In den 80er-Jahren haben vor allem zwei legendäre Drum-Machine-Konzepte die Musikproduktion maßgeblich mitbestimmt. Nachdem Behringer mit der LM Drum bereits das Erbe der berühmten LinnDrum angetreten hat, folgt nun die Wiederbelebung des zweiten großen Rhythmus-Klassikers der Vergangenheit, des Oberheim DMX.
Mit dem BMX bringt Behringer 2026 daher eine weitere Hybrid-Drum-Machine auf den Markt, die nicht nur mit ihrem Namen auf den legendären Klassiker anspielt. Denn der raue Klangcharakter der frühen Hip-Hop- und Electronic-Produktionen der "Golden-Era” steht hier voll im Mittelpunkt. Technisch setzt der Behringer BMX dafür auf einen hybriden Signalweg, bei dem Samples in variabler Bittiefe über einen 12-Bit-Digital-Analog-Wandler ausgespielt werden, was den herrlich dreckigen Sound der 80er in die Gegenwart bringen soll. Denn erst durch die typische 8-Bit/12-Bit-Verarbeitung entstehen diese ganz spezifischen, krispigen Alias-Artefakte. Doch kann dieser unperfekte Hardware-Dreck auch im modernen Studioalltag überzeugen und den Geist der alten Klassiker wirklich einfangen?
Quick Facts
- Hybrid-Drum-Machine im Stil des Oberheim DMX
- Historischer Signalweg mit 8-Bit-Samples über einen 12-Bit-DAC für charakteristischen Crunch
- Bewährtes Original-Layout mit drei Pad-Reihen, modernisiert durch Anschlagsdynamik und anpassbaren Velocity-Threshold
- Moderne Klangerweiterung durch zuschaltbaren analogen Filter und Wave Designer zur dynamischen Transientenbearbeitung
- Erweiterte Konnektivität durch 8 separate Instrumenten-Einzelausgänge und einen Line-Eingang für eigenes Sampling

Behringer BMX – Legendärer dreckiger Sound als Geheimwaffe für das moderne Studio
Behringer ist mit dem BMX ein echtes Charaktergerät gelungen, das klanglich voll und ganz abliefert. Statt hypothetischer Vergleiche mit unbezahlbaren Originalen zählt in der Praxis aber vor allem, dass der Sound im modernen Studioalltag funktioniert. Wer den unperfekten, druckvollen Lo-Fi-Sound der goldenen Ära sucht, wird hier definitiv fündig, denn die Drum-Machine bringt genau den Dreck und den Punch mit, den das Gerät verspricht. In Sachen Soundbearbeitung und Soundqualität bewegt sich das System auf demselben Niveau der hauseigenen LM Drum, schlägt beim Workflow aber den charmanten Weg des klassischen Oberheim-Vorbilds inklusive moderner Neuerungen ein.
Auf der Hardware-Seite des BMX müssen im Studio allerdings auch ein paar Abstriche in Kauf genommen werden. Einige Bedienelemente und Tasten fühlen sich haptisch nicht besonders wertig an, verrichteten im Test ihren Dienst aber ohne Ausfälle. Die Pads reagieren unter bestimmten Bedingungen teilweise etwas schwammig und das visuelle Feedback der Pad-LEDs ist in der Praxis nicht immer ganz eindeutig gelöst. Diese kleinen haptischen Eigenheiten schmälern den kreativen Spaß beim Beatsbauen zwar eher weniger, sollten vor dem Kauf aber durchaus bedacht werden.
Aber für wen ist der BMX jetzt wirklich interessant? Da der Behringer BMX auf der gleichen Architektur wie die LM Drum basiert, ist es hier eine Frage der bevorzugten Arbeitsweise, ob die LM Drum oder der BMX die bessere Wahl ist. Da Behringer hier beim BMX nur wenig auf Modernisierung gesetzt hat, liegt sein Verkaufsargument hauptsächlich auf seinem Vintage-Klang. Wer wirklich großen Wert auf diesen Sound legt, ist beim BMX an der richtigen Adresse, wer aber mehr auf der Suche nach einer samplebasierten Drum-Machine ist, sollte sich lieber noch einmal nach möglichen Alternativen umsehen.
Verarbeitung, Layout und Haptik
Beim ersten Blick auf die Bedienoberfläche des BMX fällt sofort die sehr klare Struktur auf. Das Gehäuse ist vertikal in zwei übersichtliche Haupt-Sektionen unterteilt und bringt mit Abmessungen von 479 x 264 x 73 mm sowie einem Gewicht von 3,12 kg eine absolut solide Masse auf den Studiotisch. Auf der linken Seite konzentriert sich alles auf das unmittelbare Performen und Mischen, denn hier sind die acht dedizierten Drum-Kanäle und der Sequencer untergebracht.
