Das Kaoss Pad von Korg ist ein Klassiker unter den Effektgeräten. Der japanische Hersteller hat das für DJs und Live Acts konzipierte Gerät seit 1999 im Programm, das durch sein Echtzeitbedienkonzept und der Effektkontrolle via YX-Tochpad überzeugt. Im Laufe der Zeit sind der Funktionsumfang des Geräts und auch die Gerätevielfalt immer weiter ausgebaut worden. Das jetzt veröffentlichte Kaoss Pad V setzt die klassische Kaoss Pad Serie weiter fort. Welche Updates Korg dem Besonderen Effektgerät spendiert hat und wie es sich in der Praxis schlägt, erfahrt ihr in diesem Test.
Quick Facts
- Effektgerät und Loop-Sampler
- 170 Werkspresets
- Dual-Touch-Steuerung
- USB-Soundkarte
- Für DJs und Live-Acts
Korg Kaoss Pad V Einordnung
Die Korg Kaoss Pad-Reihe startete vor 27 Jahren mit dem KP-1, einem Effektgerät mit Touchpad zur simultanen Steuerung zweier Parameter. Einige Jahre später folgten das KP2 mit einer erweiterten Effektausstattung und das KP3, bei dem Korg das ikonische Design mit rotem Rahmen und 8×8-LED-Grid einführte. Zwei Jahre später wurde das Kaoss Pad Mini ergänzt, gefolgt vom Kaoss Pad Quad mit vier Effektmodulen.
Mit dem Mini KP2 wurde die Integration von MP3-/WAV-Playback implementiert und das im Jahr 2013 vorgestellte KP3+ bot über 150 Effektprogramme sowie ein verbessertes Sampling. Zudem veröffentlichte Korg einen Kaoss-DJ-Controller und das Kaoss Replay, ein erweitertes Gerät mit anschlagdynamischen Pads und einem 5-Zoll-OLED-Display.
Das jetzt erschienene Kaoss Pad V greift das ursprüngliche Kaoss-Pad-Konzept auf und nutzt den Funktionsumfang des Vorgängers KP 3+ als Ausgangsbasis. Der Neuzugang ist somit ebenfalls ein Effektgerät für den Live-Einsatz mit Loop-Sampler.

Wie ist das Kaoss Pad V aufgebaut?
Mit den Maßen 210 mm x 226 mm x 49 mm ist das Kaoss Pad V exakt gleich groß wie das Vorgängermodell KP 3+. Modifiziert wurden lediglich die Farbe und einige kleinere Ausstattungsdetails. Der Grundaufbau des solide verarbeiteten Geräts umfasst ein YX-Touchpad, einen Fader für verschiedene Echtzeitsteuerungen, Input- und Depth-Regler sowie einen weiteren, gerasterten Drehregler zur Auswahl des Effektprogramms.
Im oberen Bereich befinden sich acht gummierte Tasten zum Speichern von Effekten, zur Kontrolle der Einstellungen, zur Effektprogrammierung usw. sowie ein Quellenwahlschalter. Ein kleines Display blendet den ausgewählten Effekt und andere Parameter ein.
Auf der rechten Seite des Kaoss Pad V befinden sich Bedienelemente zur Bestimmung des Tempos, zur Aufnahme und Aktivierung von Fingerfahrten (Pad-Motion) sowie zur Stummschaltung und Überarbeitung von Samples. Eine mit A-D beschriftete Tastenreihe dient zur Kontrolle der Samples.
Welche Anschlüsse hat das Kaoss Pad V?
Das Korg Kaoss Pad V ist auf seiner Rückseite mit einem Cinch-Line-Ein- und Ausgang ausgestattet und bietet zudem MIDI-In- und -Out zur Synchronisation. On Top gibt es eine USB-B-Buchse zum Anschluss an einen Computer, hierdurch lassen sich die Soundkartenfunktion und MIDI-Steuerungen nutzen.
Auf der Vorderseite befinden sich ein umschaltbarer Eingang für Mikrofone oder Gitarren, ein regelbarer Kopfhörerausgang und ein SD-Kartenslot.


Welche Effekte bietet das Kaoss Pad V?
Das Korg Kaoss Pad V ist mit 170 Werkspresets ausgestattet. Diese bieten eine bunte Mischung aus Filtern, Flangern, Phasern, Verzerrern und Delays. Hinzu kommen Reverbs, Looper etc., ergänzt um spezielle Vocal-Effekte sowie Drum- und Synthesizer-Sounds. Die Effekte sind als Multieffekte mit bis zu fünf Slots ausgelegt, die meisten Werkspresets nutzen allerdings nur zwei bis drei Slots.
Was bietet die Sampler-Funktion des Kaoss Pad V?
Mit dem Kaoss Pad V können Loop- oder One-Shot Samples aufgenommen oder als WAV/AIFF-Dateien von einer bis zu 32 GB großen SD-Karte geladen werden. Alternativ lassen sich die Files auch mithilfe eines webbrowserbasierten Editors von einem Computer aus übertragen. Die Aufnahmen können bis zu acht Takte (je nach Tempo) oder 26 Sekunden lang sein. Als Aufnahmehilfe lässt sich ein Schwellenwert festlegen. Mithilfe von Resampling und Overdubbing können Aufnahmen anschließend weiter verfeinert werden.

