Nach Insolvenz, Räumungsklage und Vandalismus öffnet die Wiener Pratersauna wieder – allerdings nicht als Club, sondern als Pool-Location mit Streetfood und Liegewiese.
Nur wenige Monate nach dem endgültigen Ende der Pratersauna kehrt Betrieb auf das ehemalige Club-Areal nahe des Wiener Praters zurück. Der Außenbereich der Pratersauna wird ab sofort als "Urban Pool Club" bespielt. Techno läuft dort dann nicht mehr, dafür bleibt der Pool – ein Beachvolleyballfeld und eine Liegewiese kommen dazu. Betreiber ist der Gastronom Nikolaus Gutmann, der bereits mehrere Lokale in Wien und Niederösterreich führt, etwa im Bundesbad Alte Donau, am WKO Campus und im Congress Center Baden.
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Erst im Frühjahr 2025 hatte der gebürtige Berliner Sebastian Müller-Klasz die Location übernommen und mit einem an Awareness und Kollektivarbeit orientierten Programm versucht, dem ramponierten Ruf des Hauses beizukommen. Ein Erbe, das nicht zuletzt mit dem umstrittenen Vorpächter Martin Ho zusammenhing. Mitte Dezember 2025 war damit schon wieder Schluss. Eine Räumungsklage des Eigentümervertreters gegen die Pächterfirma zwang Müller-Klasz zum Auszug, kurz danach folgten gleich zwei Insolvenzverfahren.
Nach der Schließung wurde das Gelände der Pratersauna zusätzlich verwüstet. Der Bodenbelag im Pool war aufgeschlitzt, Steine lagen im Wasser, Waschbecken waren zertrümmert, Klimageräte gestohlen. Gutmann beschrieb den Zustand bei der Übernahme als "desaströs".
Ho, ho, ho
Vom Vollbetrieb sei man deshalb weit entfernt. Der klassische Clubbereich bleibt vorläufig zu, bespielt wird nur der Außenbereich. Bei Schönwetter hat der Pool Club von Donnerstag bis Sonntag geöffnet, Platz sollen 300 bis 400 Gäste finden. Kulinarisch will man Burger, Pommes-Varianten und gegrillten Mais mit Limetten-Aioli anbieten. Der Eintritt kostet pauschal sieben Euro, egal ob man ins Wasser geht oder nicht. Das Pop-up ist bis Ende September 2026 angesetzt. Für den Winter ist bereits ein Christkindlmarkt auf dem Gelände geplant.
Foto: Gugerell - Eigenes Werk, CC0