Sogenannte Aktivist:innen legten sich auf die Tanzfläche und störten den Ablauf. Beim Boiler-Room-Takeover in New York eskalierte ein Protest in Handgreiflichkeiten.
Tumult, Tritte, ein Boden voller Menschen, die sich absichtlich hingelegt hatten, um tot zu spielen. Beim zweitägigen Boiler-Room-Takeover im New Yorker Under The K Bridge sorgte am Freitagabend eine Gruppe von Störenfrieden der Kampagne "Boycott Room" für Chaos. Dabei trugen sie T-Shirts mit Parolen wie "KKR colonises, KKR kills" und "Boiler Room is owned by Israeli arms investors".
Ein Video zeigt, wie die am Boden liegenden Aktivist:innen von Umstehenden getreten und überrannt wurden, bevor die Security eingriff. Boycott Room selbst inszeniert das Ganze anschließend als Märtyrertum. Man sei "mit Gleichgültigkeit" niedergetrampelt worden, während der Rave einfach weiterlief. Eine Deutung, die vor allem eins übersieht: Wer sich bewusst in eine tanzende Menschenmenge legt, provoziert genau die Reaktion, die anschließend als Skandal verkauft wird. Detroit-Rapper Lelo, der an dem Abend auftrat, zeigte sich zwar in einem "Free Palestine"-Shirt auf der Bühne, äußerte sich aber nicht offiziell zu den Vorfällen.
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Auch die zweite Nacht, mit KI/KI, Interplanetary Criminal und ØTTA auf dem Line-up, blieb nicht von Protesten verschont. Eine "Gegenveranstaltung" formierte sich, und ein weiterer Störenfried stürmte die DJ-Booth, um die Musik zu unterbrechen und ein Anti-Boiler-Room-Shirt zu präsentieren, bevor er von der Bühne entfernt wurde. Boiler Room selbst hat sich zu den Vorfällen bislang nicht geäußert.
Hintergrund der Aktion ist die Eigentümerstruktur der Plattform. Seit der Superstruct-Übernahme 2025 gehört Boiler Room zum Portfolio des US-Investors KKR, der unter anderem an Rüstungsfirmen, der umstrittenen Coastal-GasLink-Pipeline und israelischen Tech-Unternehmen beteiligt ist. Allerdings unterstützt Boiler Room seit Langem BDS-Positionen und produzierte 2018 mit "Palestine Underground" eine Doku über die Ramallah-Szene.
Boiler Room reagierte im Frühjahr 2025 mit einer Distanzierungserklärung. Man halte an BDS-Leitlinien fest, habe aber "keinerlei Eigentums- oder Stimmrechte" am eigenen Konzern und könne folglich auch nicht divestieren. Eine Erklärung, die Boycott Room offensichtlich nicht überzeugt hat.
Foto: Raw Visual Studio auf Unsplash
