Private-Equity-Riese CVC Capital Partners übernimmt die Kontrolle über den digitalen Musikvertrieb DistroKid. Was bedeutet das für die über zwei Millionen Künstler:innen, die ihre Musik über die Plattform verteilen?
Monatelang war unklar, wer bei DistroKid einsteigt. Jetzt ist fix: CVC Capital Partners, eine der größten Beteiligungsgesellschaften Europas mit einem verwalteten Vermögen von rund 209 Milliarden Euro, übernimmt die Mehrheit am digitalen Musikvertrieb. Der bisherige DistroKid-Investor Insight Partners bleibt dem Indie-Vertrieb als Minderheitsgesellschafter erhalten. Was die Übernahme gekostet hat, ist bisher unklar. Bekannt ist nur, dass im vergangenen Januar noch von einem Verkauf für rund zwei Milliarden Dollar die Rede war.
Beständigkeit und Next Generation
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Für CVC ist es der zweite große Griff in Richtung Musikbranche, nach dem Einstieg bei Superstruct Entertainment 2024, dem Festivalkonzern hinter Wacken Open Air und Sónar. Für DistroKid bedeutet der Deal vor allem Kontinuität an der Spitze. Phil Bauer bleibt Geschäftsführer, das bestehende Führungsteam bleibt im Amt. Firmengründer Philip Kaplan, der bereits 2024 vom CEO- in den Verwaltungsrat gewechselt war, bleibt außerhalb der operativen Führung.
DistroKid dürfte damit das bleiben, was es seit 2013 ist: ein Werkzeug, über das nach eigenen Angaben 30 bis 40 Prozent aller neu veröffentlichten Songs weltweit laufen. Circa zwei Millionen Künstler:innen nutzen den Service. Bisher behielten sie für eine Flatrate ihre volle Tantiemenhoheit. Ob sich daran unter neuer Mehrheitseigentümerschaft etwas ändert, ist noch nicht klar. Bauer und sein Team betonen Kontinuität, CVC-Partner Sebastian Künne spricht in der Mitteilung vom Ziel, "die nächste Generation von Künstler:innen" zu unterstützen.
Wie belastbar solche Ankündigungen sind, zeigt der Blick auf 2024. Damals strich DistroKid rund ein Viertel seiner Belegschaft. Ein Schritt, der prompt eine Protestpetition der Gewerkschaft United Musicians and Allied Workers auslöste. Der neue Eigentümerwechsel reiht sich jedenfalls in eine Serie ähnlicher Bewegungen ein. Insight Partners hatte erst im Januar den Berliner Vertrieb Zebralution von der GEMA übernommen. Die Konsolidierung der digitalen Musikinfrastruktur geht damit unvermindert weiter.
