Mit dem Relikt entsteht eine neue Adresse für elektronische Musik in Wuppertal. Betreiber René Kaiser will mit moderaten Preisen und der Rückkehr der Reihe "Sound of Butan" ein Zeichen gegen Eventmüdigkeit setzen.
Wuppertal bekommt Zuwachs in seiner Clubszene. Am 11. Juli 2026 öffnet an der Gathe 50 in Elberfeld das Relikt – eine Adresse, die schon mehrere Club-Anläufe gesehen hat und nun unter der Regie von René Kaiser einen neuen Versuch startet. Sechs Jahre lang hat Kaiser, der auch die Veranstaltungsagentur Eventschmiede betreibt, an dem Projekt gebaut. Herausgekommen ist ein Raum mit skurrilem Interieur. So finden sich ein deckenmontiertes Raketenteil sowie Plasmaröhren zum Berühren im neuen Club.
Statt mit vollem Programm zu starten, spricht Kaiser von einem "Soft Opening". Er stemmt den Laden derzeit weitgehend allein und will sich Zeit nehmen, bevor ein durchdachtes Programm steht. Den kompletten Fahrplan soll es deshalb erst gegen Ende August geben, auch weil die Sommer-Festivalsaison ohnehin viele Termine binde, so Kaiser.
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Zum Auftakt setzt das Relikt auf Nostalgie. Unter dem Label "Wuppertal Underground" will man die Reihe "Sound of Butan" für einen Abend reaktivieren – jene Veranstaltung, deren Rückkehr wir bereits begleitet haben. Am 17. Juli folgt mit "Taltakt" Kaisers persönliches Herzensprojekt. Eine dritte Ausgabe dürfte am 1. August stattfinden.
Inhaltlich will sich Kaiser trotz der geplanten Formate noch nicht festlegen. Das Relikt soll aber ein "Knotenpunkt" für lokale Veranstalter:innen genauso wie für Gäste werden, die "einfach feiern" wollen. Musikalisch soll es zwar "Electrolastig" werden, aber "offen für kommerzielle Formate" bleiben, so Kaiser. Klarer positioniert er sich beim Preis: Für den Eintritt dürfte man um die zehn Euro berappen. Bier gebe es allerdings schon für vier Euro. Damit wolle man einen "Abend für 30 bis 50 Euro" ermöglichen, so Kaiser.
Mit dem Relikt öffnet jedenfalls ein weiteres ambitioniertes Clubprojekt in Wuppertal. Neben dem Open Ground, das vor Kurzem zu einem der besten Clubs der Welt gewählt wurde, setzt die 350.000-Einwohner:innen-Stadt auch mit dem Kulturzentrum Utopiastadt-Areal auf anspruchsvolle Subkultur.
Foto von Marc Rentschler auf Unsplash
