Das israelische Studio Vandeta Audio Software kündigt mit Horizon eine eigene Digital Audio Workstation an. Sie setzt auf Drag-and-drop, einen eingebauten Clip-Launcher und 56 hauseigene Plug-ins.
Der DAW-Markt ist eigentlich dicht. Ableton Live, FL Studio, Logic, Cubase und Studio One teilen sich die Profis. Wer nichts zahlen will, bekommt mit Waveform Free, Cakewalk Sonar, Ardour oder LUNA Free Programme, für die man vor Jahren noch Geld verlangt hätte. Trotzdem schickt Vandeta Audio Software jetzt Horizon ins Producer-Rennen.

Das Konzept dreht sich um das Ziehen und Ablegen. Samples landen direkt auf der Timeline oder in einem Sampler, der sie als "One Shot", über die Tastatur verteilt oder als Drum Machine mit 16 Pads spielt. "Events", die man unter die letzte Spur zieht, bekommen automatisch einen neuen Kanal. Plug-ins wandern per Maus in Insert-Slots oder auf andere Kanäle. Jede dieser Aktionen lässt sich mit einem einzigen Schritt rückgängig machen. Ein Clip-Launcher sitzt neben dem Arrangement und macht aus Arranger-Abschnitten Szenen.
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Dazu kommen einige Werkzeuge, die der Hersteller hervorhebt. Ein Rechtsklick auf ein Audio-Event erzeugt einen tempo-synchronen "Reverse-Reverb-Swell" über ein, zwei, vier oder acht Takte. Ein "MIDI-Randomizer" schreibt Melodien in einer gewählten Skala und lässt sich über einen Seed festhalten. "Audio-to-MIDI" wandelt Bass, Gesang oder Lead in Noten um, funktioniert aber nur bei einstimmigem Soundmaterial. Außerdem lässt sich ein neues Sample auf exakt die Positionen eines alten legen. Die 56 mitgelieferten Effekte und Instrumente teilen sich in zehn Instrumente, 44 Effekte und zwei MIDI-Tools. Darunter ist laut Hersteller ein Bass im Stil der 303.
Hinter dem Horizon
Der Vandeta-Slogan von "Tools, die man sonst nirgends findet" trägt dennoch nur bedingt. "Clip-Launcher" und "Audio-to-MIDI" kennt man aus anderen DAWs, auch "Reverse Reverb" ist als Plug-in längst verbreitet. Vandeta hat selbst ein entsprechendes Plug-in im Portfolio. Neu ist eher, wie alles zusammengeschnürt wird.
Die Konkurrenz versucht dagegen gerade, die Einstiegshürden zu senken. FL Studio testet eine Browser-Version. LUNA Free hat kürzlich eine Stem-Separation bekommen. Und deadmau5 verkauft seine DAW-DJ-Mischung AUTO/PILOT als Public Beta zum Minimalpreis. Horizon geht einen anderen Weg und will vor allem beim Workflow punkten.
Was das kosten soll, nennt der israelische Hersteller bislang nicht. Zu Betriebssystem und Release-Termin gibt es ebenfalls keine Angaben. Und auch eine Testversion sucht man vergeblich. Wer als Erste:r Bescheid wissen will, wird dafür auf den Discord-Server des Studios verwiesen.