Erst weggentrifiziert, dann verfilmt: "Die Zukunft ist Vergangenheit" erzählt vom Ende der Zürcher Zuki. Kinostart ist der 25. Oktober 2026, mit X-Men hat das nichts zu tun.
Wenn Clubs sterben, gibt es normalerweise einen Spendenaufruf oder ein Abschiedsposting mit Herz-Emoji. Der Zürcher Club Zukunft hat sich für etwas Aufwendigeres entschieden. "Die Zukunft ist Vergangenheit" heißt die Doku über jene Location, die 2025 schließen musste. Mit Wolverine hat das trotz des ähnlich klingenden X-Men-Titels nichts zu tun. Stattdessen gibt es Kabelsalat und Gründer, die nicht ahnten, worauf sie sich einlassen.
Regie führten Stephan Schulz und Julian Kirchner, die den Film auch produziert haben. Beide kennen die "Zuki" von innen. Schulz stand von 2013 bis 2016 als Selekteur an der Tür. Kirchner zog 2011 an die Langstrasse, Zürichs Ausgehmeile mit Rotlichtvergangenheit, und landete nach eigener Aussage schnell im Club. Gedreht wurde auf Englisch, Schweizerdeutsch und Deutsch. Fördergeld gab es keins. Weil es ihre erste Langzeitdoku war, rechneten sich die beiden laut Schulz keine Chancen aus. Mittels Crowdfunding finanzierte man den Film mit knapp 40.000 Franken (rund 42.700 Euro).
Waghalsiges Sprungbrett
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Zu Wort kommen die Gründer Sacha Winkler alias Kalabrese, Markus Ott und Alex Dallas. Außerdem sprechen langjährige Zukunft-DJs wie Adriatique, Acid Pauli, Frank Wiedemann, Seth Troxler, Jimi Jules und Kollektiv Turmstrasse. "Wir waren acht Freunde, was hätte schon schiefgehen sollen?", sagt Ott im Film zum Gründungsmythos. Was 2005 als "waghalsiges Unterfangen" begann, wurde zu einem Sprungbrett für DJs, die auch dann wiederkamen, als sie längst größere Läden füllten.
Das Ende 2025 kam wie so oft per Neubauprojekt. "Wir waren erst Teil der Gentrifizierung, dann wurden wir weggentrifiziert", sagt Kalabrese im Film. Den letzten Song der Clubgeschichte lieferte der Mitgründer mit dem "Kafi Lied" selbst.
Übrigens: "Die Zukunft ist Vergangenheit" läuft am 23. Oktober 2026 bei einer Community-Premiere samt Klubnacht in der Roten Fabrik, Zürichs alternativem Kulturzentrum. Sie ist ausverkauft, wie alle drei Vorstellungen beim Festival. Auf der Filmseite stehen bislang nur Termine für Zürich. Ab dem 16. November 2026 soll es den Film als Video-on-Demand auf zukifilm.ch geben.
