Zum zweiten Mal öffnet die Alte Feuerwache auf dem Tempelhofer Feld für Berlins Clubszene. Die Clubcommission führt damit die Zwischennutzung für das Gelände weiter. Kollektive, die dort veranstalten wollen, müssen allerdings schnell sein – die Deadline für die Ausschreibung ist am 9. August 2026.
Die Clubcommission Berlin schreibt mit der Berlin Initiative Clubkultur (BIC) vier Termine aus, an denen Kollektive und Initiativen das ehemalige Feuerwehrgebäude bespielen dürfen. Zwischen dem 28. August 2026 und dem 17. Oktober 2026 sollen dort Clubnächte, Konzerte oder experimentellere Formate stattfinden. Hauptsache: kollektiv organisiert, nicht-kommerziell und mit einem ernsthaften Awareness-Konzept im Gepäck.
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Schon 2025 lief das Modellprojekt zwischen August und Oktober, mehr als 200 Kollektive bewarben sich damals auf die raren Slots. Die Nachfrage war also da. Die Flächen sind es, wie so oft in Berlin, weiterhin nicht. Genau darauf zielt die zweite Runde: ein öffentliches Gebäude, temporär geöffnet, für eine Szene, die permanent auf der Suche nach Raum ist.
Eine Jury, besetzt mit Vertreter:innen der Berliner Szene, entscheidet nach Bewerbungsschluss am 9. August 2026 über die vier Konzepte. Wer den Zuschlag bekommt, muss sich nicht um alles selbst kümmern. Bis zu 2.000 Euro Booking-Budget gibt es pro Veranstaltung, dazu Sound- und Lichttechnik sowie Security vor Ort. Torhaus Berlin e.V. begleitet die ausgewählten Kollektive durch die Produktion. Gedeckelt ist das Ganze auf 400 Gäste und einen Eintrittspreis von 15 Euro, was das Format bewusst klein und zugänglich hält statt auf Kommerz zu trimmen.
Eingebettet ist der Open Call in "Support Your Local Club", mit dem die Clubcommission in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feiert – inklusive einer interaktiven Karte verschwundener Berliner Clubs, die daran erinnert, wie viel Kultur dieser Stadt schon wieder weg ist. Die Alte Feuerwache ist insofern auch ein kleines Statement gegen das Verschwinden: Ein Gebäude, das eigentlich nichts mit Clubkultur zu tun hat, wird für ein paar Wochen zum Ort dafür, bis die nächste Zwischennutzung endet und alle wieder von vorn suchen.
Foto: AlanFord - Public Domain,