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Deal bis 2037: Berlin sichert die Kulturbrauerei vor Luxuslofts und Gierschlünden
Foto: Kaspar Metz - Eigenes Werk, Gemeinfrei

Deal bis 2037: Berlin sichert die Kulturbrauerei vor Luxuslofts und Gierschlünden

News. 26. August 2026 | / 5,0

Geschrieben von:
Christoph Gleich

Zehn Jahre plus Option auf mehr – Berlin hat sich mit dem Eigentümer der Kulturbrauerei geeinigt. Damit darf Paul van Dyk ebenso weitere Nächte planen wie das Pop-Kultur-Festival. 

Eine Backsteinbrauerei aus dem 19. Jahrhundert bleibt das, was sie in den letzten drei Jahrzehnten geworden ist: eine der verlässlichsten Kulturadressen Berlins. Der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses hat die Weichen dafür gestellt, dass das Land Berlin den Mietvertrag für die Kulturflächen in der Kulturbrauerei ab 2027 um zehn Jahre verlängert.

Konkret geht es um 4.578 Quadratmeter auf dem gut 30.000 Quadratmeter großen Areal an der Schönhauser Allee, das seit 1974 unter Denkmalschutz steht. Die BIM Berliner Immobilienmanagement hat als Vertreterin des Landes rund zwei Jahren mit dem privaten Eigentümer verhandelt. Ein "besonderes kulturpolitisches Interesse Berlins" könne mit der Einigung nun "langfristig fortgesetzt" werden, so Kulturstaatssekretärin Cerstin Richter-Kotowski. Diplomatensprech für: Hier soll bleiben, was funktioniert.

Das war zuletzt keineswegs selbstverständlich. Schon 2021 stand die Kulturbrauerei kurz vor dem Verkauf an einen Investor, nachdem der damalige Eigentümer TLG mit einem Immobilienkonzern fusionierte und Gewerbenutzung lukrativer erschien als Kultur. Mietsprünge von 12 auf angeblich 30 Euro pro Quadratmeter standen im Raum. Im Herbst 2025 wollte man außerdem die Kulturfläche in der Kulturbrauerei deutlich reduzieren. Jetzt steigt weißer Rauch auf, die Kehrtwende zur Planungssicherheit ist geschafft.

Van Dyke bis Pop-Kultur

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Für Leute, die mit der Berliner Technoszene eher lose verbandelt sind, klingt das zwar nach Verwaltungsroutine. Für alle, die öfter im Kesselhaus oder Maschinenhaus standen, ist es aber mehr. Die beiden ehemaligen Braugebäude gehören zu den Häusern, in denen sich Berlins Nachtleben seit den Neunzigern immer wieder neu erfunden hat. Von Theater über Jazz bis zu Paul van Dyks Dauerresidence "Vandit Night" finden hier regelmäßig Veranstaltungen statt. Außerdem bespielt das Pop-Kultur-Festival das Gelände seit Jahren, so auch vom 24 bis 30. August 2026.

Dass die Kulturbrauerei nun weitere zehn Jahre planen kann, ist ein gutes Zeichen für die Berliner Subkultur. Schließlich meldete die Clubcommission erst kürzlich, dass jeder dritte Berliner Club aktuell Verluste schreibt. Dazu kommen Streitigkeiten um Areale wie das RAW-Gelände. Vor diesem Hintergrund ist die Kulturbrauerei-Verlängerung ein Signal gegen kurzfristige Renditelogik von Investoren. Ob das reicht, um auch andere bedrohte Clubkulturorte zu retten, steht allerdings auf einem anderen … Bierdeckel.

Veröffentlicht in News und getaggt mit # News , Berlin , BIM Berlin , Clubcommission , Clubkultur , Denkmalschutz , Kesselhaus , Kulturbrauerei , Kulturpolitik , Mietvertrag , Nachtleben , Prenzlauer Berg

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