Nur zehn Monate nach seiner Wiedereröffnung muss der Bochumer Klub Kurt dicht machen. Am 19. und 20. Juni 2026 steigen die letzten Partys. Danach ist Schluss für eine der bekanntesten Adressen der elektronischen Musikszene im Ruhrgebiet.
Die Location, die früher als Schumacher Club und RaumEins bekannt war, hatte sich über Jahre einen Ruf als verlässlicher Ankerpunkt für House und Techno in der Region erarbeitet. Internationale wie lokale DJs und eine Atmosphäre, die viele als familiär beschreiben, machten den Kurt zu einem festen Bestandteil des Bochumer Nachtlebens.
Zu hohes Risiko
Der Standort an Bochums Hauptbahnhof hat selbst schon eine bewegte Geschichte hinter sich, die zeigt, wie fragil das Geschäft mit der Nacht geworden ist. Erst im Sommer 2025 musste der dort ansässige Schumacher Club aufgeben, bevor das neue Betreiber-Duo mit dem Kurt Klub einen Neustart wagte und das Konzept konsequent auf House und Techno zuspitzte.
Nun zeigt sich: Das Comeback war nur eine Atempause. Als Hauptgrund für die endgültige Schließung nennen die Betreiber den auslaufenden Mietvertrag. Angesichts anhaltend niedriger Besucher:innenzahlen sei eine langfristige Verlängerung mit einem zu hohen wirtschaftlichen Risiko verbunden gewesen.
Immer wieder Clubsterben
Damit reiht sich der Kurt in eine immer länger werdende Liste von Clubs ein, die bundesweit zwischen steigenden Kosten, schwindendem Publikum und fehlender politischer Rückendeckung zerrieben werden. Das sogenannte Clubsterben ist längst ein strukturelles Problem, das ganze Stadtviertel kulturell verändert.
Auf Instagram hat sich bereits eine Welle der Anteilnahme entwickelt: Wegbegleiter:innen und Stammgäste erinnern sich an durchtanzte Nächte, an Freundschaften, die im Kurt entstanden sind, und an einen Ort, der für viele mehr "Wohnzimmer" als Club gewesen sein will.