Nach zehn Jahren macht das Katapult in Schöneweide dicht. Auch wenn es sich dabei um keinen Clubkulturort im herkömmlichen Sinne handelt, lässt sich aus dem Ende ablesen, wie sich die Berliner Kulturförderung langsam selbst abschafft.
Katapult, eine Location für zeitgenössischen Zirkus, Performance und Tanz in Treptow-Köpenick, schließt Ende Dezember 2026. Damit verliert Berlin wieder einen Ort, den kaum jemand außerhalb der eigenen Bubble kannte und der trotzdem fehlen wird, sobald er weg ist.
Man habe zwar Jahr für Jahr steigende Förderungen aus der "Einjährigen Produktionsort-Förderung" der Senatsverwaltung für Kultur erhalten, so das Katapult-Team. Dennoch hätten die allgemeinen Kürzungen in der Kulturfinanzierung und das Auslaufen des Programms "Kulturraum Kontingente" den Betrieb finanziell unhaltbar gemacht.
Der eigentliche Kern der Kritik zielt aber auf die Förderlogik selbst. Wer nur von Jahr zu Jahr planen darf, kann nicht langfristig und nachhaltig wirtschaften. Ein Satz, den man in Berlin mittlerweile auf jede zweite Kulturraum-Pressemitteilung stempeln könnte, egal ob es um Zirkustraining oder Clubbetrieb geht.
Kunst oder Krempel?
Das Katapult war nie ein Club im Sinne der Clubkultur. Und doch teilt der Raum mit der halben freien Berliner Kulturlandschaft dasselbe Grundproblem: kulturell relevant, gut vernetzt, öffentlich gefördert. Trotzdem scheitert man an der Ökonomie und der Förderarchitektur des eigenen Betriebs.
Das Team des Katapults ruft inzwischen aktiv dazu auf, dass sich jemand mit "Mission und den finanziellen Mitteln" findet, um den Raum zu übernehmen. Ansonsten werde aus der Bühne wieder ein Lagerhaus.
Die Schnittstelle zur elektronischen Musik bleibt bis zum Ende trotzdem bestehen. Zum Abschied gibt es am 9. und 10. Oktober 2026 eine Zehn-Jahres-Party mit Kabarett und DJ-Programm. Bis Dezember bleiben jedenfalls noch sechs Monate, in denen das Katapult, so die eigene Formulierung, "zur vollen Kapazität" genutzt werden soll.
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