Rund 900.000 Menschen versammelten sich am Wochenende am Zürichsee zur 33. Ausgabe der Street Parade. Veranstalter und Polizei zeigten sich zufrieden. Die Schweizer Wirtschaft darf sich über einen Umsatzrekord freuen.
Eine unabhängige Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften beziffert den durch die Parade ausgelösten Umsatz schweizweit auf über 100 Millionen Franken (knapp 107 Millionen Euro). Hotels, Restaurants, Taxibetriebe, Clubs und der Detailhandel rund um den See profitieren von einem regelrechten Ausnahmetag. Zimmer sind wochenlang im Voraus ausgebucht, oft zu deutlich erhöhten Preisen.
Nicht jede Branche zieht mit. Kleidergeschäfte, Juweliere und Dienstleistungsbetriebe entlang der Route bleiben wegen der Absperrungen und Menschenmassen oft ganz geschlossen. Street-Parade-Veranstalter Joel Meier verweist auf eine anhaltende Spannung: Anwohner:innen und Geschäfte entlang der Strecke würden von Rekordumsätzen bei Getränken profitieren, ohne sich an den Reinigungskosten zu beteiligen, die der Parade-Veranstalter trägt.
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Und diese Kosten haben es in sich: Rund 4,8 Millionen Franken (knapp 5,1 Mio. Euro) kostet die Durchführung der Parade. Allein die Sicherheitskosten belaufen sich auf etwa 350.000 Franken, hinzu kommen 400 zusätzliche Kräfte von Schutz und Rettung Zürich, sechs Erste-Hilfe-Stationen, 13 zusätzliche Ambulanzen, Notärzte, Feuerwehr, Zivilschutz und Boote auf dem See. Die Abfallentsorgung schlägt mit weiteren 250.000 Franken zu Buche, bei rund 90 Tonnen Müll, die an einem einzigen Tag anfallen.
Street Parade – ein Erfolgsmodell?
Die Street Parade finanziert sich nicht über Eintrittsgelder. Die DJs der Technoparty erhalten traditionell keine Gage. Das Modell funktioniert stattdessen über Sponsoren, offizielle Getränkestände, Lizenz- und Standgebühren sowie freiwillige Spenden von zehn, 20 oder 50 Franken der Besucher:innen selbst.
Am Ende der 33. Street Parade in Zürich stehen nüchterne Zahlen. 4,8 Millionen Franken Aufwand gegen über 100 Millionen Franken Umsatzeffekt. Die größte Technoparty der Welt ist damit, selbst nüchtern betrachtet, eine der effizientesten Konjunkturspritzen des Schweizer Sommers.
Foto: Skyscraper2010 - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0