Weimar: Wie aus einem verlassenen Nazi-Bau und illegalem Rave-Ort ein neues Kulturzentrum entsteht
Foto: SchiDD - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

Weimar: Wie aus einem verlassenen Nazi-Bau und illegalem Rave-Ort ein neues Kulturzentrum entsteht

News. 5. August 2026 | / 5,0

Geschrieben von:
Christoph Gleich

Einst Nazi-Weihestätte, dann DDR-Funkhaus, zuletzt Lost Place mit Techno-Vergangenheit: Die Weimarer Sendehalle wird zum Kultur- und Bildungsort. Die Eröffnung erfolgt frühestens 2029.

Aus einer nationalsozialistischen Gedächtnishalle in Weimar wird ein Kulturzentrum. Die Pläne für das Gebäude, das zu DDR-Zeiten als Funkhaus diente und später für illegale Raves Verwendung fand, gibt es schon länger. Nun soll die eigentliche Sanierung 2027 starten. Der geplante Kulturort soll zwei Jahre später eröffnen.

Heute gehört das gut 5.000 Quadratmeter große Gebäude der Stiftung Sendehalle Weimar, seit einer Zwangsversteigerung im November 2024. Intendant Martin Kranz, der das Projekt ehrenamtlich mit rund 150 Helfer:innen vorantreibt, nennt Führungen durch das Haus eine "Zeitreise durch 90 Jahre deutsche Geschichte".

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Auch die jüngere Schicht des Hauses bleibt sichtbar. Graffiti, Zeichnungen und Kunstwerke aus alten Tonbändern legen Spuren aus Leerstand und Subkultur offen. Sie sollen als "Schaufenster der Geschichte" erhalten bleiben, statt unter frischer Farbe zu verschwinden. Geplant ist zudem ein historischer Audiowalk, den die Bauhaus-Universität mit dem MDR entwickelt.

Schon jetzt, in der Interimsnutzung vor der eigentlichen Sanierung, laufen Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Tagungen und Festivals im Haus. Dabei hat die Stadt Weimar im April 2025 die für die folgenden Monate geplanten Veranstaltungen noch untersagt. Begründung der Stadt damals: Der bauliche Zustand des seit über 20 Jahren leerstehenden Gebäudes lasse eine solche Nutzung schlicht nicht zu.

Die Generalsanierung soll deshalb 2027 beginnen und Mitte 2029 abgeschlossen sein. Ziel ist ein "dritter Ort" im klassischen Sinn: frei zugänglich, ohne Konsumzwang, zwischen Wohnen und Arbeiten. Ein Stadtteiltreff mit Brettspielabenden existiert bereits.

Am 15. August 2026 wird die Sendehalle offiziell gesegnet. Der Eintritt ist frei.

Foto: SchiDD - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

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