Trotz des islamistischen Anschlags auf den Berliner CSD hält Rave the Planet an ihrer Parade am 15. August fest. Gründer Dr. Motte spricht von "kleinen Adaptionen" – der Zug der Liebe soll derweil woanders stattfinden.
Nur wenige Tage nach dem islamistischen Attentat am Rand des Christopher Street Day soll Rave The Planet wie geplant am 15. August 2026 stattfinden. Mitgründer Matthias Roeingh, besser bekannt als Dr. Motte, habe sich "viele Gedanken gemacht" und gehört, "was die Community will". Seine Frau und Mitstreiterin Ellen Dosch-Roeingh wurde noch deutlicher: Die Parade wird stattfinden.
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Abgestimmt ist der Loveparade-Nachfolger mit der Berliner Polizei, mit der ohnehin ein Kooperationsgespräch anstand. Ergebnis: "kleine Adaptionen" am Sicherheitskonzept, aber grundsätzlich business as usual – zumindest so usual, wie ein Massenevent nach einem Anschlag sein kann.
Bitterer Beigeschmack: Die Route führt exakt durch das Terrain, in dem sich der Anschlag ereignet hat – die Straße des 17. Juni, zwischen Brandenburger Tor und Tiergarten. Wegen einer Großbaustelle der Netzagentur 50Hertz bleibt ohnehin nur der östliche Abschnitt befahrbar, eine zentrale Bühne an der Siegessäule gibt es schon länger nicht mehr. Stattdessen: dezentrale Floats, mitten in der Crowd, unter dem diesjährigen Motto "IMAGINE LOVE".
Nicht alle ziehen mit
Während Rave the Planet Kurs hält, hat der Zug der Liebe seine geplante Parade abgesagt, dafür aber eine Kundgebung am RAW-Gelände angekündigt. Auch im Kleineren zeigt sich die Verunsicherung der Szene: Der Berliner Club Humboldthain hat seine "Save the Humbi"-Demo zum Erhalt des Ladens verschoben, weil DJs und Gäste absagten und man Zeit für "Trauer und Reflexion" brauche.
Rave the Planet bleibt also die verbliebene große Paraden-Konstante im Berliner Sommerkalender. Letztes Jahr zog sie nach Veranstalterangaben rund 200.000 Menschen an, die Polizei sprach von gut 100.000. Am 15. August wird sich zeigen, welche Zahl diesmal näher an der Wahrheit liegt – und ob die Stadt bereit ist, wieder gemeinsam auf die Straße zu gehen.
Foto: Von C.Suthorn / CC BY-SA 4.0