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Was bringt Drug Checking? MDR-Reportage untersucht neue Ansätze der Drogenpolitik
Foto von Girl with red hat auf Unsplash

Was bringt Drug Checking? MDR-Reportage untersucht neue Ansätze der Drogenpolitik

News. 25. Juni 2026 | / 5,0

Geschrieben von:
Christoph Gleich

Ist Deutschlands Drogenpolitik gescheitert? In einer neuen Doku schaut sich der MDR an, was Drug Checking leisten kann. 

Der MDR widmet sich in einer neuen Reportage dem Thema Drug-Checking. Unter dem Titel "Konsum-Boom trotz Verbot: Ist die Drogenpolitik gescheitert?" beleuchtet die Produktion verschiedene Ansätze zur Schadensminimierung. Darunter Drug Checking als zentrales Instrument einer zeitgemäßen Sucht- und Drogenpolitik.

Wie der Alltag eines solchen Angebots konkret aussieht, zeigt die MDR-Reportage anhand des Jenaer Start-ups miraculix, das mit zwei Wohnmobilen das Nachtleben in Thüringen befährt. "Auf jeder Party sind MDMA-Pillen unterwegs und eigentlich weiß niemand, wie viel da drin ist", sagt Felix Blei von miraculix. Partygäste erfahren bei ihm direkt vor Ort, wie hoch ihre Substanz dosiert ist und ob gefährliche Streckstoffe enthalten sind. Die Finanzierung für das Projekt kommt dabei vom Land Thüringen. 

MDR AFF

Legal im Norden

Wie stationäre Drug-Checking-Projekte in der Praxis aussehen, zeigt das Beispiel der Universitätsmedizin Rostock. Am dortigen Institut für Rechtsmedizin gibt es seit 2024 ein Drug-Checking-Projekt, das unter anderem auf der Fusion und dem Pangea Festival im Einsatz war.

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Mecklenburg-Vorpommern war auch das erste Bundesland, das Drug Checking auf Grundlage einer eigenen Rechtsverordnung legalisiert hat. Gesundheitsministerin Stefanie Drese begründete diesen Schritt damit, dass die bisherigen Wege in der Drogen- und Suchtpolitik schlicht nicht weiterführbar seien. Das Verbieten und Verteufeln habe versagt. Und: Das Rostocker Projekt kostet lediglich rund 12.000 Euro. Ein überschaubarer Betrag im Vergleich zu den gesundheitlichen und gesellschaftlichen Kosten von Drogennotfällen

Keine bundesweite Lösung

Dass es dabei nicht nur um die unmittelbare Gefährdungsabwehr geht, betonen Praktikerinnen wie Augustine Reppe vom Berliner Träger Vista. Konsumierende kommen durch Drug Checking früher mit Angeboten der Suchthilfe in Kontakt, als das ohne ein solches Angebot der Fall wäre. Der präventive Mehrwert geht also über das reine Substanz-Testing hinaus. 

Die politische Landschaft bleibt dennoch gespalten. Bayern und Sachsen lehnen Drug Checking grundsätzlich ab mit dem Argument, es würde Konsumierende in falscher Sicherheit wiegen. Eine Position, die Fachleute aus der Praxis nicht gelten lassen. Die Leute hätten schon immer konsumiert und würden es weiterhin tun. Entscheidend sei, dass sie informiert entscheiden dürfen. Nordrhein-Westfalen wiederum plant Drug Checking, will es aber auf Drogenkonsumräume beschränken. Schleswig-Holstein hatte Ende 2024 ebenfalls einen Anlauf unternommen und mobiles Drug Checking vor Clubs und auf Festivals angekündigt. 

Deutschland unter den letzten

Drug Checking bezeichnet die anonyme Analyse illegaler Substanzen auf Wirkstoffgehalt und Verunreinigungen. Ein Verfahren, das in Ländern wie der Schweiz und Österreich seit Jahren zum Standard gehört. In Zürich läuft das Angebot unter dem Dach von Saferparty seit Langem staatlich finanziert. Wiens checkit! ist mit mobilen Teststationen auch auf Veranstaltungen präsent. 

Deutschland hinkt hinterher, auch wenn sich das seit 2023 zumindest auf dem Papier geändert hat. Mit der Änderung des Betäubungsmittelgesetzes wurde Drug Checking in Form von Modellprojekten bundesweit erlaubt. Die MDR-Reportage zeigt nun, wie diese Angebote in der Praxis aussehen können. "Konsum-Boom trotz Verbot: Drogenpolitik gescheitert?" ist seit dem 24. Juni 2026 in der ARD Mediathek abrufbar.

Foto von Girl with red hat auf Unsplash

Veröffentlicht in News und getaggt mit Clubs , Deutschland , Drogenpolitik , Festivals , Konsum , News , Verbot

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