DX7-Sound für wenig Geld: Ist der M-Vave FM-1 eine Sythesizer-Sensation für Klangtüftler und Einsteiger?
Ein chinesischer No-Name-Hersteller packt den DX7-Sound der 80er in ein Taschenformat. Mit einem günstigen Einstiegspreis will man einen Nerv treffen, den die großen Marken seit Jahren ignorieren.
Ein Synthesizer, der 1983 rund 2000 Dollar kostete und heute auf dem Gebrauchtmarkt für vierstellige Summen gehandelt wird, weil jeder zweite House-Track der letzten vier Jahrzehnte diesen leicht metallischen FM-Sound trägt – es gibt ihn jetzt als Hosentaschenversion für rund 70 Euro. Produziert hat ihn der chinesische Hersteller M-Vave, den vorher kaum jemand gekannt haben dürfte.
Der FM-1 ist im Kern ein geschrumpfter Yamaha DX7. Synth-Nerds wissen: Dem DX7 hat man Sounds wie den berühmten E-Piano-Klang von "Take On Me" oder die metallischen Glocken unzähliger 80er-Balladen zu verdanken. Gleichzeitig gilt der Yamaha-Synth aber auch in Techno und House als Werkzeug für kalte Klangflächen.
M-Vave schrumpft das alles in ein 251-Gramm-Gehäuse, das aussieht wie ein Taschenrechner mit Ambitionen. Allerdings soll das Gerät waschechte FM-Synthese wie im Original liefern. Wer keine Ahnung von Synthesizern hat: FM-Synthese bedeutet vereinfacht, dass Wellenformen sich gegenseitig verbiegen und dadurch Klänge entstehen, die mit klassischer Synthese kaum machbar sind.

DX7 Sound - Klein und fein?
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Für Einsteiger:innen interessant sind auch die 128 Werks-Presets, ein Touchscreen mit Echtzeit-Visualisierung der Algorithmus-Struktur. Dazu gesellen sich Arpeggiator und ein 16-Step-Sequencer. Wer tiefer gehen will, importiert klassische DX7-Sysex-Bänke, von denen es im Netz gefühlt unendlich viele gibt – inklusive einer Website, die auf Knopfdruck neue Patches generiert.
Bleibt ein Haken, den erste Testberichte auf YouTube erkannt haben wollen: Der FM-1 klingt gut, aber nicht wie das Original. Etwas weniger glasig und fein soll er sein. Außerdem seien die eingebauten Effekte – Filter, Reverb, Delay, Chorus, Phaser, Distortion eher schickes Spielzeug als Studioqualität. Angesichts des günstigen Einheitspreises von 70 Euro, die der M-Vave FM-1 kosten soll, dürfte man aber Nachsicht walten lassen.
M-Vave, offiziell "Cuvave", baut seit 2018 vor allem Gitarrenpedale und günstige Wireless-Audio-Lösungen. Inzwischen hat die chinesische Firma aber auch MIDI-Controller und Mini-Mixer im Produktportfolio. Bekannt wurde M-Vave 2025 mit dem SMK-37 Pro, einer MIDI-Tastatur, die bereits einen eingebauten DX7-Klon mitbrachte. M-Vave verfolgt damit eine ähnliche Strategie wie Donner oder Behringer, die mit günstigen Preisen etablierte Klassiker demokratisieren wollen.
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