Der Münchner DNA Club schließt im September 2026 und reiht sich damit nahtlos in eine Serie von Clubschließungen ein, die die Stadt gerade durchlebt. Warum genau Schluss ist, verrät das Team nicht, dafür aber jede Menge Wehmut.
Der DNA Club im Werksviertel macht im September dicht. Nach drei Jahren "Diverse Nightlife Aesthetics" verabschieden sich die Betreiber:innen, wie es sich für 2026 gehört, via Instagram-Statement. Die "DNA", so versichere man, solle aber weiterleben.
"Bis September werden wir aber nicht das Ende feiern", heißt es. Man wolle viel eher all das feiern, was "DNA" geworden sei. Das Line-up der vergangenen Jahre liest sich dementsprechend wie ein Cross-Genre-Sammelsurium aus Trance-Nostalgie und Hardgroove-Härte. Kobosil, Felix Jaehn, Radical Redemption und Thomas Schumacher legten hier regelmäßig auf. Victor Ruiz und der Ex-Münchner Davyboi, der hier die ersten Knöpfe betätigte, bevor er international durchstartete, steckten im DNA Club ebenfalls öfter ihre USB-Sticks ein.
Warum jetzt Schluss ist, sagt das Betreiber:innenteam nicht, nur: Der Club müsse "in seiner jetzigen Form" verschwinden. Das lässt genug Interpretationsspielraum, um ein wackeliges Fragezeichen für die Zukunft offenzuhalten.
München - Club oder Bewegung?
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Die Kommentarspalten liefern derweil das übliche Bild einer Szene im Trauer-Modus zwischen Wehmut und Wut. Kobosil meint, einen Club könne man schließen, eine Bewegung nicht. Andere Stimmen werfen der Location vor, mit Kritik und unliebsamen Kommentaren zu wenig souverän umgegangen zu sein. Zwischen den Zeilen brodelt also der ewige Konflikt zwischen Community-Anspruch und Profit-Logik, der in München gerade an gefühlt jeder zweiten Bartheke verhandelt wird.
Mit dem DNA Club schließt jedenfalls die nächste Location für elektronische Musik in München. Anfang August verabschiedet sich der Blitz Club von seinem Standort im Deutschen Museum, nachdem sich Betreiber und Museum nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen konnten. Das Werksviertel, das mit Ultraschall, KW und Natraj Temple schon in den Neunzigern Clubgeschichte geschrieben hat, dürfte mit der DNA-Schließung einen weiteren Schritt zum sogenannten Trendquartier gemacht haben.
Foto: Fentriss - Eigenes Werk, CC0