Wie schlägt sich das Kaoss Pad V im Einsatz als Effektgerät?
Das Kaoss Pad V kann auf verschiedene Weise in ein DJ- oder Live-Setup integriert werden. So lässt es sich beispielsweise für eine flexible Zuspielung in die Send-Return-Schleife eines Mischpults einschleifen. Alternativ kann es auch direkt mit einem Player, einem Mikrofon oder einer Gitarre kombiniert werden.
Die ersten Schritte sind sehr einfach: Man wählt einen beliebigen Effekt aus, positioniert einen oder zwei Finger auf dem Touchpad und führt durch Bewegungen Parametermodifikationen aus. So kann man beispielsweise bei einem Filter mit dem ersten Finger die Cutoff- und Resonanz-Parameter und mit dem zweiten eine LFO-Modulation steuern. Die Effekte leben von dieser Art der Steuerung, bei der die eingehenden Signale dynamisch bearbeitet werden, anstatt chirurgisch exakte Eingriffe vorzunehmen, wie es oft im Studioalltag gewünscht wird. Die Auswahl und Klangqualität der Effekte hat uns gut gefallen.
Etwas weniger begeistert waren wir vom Zusammenstellen eigener Effektpresets, da dieser Vorgang leider wenig intuitiv ist und eine SD-Karte zwingend voraussetzt. Die Auswahl der Möglichkeiten ist zwar üppig, die Programmierung aber zeitintensiv und verschachtelt. Eine Editorsoftware zur Arbeitserleichterung wäre hier sehr wünschenswert.
Wie gut lässt sich der Sampler des Kaoss Pad V nutzen?
Wie oben erwähnt, können die vier Samplebänke des Kaoss Pad V auf verschiedene Weise mit Samples gefüllt werden. In den meisten Fällen wird dies sicherlich durch einen Recording-Vorgang während eines Live-Sets erfolgen.
Nach etwas Übung gelingen spontane Aufnahmen von Loops passgenau. Im Edit-Modus lassen sie sich in ihrer Lautstärke anpassen oder auch kreativ via Slice "durcheinanderwürfeln". Im DJ-Szenario lassen sich Samples mit dem Gerät aufzeichnen, um Übergänge zu gestalten, aber auch komplette Beatbox-Performances mit Looping und Layering sind damit möglich.
Welche Neuerungen bietet das Kaoss Pad V?
Die Neuerungen des Korg Kaoss Pad V im Vergleich zu seinem direkten Vorgänger KP3+
- Dual-Touch
- USB-Soundkartenfunktion
- Hi-Z-Eingang (Gitarren)
- Erweitertes Sampling (8 Bars, Overdub, Slice)
- 270 Presetspeicherplätze (170 Werkspresets & 100 Userpresets auf SD-Karte)
- Voice-FX-Engine (Pitch, Harmonizer, Vocoder etc.)
- Paralleles Audio-Routing (Mic/Line/USB gleichzeitig)


Alternativen
Fazit
Das Korg Kaoss Pad V führt die Tradition der ursprünglichen Kaoss-Pad-Serie fort und bietet mit Funktionen wie Dual-Touch für eine dynamische Effektsteuerung sowie einer USB-Soundkartenfunktion und einem ergänzten Hi-Z-Eingang für Gitarren einige sinnvolle Updates. Performer, die das Kaoss-Gerät für Live-Looping und Layering nutzen möchten, haben mit dem Kaoss Pad V jetzt zusätzliche Features und können Samples nach Belieben in Echtzeit zerlegen und neu arrangieren.
Das für den DJ- und Live-Einsatz ausgelegte Gerät punktet zudem durch eine große Auswahl praxisgerechter Effekte, die sich auch um selbst erstellte Presets erweitern lassen. Um den Arbeitsprozess zu erleichtern, hätten wir uns hierfür allerdings einen separaten Editor oder ein besseres (zeitgemäßeres) Display gewünscht.
Alles in allem ist das Kaoss Pad V ein Tool, mit dem man Livedarbietungen einen individuellen Stempel aufdrücken kann. Das ist in der heutigen Zeit, in der vieles beliebig wirkt, ein durchaus gewichtiger Faktor.
Pro
Solide Hardware
Dual-Touch für Effekte
Kreatives Sampling
USB-Soundkartenfunktion
Praxisgerechte Effektauswahl
Kontra
Kein Editor für eigene Effektpresets
Kein hochauflösendes Display
Preis:
Preis: 579 Euro
Weitere Informationen gibt es auf der Website von Korg
