibt es eine Anleitung zur sogenannten "Rettungskette", jenem klar definierten Ablauf, der durch ein Codewort oder die Kontaktaufnahme mit einer Awareness-Person ausgelöst wird und Betroffene schnell aus der belastenden Situation bringen soll.
Neues Gesetz, neue Regeln
Das neue Gesetz schreibt vor, dass Veranstaltende ab einer genehmigten Kapazität von 300 Personen ein schriftliches Awarenesskonzept vorlegen müssen. Die Anzahl der zu bestellenden Awarenessbeauftragten staffelt sich nach Größe. Ab 300 Besucher:innen ist eine Person erforderlich, ab 1.000 sind es drei, ab 5.000 legt die Behörde die Zahl im Genehmigungsverfahren fest. Zudem muss mindestens jede zweite bestellte Person weiblich sein.
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Die VCC betont, dass Awarenessbeauftragte keine Sicherheitsaufgaben im engeren Sinne übernehmen. Allerdings sollen sie als klar benannte Ansprechpersonen die Vorfälle ernst nehmen, Betroffene begleiten und bei Bedarf an weitere Stellen verweisen. Eine formale Qualifikation ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, die VCC empfiehlt jedoch Schulungen im Mindestumfang von etwa 16 Stunden, unter anderem beim Awareness-Verein AwA* oder dem Wiener Roten Kreuz.
Die Mappe entstand in Kooperation mit zahlreichen Wiener Organisationen, darunter der Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit (ZARA), der Wiener Antidiskriminierungsstelle für LGBTIQ-Angelegenheiten (WASt) oder FullAccess. Einige davon sind bereits Partner:innen der von der Stadt Wien finanzierten Workshopreihe "Safer Feiern".
Awareness-Arbeit, so die VCC, sei ein laufender Prozess, der sich mit den Communities und Räumen weiterentwickle. Wer das Konzept ohne Verwendung des städtischen Formulars erstellen möchte, findet in der Mappe alle gesetzlich vorgeschriebenen Mindestinhalte aufgelistet. Bei fehlender Vorlage droht ein Verwaltungsstrafverfahren nach dem Wiener Veranstaltungsgesetz.
Die Awareness-Mappe steht auf der Website der VCC zum Download bereit.
Foto:3eni - Eigenes Werk, CC0