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Waldorf Crema: Dieser Synthesizer vereint 70er-Jahre-Strings und 90er-Jahre-Pads
Foto: Waldorf

Waldorf Crema: Dieser Synthesizer vereint 70er-Jahre-Strings und 90er-Jahre-Pads

News. 29. Oktober 2026 | 4,5 / 5,0

Geschrieben von:
Christoph Gleich

Waldorf baut aus dem Streichfett eine Familie. Mit dem Crema erscheint der zweite Kompakt-Synthesizer nach dem Protein – mit Streichern, Wavetables und FM-Klängen.

Die Synthesizer-Schmiede aus Remagen bleibt bei ihrem Muster: kleines Gehäuse, Name aus der Küche. Nach dem Streichfett von 2014 (der später auch als Plugin erschien) sowie dem Protein, das im November 2025 die Kompaktreihe eröffnete, kommt nun der Crema. Waldorf beschreibt ihn als "Streichfett für die digitale Ära". Das Original zielte auf die Streichermaschinen der Siebziger, der Crema holt die digitalen Pads der Achtziger und Neunziger dazu. Das passt zur Firmengeschichte, denn der Microwave, mit dem Waldorf 1989 sein Wavetable-Zeitalter einläutete, stammt genau aus dieser Epoche.

Foto: Beheringer

Zwei Engines, Streichfett!

Die Klangerzeugung des Waldorf Crema teilt sich in zwei Engines. "Texture" bietet 24 Klangtypen aus Strings, Wavetables und FM. Der Streicherteil übernimmt die Technik des Streichfett, der Variation-Regler blendet zwischen Violine, Viola, Cello, Blechbläsern, Orgel und Chor. Derselbe Regler fährt auch durch 17 Wavetables, dazu kommen sechs FM-Typen für Glocken, Keys, Bass oder Holzbläser mit zwölf Stimmen. Am Ende läuft alles durch den Streichfett-Ensemble-Effekt.

"Lines" ist der stilistische Gegenpol. Die achtstimmige, virtuell-analoge Engine kommt nach dem Vorbild des Streichfett Solo, mit zwei verstimmbaren Oszillatoren (Puls oder Saw), Tremolo, Vibrato und Pulsweitenmodulation. Sie soll Bässe, Leads und Gegenstimmen neben die Flächen setzen.

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Vom Protein erbt der Crema den Flavour-Regler, der Tonhöhe und Wellenform leicht schwanken lässt. Außerdem an Bord: Arpeggiator und Step-Sequencer, die sich extern takten lassen. Die Effektsektion besteht aus zwei Prozessoren, seriell oder parallel nutzbar. Der erste bietet Chorus, Flanger, Phaser, Tremolo, Drive und Delay, der zweite einen Hall mit zuschaltbarem Shimmer.

Foto: Waldorf

So passt der Waldorf Crema ins Studio

Gerät und Anschlüsse des Crema bleiben nah am Protein. 252 × 170 × 48 Millimeter, 0,9 Kilogramm, Strom per USB-C, MIDI über USB und Mini-Klinke. Beide Engines lassen sich über getrennte MIDI-Kanäle ansteuern, MPE wird unterstützt. Über 130 Werkssounds stammen unter anderem von Christian Kleine und LimbicBits, 360 Speicherplätze stehen bereit, verwaltet wird per kostenloser Software Chutney Librarian.

Der Protein startete mit 359 Euro und punktete in unserem Test mit rauem Klang. Kritik gab es für das präsente Rauschen am Stereoausgang. Ob Waldorf hier nachgebessert hat, muss der Crema erst zeigen. Die Mini-Klinken-MIDI-Buchsen bleiben jedenfalls. Wer den Preis von 345,45 Euro berappt, bekommt das Gerät ab dem 29. Oktober 2026 über Waldorfs Vertriebsnetz.

Veröffentlicht in News und getaggt mit Crema , FM-Synthese , News , Protein , Synthesizer , waldorf , Wavetable

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