Was im KitKatClub passiert, bleibt im KitKatClub. Stimmt so nicht mehr ganz. ARD Kultur zeigt mit "One Night at KitKat" einen dokumentarischen Blick auf eine reguläre Samstagnacht. Parallel läuft bereits ein zweiter Kinofilm zum Berliner Kink-Club an.
"Erstmals öffnet der KitKatClub seine Türen für eine Kamera." So verkauft ARD Kultur die eigene Doku "One Night at KitKat", die ab 30. September 2026 in der Mediathek läuft. Das ist natürlich PR-Zuspitzung, weniger Tatsache. Bewegtbild aus dem KitKat gibt es längst, von Social-Media-Reels des Clubs bis zu anderen Doku-Formaten. Was tatsächlich neu ist: der Zugang, den das Regieduo Mohsen Najafi Mehri und Diba Darbari bekommen haben. Sie durften nämlich während des offiziellen Clubbetriebs, in einer regulären Samstagnacht, drehen.
Produziert von Doc.Banijay und STARKL!film, verzichtet der Film auf die erwartbare Latex-Ästhetik und setzt auf Porträts. KitKat-DJ Don Basti und seine Partnerin Nora sprechen über Depressionen und neu gewonnenes Körpergefühl. Die frühere Köchin und heutige Domina Megan erzählt von sexueller Selbstbestimmung. Auch Grenzüberschreitungen werden benannt, ebenso die Dauerfrage jeder libertären Subkultur: Wie viel Freiheit verträgt sich mit wie viel Sicherheit? Als "beobachtend" beschreibt deshalb ARD-Kultur-Programmchef Kristian Costa-Zahn den Doku-Ansatz. Wegen Nacktheit und expliziten Inhalten ist "One Night at KitKat" erst ab 16. Ohne Mediathek-Login läuft er entsprechend erst ab 22 Uhr.
Ein KitKat kommt selten allein
Allein ist die ARD mit ihrer Perspektive jedenfalls nicht. Bereits am 10. September 2026 startet mit "KitKatClub – Kinks of Berlin" ein zweiter Dokumentarfilm zum selben Ort in den deutschen Kinos. Philipp Fussenegger, der zuletzt eine Doku über Peaches gedreht hat, bekam ebenfalls Kamerazutritt zum KitKatClub. Auch er wolle keine Party-Bebilderung präsentieren, sondern die "Menschen hinter den Kulissen", wie es in der Filmankündigung heißt.
Nach über drei Jahrzehnten (mehr oder weniger) strikter Diskretion verhandelt sich das KitKat also gleich doppelt dokumentarisch. Wie das für den Berliner Fetisch-Club funktioniert, sieht man ab dem 30. September in der ARD Mediathek ("One Night At KitKat") und ab dem 10. September im Kino ("Kinks of Berlin").
Foto: GodeNehler - Own work, CC BY-SA 4.0