In Wien ist der Polizei ein historischer Schlag gegen eine Drogenbande gelungen. Bei einem koordinierten Zugriff stellten die Beamt:innen rund eine Tonne Cannabis sicher.
Dabei handelt es sich um die größte Menge, die jemals in Österreich beschlagnahmt wurde. Der geschätzte Wert des Suchtmittels liegt bei etwa 4,5 Millionen Euro.
Die Razzia fand bereits am 9. September 2025 statt, wurde aber erst jetzt im Rahmen eines Hintergrundgesprächs öffentlich gemacht. Im Mittelpunkt stand eine rund 3.200 Quadratmeter große Halle, die nach außen als Produktionsstätte für CBD-Produkte auftrat. Tatsächlich verbarg sich dahinter jedoch eine professionell ausgestattete Indoor-Plantage für psychoaktives Cannabis.
Gras, aber oho
Insgesamt nahmen die Einsatzkräfte 13 Personen fest, der Großteil von ihnen dürfte als sogenannte "Gärtner" für die Pflege und Ernte der Pflanzen zuständig gewesen sein.
Die Plantage sei technisch auf höchstem Niveau eingerichtet gewesen, sagt Martin Roudny, Leiter der Außenstelle Zentrum-Ost des Landeskriminalamts. Man werte das als Hinweis darauf, dass die Hintermänner offenbar erhebliche finanzielle Mittel investiert hatten, um den Anbau im großen Stil und über längere Zeit unentdeckt zu betreiben.
Cash, Gold, Hände hoch
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Neben der Drogenmenge selbst machten die Ermittler weitere Funde, die auf hohe Gewinne aus dem Geschäft schließen lassen. Bargeld, mehrere Goldbarren sowie eine Luxusuhr der Marke Rolex wurden ebenso sichergestellt wie eine Schusswaffe. Letztere unterstreicht, dass im Umfeld solcher Großplantagen offenbar auch bewaffnete Strukturen zur Absicherung des Geschäfts existieren.
Die Ermittlungen gegen die Bande reichen bereits bis ins Jahr 2024 zurück, so Landespolizei-Vizepräsident Dieter Csefan. Es habe sich um einen "langwierigen, akribischen Prozess" gehandelt, bis genügend Beweise für den Zugriff vorlagen. Csefan sprach in diesem Zusammenhang von einem "außergewöhnlichen Ermittlungserfolg" der Wiener Polizei.
Der Fall reiht sich in eine Serie ähnlicher Aufdeckungen ein, bei denen getarnte CBD-Betriebe als Fassade für illegalen Cannabisanbau genutzt wurden. Cannabis gilt laut aktuellen Auswertungen ohnehin als die in Österreich am häufigsten konsumierte illegale Substanz, wobei Wien bundesweit den höchsten Konsumwert aufweist.