Der tschechische Synthesizer-Hersteller Bastl Instruments hat mit seiner Kalimba einen bemerkenswerten Crowdfunding-Erfolg gelandet. Die Kickstarter-Kampagne brachte über eine Million Euro ein. Ursprünglich sollten 45.000 Euro für die Produktion des Geräts zusammenkommen.
Die Kalimba war auf der Superbooth 2026 zunächst eines der unscheinbareren Exponate. Das kompakte Desktop-Instrument orientiert sich am gleichnamigen afrikanischen Zupfinstrument (auch Daumenklavier genannt) und überträgt dessen Spielprinzip in die Welt der digitalen Klangsynthese. Drei Jahre Entwicklung stecken laut Bastl in dem Gerät.
Synthetisch klimpern
Das Herzstück der Kalimba sind zwölf Metallzungen, die sich wie beim akustischen Vorbild mit den Daumen zupfen lassen. Interne Mikrofone, Touch-Sensoren und ein Beschleunigungssensor erfassen dabei die Anschlagstärke. Auch das Klopfen oder Streichen über das Gehäuse soll der Kalimba Klänge entlocken. Die Mikrofone sollen dabei feedbacksicher sein, was die Kalimba laut Hersteller auch für den Live-Einsatz auf lauten Bühnen tauglich macht.
Über sechs Regler lassen sich Parameter wie Timbre, Excite, Blend, Detune, Body und Decay direkt am Gerät justieren. Zwölf Skalen-Presets ermöglichen das schnelle Einstimmen auf unterschiedliche musikalische Kontexte. Außerdem speichern 16 Presets vollständige Sound- und Arpeggiator-Einstellungen. Auch deshalb nannte der deutsche Komponist HAINBACH die Kalimba "the coolest Synth of 2026".
In der Hosentasche ins Studio

Zur Basisausstattung der Kalimba gehören ein Arpeggiator mit fünf Modi sowie ein integrierter Looper. Dieser habe laut Bastl ein sogenanntes destruktives Looping-Konzept, das das Überschreiben von Loops unter Einbezug der internen Effekte wie Downsampler, Bitcrusher oder Tape-Emulation ermöglicht. Auf der Vorder- und Rückseite befinden sich zusätzliche, frei belegbare Touch-Punkte für Pad-Triggering, Glide oder Pitchbend.
Mit eingebautem Akku (via USB-C), integriertem Lautsprecher und einem Gewicht von gerade einmal 310 Gramm ist die Kalimba auf Mobilität ausgelegt. Im Studio dürfte die Kalimba dank Stereoausgang, MIDI-Ein- und Ausgang via TRS sowie USB-C MIDI aber ebenfalls funktionieren.
Preis und Verfügbarkeit
Die Kickstarter-Kampagne bot Unterstützer:innen Preise zwischen 389 und 500 Euro. Die ersten 1500 Geräte will Bastl nun ab Dezember 2026 versenden. Im regulären Handel wird die Kalimba allerdings frühestens 2027 landen. Wer am Kauf interessiert ist, kann sich auf der Bastl-Website eintragen. Der Verkaufspreis soll voraussichtlich bei rund 550 Euro liegen.
Für Bastl Instruments ist die Kalimba ein ungewöhnlicher Schritt. Das Brünner Label ist bislang vor allem durch modulare und semi-modulare Nischengeräte bekannt. Zuletzt erschien etwa der Kastle 2 Alchemist oder das Tape-Delay THYME+. Dass ein einzelnes Crowdfunding-Projekt ein Vielfaches des Finanzierungsziels eingebracht hat, dürfte deshalb auch intern für Überraschung gesorgt haben.