Die OMEN-Ausstellung im MOMEM war als Blaupause gedacht. Jetzt macht Frankfurt daraus eine feste Clubreihe – mit Frank Lorber und dem Anspruch, Technogeschichte weiterzuschreiben.
Eigentlich war es nur als befristetes Begleitprogramm zu einer Sonderausstellung gedacht, jetzt wird das OMEN zur Dauereinrichtung. Das Frankfurter Museum of Modern Electronic Music (MOMEM) startet mit "OMEN CONTINUUM" eine neue Veranstaltungsreihe, die dem Erbe des legendären Clubs OMEN eine Zukunft geben soll.
Das MOMEM plane ausdrücklich "keine Retrospektive", heißt es in einem Post auf Instagram. Im Zentrum stehe viel eher die Frage: "Wie würde das OMEN heute klingen?" Für die Kuratierung hat man deshalb Frank Lorber verpflichtet. Der einstige OMEN-Resident soll gemeinsam mit wechselnden Gast-Kurator:innen gegenwärtige Artists der Clubkultur für die Reihe gewinnen. Der Auftakt am 22. August 2026 ist aber noch Chefsache. Bei der Clubnacht tritt Lorber neben Cassy im MOMEM auf.
MOMEM Ist OMEN
Das OMEN prägte von 1988 bis 1998 in der Junghofstraße die Frankfurter Technogeschichte entscheidend mit. Gegründet von Sven Väth, Michael Münzing und Matthias Martinsohn, avancierte der Club zum Epizentrum einer Szene, die sich damals gerade erst ihrer eigenen Bedeutung bewusst wurde. Seit Herbst 2025 erinnert das MOMEM in der B-Ebene der Hauptwache – nur wenige hundert Meter vom einstigen Club entfernt – mit der Sonderausstellung an diese Ära, komplett mit VR-Brillen, Original-Plattenspielern und den ramponierten Plattenkoffern von Sven Väth. Die Schau wurde mehrfach verlängert und lief bis in den Sommer hinein.
Die begleitenden Clubnächte mit ehemaligen Residents wie Frank Lorber, DJ Dag oder Toni Rios entwickelten sich dabei nach Angaben des Museums in den vergangenen sechs Monaten zu "mehr als nur Rahmenprogramm". Mit "OMEN CONTINUUM" reagiert das MOMEM nun und macht daraus einen eigenständigen Programmpunkt. Unter dem Motto ""Electronic Culture Continues" sollen künftig Clubnächte, Live-Performances, Listening Sessions und Artist Talks stattfinden, die historische Wurzeln mit gegenwärtiger elektronischer Musik verknüpfen.
Tickets und weitere Informationen gibt es über die MOMEM-Website.
Foto: Von Yülli - Eigenes Werk, CC0
