7,50 Euro pro Gramm Cannabis: Wie eine "Schöne Neue Welt" dem Schwarzmarkt in Freiberg den Kampf ansagt

7,50 Euro pro Gramm Cannabis: Wie eine "Schöne Neue Welt" dem Schwarzmarkt in Freiberg den Kampf ansagt

News. 21. April 2026 | / 5,0

Geschrieben von:
Christoph Benkeser

Ein sächsischer Cannabis-Club eröffnet seine erste Zweigstelle in Freiberg. Gras gibt es dort bewusst günstiger als auf dem Schwarzmarkt, mit Aufklärung und Beratung als Markenzeichen.

Freiberg hat seinen ersten sogenannten Cannabis Social Club (CSC). Die "Schöne Neue Welt" eröffnet am heutigen inoffiziellen Kiffertag, dem 20. April 2026, in der Halsbrücker Straße 34. Ein Gramm Cannabis kostet dort 7,50 Euro. Damit liegt der Preis bewusst unter dem Schwarzmarktpreis von circa 10 Euro pro Gramm.

Zu Beginn soll der Schwerpunkt der "Schönen Neuen Welt" auf Beratung und Vorstellung des Clubs liegen. Vereinsgründer Christian Ehnert und sein Team wollen über Cannabis-Sorten sowie über die beiden zentralen Wirkstoffe THC und CBD informieren. Kurz gesagt: Während THC berauschend wirkt und den sogenannten High-Effekt auslöst, wirkt CBD eher entspannend.

Was rechtlich gilt

Um Cannabis kaufen zu dürfen, muss man Vereinsmitglied sein. Der Beitrag in Freiberg liegt bei 11,90 Euro pro Monat, eine Mindestmitgliedschaft von drei Monaten ist vorgeschrieben. Aktuell zählt die "Schöne Neue Welt" 83 Mitglieder. Das Rohmaterial stammt aus der vereinseigenen Plantage im Marienberger Ortsteil Reitzenhain. Gesetzlich erlaubt sind maximal 25 Gramm pro Tag und 50 Gramm pro Monat. Für junge Erwachsene zwischen 18 und 21 Jahren gelten niedrigere Obergrenzen.

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CSCs operieren in Deutschland in einem engmaschigen rechtlichen Rahmen. Seit dem 1. Juli 2024 ist der gemeinschaftliche, nicht-gewerbliche Anbau zum Eigenkonsum in Anbauvereinigungen mit maximal 500 Mitgliedern legal. Mitglieder müssen volljährig sein, in Deutschland wohnen und dürfen nur einem einzigen Club gleichzeitig angehören. Und: Cannabis darf ausschließlich an Mitglieder abgegeben werden. 

Was die Politik will

Bundesweit wächst die Zahl der zugelassenen Anbauvereinigungen, allerdings nur langsam. Denn: Politisch bleibt das Cannabisgesetz umstritten. Die CDU will die Teillegalisierung aufheben. Im aktuellen Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD ist jedenfalls eine ergebnisoffene Bewertung der Auswirkungen vereinbart. 

Ein Zwischenbericht zur Teillegalisierung in Deutschland deutet jedenfalls auf eine schrumpfende Bedeutung des Schwarzmarktes hin, was laut Forschenden zur finanziellen Schwächung krimineller Gruppierungen beitragen könnte. Befürworter:innen des Gesetzes kritisieren die bürokratischen Hürden bei der Gründung eines CSC. Ihr Argument: Eine Vereinfachung der gesetzlichen Vorschriften könnte die Verdrängung des Schwarzmarktes beschleunigen.

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