"Vinylpflicht für DJs!": Dieser Hollywood-Schauspieler provoziert mit Aussage übers Auflegen und erntet Kritik
Der Hollywood-Schauspieler Andrew Garfield hat eine Clubkultur-Debatte ausgelöst. In einem Podcast erklärt er, dass man sich nur dann DJ nennen dürfe, wenn man mit Schallplatten auflegt. Aus der Szene kam umgehend Widerspruch, unter anderem von Marlon Hoffstadt, Ciel und DESIREE.
Garfield ist einem breiten Publikum als Peter Parker aus den "Amazing Spider-Man"-Filmen bekannt, für seine Rolle des Komponisten Jonathan Larson in "tick, tick… BOOM!" wurde er für den Oscar nominiert. Als DJ ist er bislang nicht in Erscheinung getreten. Dennoch will er im Podcast "Subway Takes" einen genauen DJ-Unterschied ausmachen.
Seine Vinyl-These stützt er auf ein Erlebnis in Berlin. Ein Tontechniker aus dem Team eines seiner Filmdrehs, der nebenbei selbst auflegt, habe spontan einen kleinen Rave für die Crew ausgerichtet. Aus einer Sammlung von 12.000 bis 15.000 Platten habe er sich ein ganzes Wochenende lang Stücke herausgesucht, passend zu den Leuten, die kommen würden. Garfield sprach von einem "kuratierten Erlebnis", für das jemand Zeit und Mühe aufbringe. Er verglich es mit Kochen. Streamingdienste, die Musik automatisch zusammenstellen, stellte er als Gegenmodell dar. Allerdings wolle er DJs, die digital auflegen, "nicht abwerten".
Ein Streit, so alt wie die Szene selbst
Unter dem Clip meldeten sich trotzdem mehrere Künstler:innen zu Wort. Die kanadische DJ und Produzentin Ciel schrieb, sie liebe Vinyl, könne mit Purismus aber wenig anfangen. Entscheidend seien die Auswahl und die Absicht dahinter, nicht das Medium. Die südafrikanische DJ DESIREE nannte die Aussage "elitär". Marlon Hoffstadt kommentierte trocken, er habe sich schon immer von einem Schauspieler erklären lassen wollen, was echtes DJing bedeutet.
Der Streit, den Garfield anstößt, ist jedenfalls so alt wie die Szene selbst. Pioneer brachte 1994 den ersten CDJ auf den Markt, mit dem CDJ-1000 setzte sich 2001 das digitale Auflegen im Club endgültig durch. Seit Timecode-Systemen wie Serato kommt außerdem auch auf vielen Vinyl-Sets ein Laptop zum Einsatz, die Platte dient dann nur noch als Steuersignal. Gleichzeitig ist die echte Schallplatte wieder gefragt. In Großbritannien erreichte der Vinylumsatz 2025 den höchsten Stand seit 18 Jahren. Auch in Deutschland boomt Vinyl weiterhin.
Foto: Raph_PH | CC BY 4.0
