München verliert einen weiteren Club. Das Sweet am Maximiliansplatz macht nach knapp zehn Jahren dicht. Gründe für das Clubsterben nennt der Betreiber auch. Gerüchte über ein Aus kursierten allerdings schon länger.
Mit über 1.000 Quadratmetern bezeichnete sich das Sweet selbst als größten Club im Herzen Münchens. Im März 2017 übernahm es die Räume vom Gecko Club, der nach dreieinhalb Jahren aufgegeben hatte. Hinter dem Nachfolger steht Alexander Spierer, in der Vor-Ort-Szene als DJ Pascha, aber auch als "Zeremonienmeister" bekannt. Gespielt wurden Hip-Hop, House und Charts, fast ein Jahrzehnt lang jedes Wochenende. Unter dem Abschiedspost trauern Stammgäste um Geburtstage am reservierten Tisch. Ein Gast fragt, wo er in München künftig Reggaeton und Pop hören soll.
Spierer verwies in der Vergangenheit auf ausbleibende Kundschaft, den Hitzesommer und ungedeckte Mieten. Er sei zwar davon ausgegangen, dass sich der Clubbetrieb im Winter erhole. Doch das sei dem Vermieter der Location zu unsicher gewesen. Es folgt die Kündigung. Nun bleibt ein Posting: "Mit jedem Club, der schließt, verliert unsere Stadt ein Stück Kultur, Freiheit und Raum für echte Begegnungen", schreibt das Team des Sweet Clubs.
Vom Blitz getroffen
Clubs in München haben es zur Zeit schwer. Im Sommer 2026 räumte der Blitz Club nach neun Jahren die Museumsinsel, weil der Mietvertrag in der ehemaligen Kongresshalle des Deutschen Museums endete. Im September folgte der DNA Club im Werksviertel nach nur drei Jahren. Auch dort blieb die Begründung vage. Man müsse "in der jetzigen Form" verschwinden. Das Team kündigte inzwischen mit dem Sonder einen Nachfolger an der gleichen Adresse an und bekam dafür in den Kommentarspalten heftigen Gegenwind. Die Vorwürfe reichen von "Name-Washing" bis zu unaufgearbeiteten Übergriffen.
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Halbwegs gute Neuigkeiten inmitten des Clubsterbens gibt es allerdings auch. Mit dem Printhouse hat zuletzt ein Pop-up-Club in einer stillgelegten Zeitungsdruckerei unweit des Olympia-Einkaufszentrums eröffnet. Der Betrieb läuft auf einem befristeten Mietvertrag, die Genehmigung für den Dauerbetrieb steht noch aus. Dafür wolle man vor Ort vor allem auf Techno setzen, so die Betreiber.
Dass in München binnen weniger Monate drei große Party-Adressen verschwinden, passt dennoch zum bundesweiten Bild des Clubsterbens. Wo die Kosten steigen und die Einnahmen an Tür und Bar sinken, schließen mehr Clubs, als neue nachkommen. Und die neuen starten – wie in München – häufig mit einem Zwischennutzungsvertrag statt mit langfristiger Perspektive.
Foto: Marco - suite-88, CC BY 2.0