Jeder Kanal ist dabei mit einem eigenen Lautstärke-Fader sowie Reglern für das Panning und das Parameter-Editing bestückt. Diese Bedienelemente fallen dabei weder besonders positiv noch negativ auf, sie fühlen sich solide an und machen schlichtweg unaufgeregt ihren Job. Direkt darunter erstrecken sich die drei markanten Pad-Reihen, die in der Standard-Einstellung ohne aktivierte Anschlagsdynamik jedoch einen etwas schwammigen Druckpunkt aufweisen.
Die rechte Hälfte der Hardware ist hingegen für die tiefergehenden Systemeingriffe reserviert. Hier befinden sich das Display samt dem dazugehörigen Menü-Encoder, die Sektion für die Filter-Einstellungen sowie die klassischen Transport-Taster für Play, Pause und Stop. Schaut man sich die mechanische Qualität der restlichen Bedienelemente im Detail an, zeigt sich ein gemischtes, aber durchaus praxistaugliches Bild. Einige der kleineren Menü-Tasten wirken haptisch ein wenig wackelig und vermitteln beim Anfassen kein übermäßig wertiges Gefühl. Im praktischen Testbetrieb gab es dadurch jedoch keinerlei Einschränkungen, da alle Befehle stets zuverlässig angenommen und fehlerfrei umgesetzt wurden.
Auf der Rückseite setzt sich das studio-orientierte Layout mit einer beachtlichen Vielfalt an Schnittstellen fort. Neben dem Stereo-Hauptausgang und einem Line-Eingang für eigenes Sampling (jeweils als 6,3-mm-Klinke) steht für das ungestörte Arbeiten im Studio ein separater Stereo-Kopfhörerausgang im 6,3-mm-Klinkenformat bereit. Für die Einbindung in analoge Setups verbaut Behringer drei zuweisbare Trigger-Ausgänge sowie einen analogen Sync-Ein- und Ausgang, die alle im 3,5-mm-Klinkenformat vorliegen. Die klassische digitale Studio-Kommunikation wird über ein vollständiges MIDI-Trio (MIDI In/Out/Thru als 5-Pol-DIN) abgedeckt und durch einen USB-B-Port für die Verbindung zum Rechner ergänzt.
Abgerundet wird die Rückseite durch die acht separaten Instrumenten-Einzelausgänge im 6,3-mm-Klinkenformat. Sobald eine der separaten Buchsen jedoch belegt wird, greifen die physischen Lautstärke-Fader auf der Bedienoberfläche für diesen Kanal nicht mehr, da das Signal vorher abgegriffen wird. Die Pegelsteuerung wird in diesem Szenario also komplett an das externe Mischpult oder die DAW übergeben.

Workflow und Sequencer
Auch wenn das Geräte-Layout einer klaren Linie folgt, ist die Bedienung des BMX nicht immer ganz so intuitiv, wie es der Aufbau vermuten lässt. Nach etwas Einarbeitungszeit ist der Workflow aber durchaus schnell und zielorientiert. Über die dedizierten Taster gelangt man zügig in die gewünschten Untermenüs, während das verbaute Display stets eine gute Übersicht bietet. Die Darstellung erinnert dabei optisch stark an das visuelle Layout von Elektron-Geräten wie dem Digitakt. Im Studio sollte man lediglich auf die Aufstellung achten, da die Blickwinkelstabilität des Bildschirms nicht die allerbeste ist und das Gerät daher nicht zu schräg stehen sollte.
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Die Instrumenten-Spuren werden über die drei markanten Pad-Reihen getriggert oder sequenziert, die stark an das historische Vorbild angelehnt sind. Eine Besonderheit liegt hier in der Art und Weise, wie die einzelnen Instrumenten-Kanäle aufgebaut sind, da sie in drei unterschiedliche Funktionskategorien unterteilt werden. Die Spuren für Bass und Snare arbeiten klassisch und steuern über die drei Pad-Reihen drei feste Velocity-Stufen an. Kanäle wie die Hi-Hat, das Cymbal sowie die beiden Percussion-Spuren können hingegen zwei verschiedene Samples beherbergen. Hier spielen die ersten beiden Pad-Reihen das erste Sample in zwei Lautstärkestufen ab, während die dritte Pad-Reihe das zweite Sample triggert. Die beiden Tom-Spuren nutzen die drei Reihen hingegen nicht für die Dynamik, sondern für drei unterschiedliche Pitch-Stufen eines einzelnen Samples. Das offene Konzept erlaubt es jedoch, diese Spuren völlig frei mit eigenen Samples zu belegen, was im Studio schnell zu sehr experimentellen und spannenden Ergebnissen führen kann.
Sequenzen können auf dem BMX sowohl per Step programmiert als auch live eingespielt werden. Die Steuerung des Sequencers erfolgt dabei ebenfalls über die drei Pad-Reihen, wobei die oberen beiden Reihen die einzelnen Steps repräsentieren, während die untere Reihe zum Umschalten der Sequencer-Seiten für längere Patterns (bis zu 64 Steps) genutzt wird.
Für dauerhafte Änderungen am Pattern muss die Record-Taste aktiv sein. Bleibt sie ausgeschaltet, werden Steps nach einem Durchlauf wieder verworfen, was ideal für spontane Live-Variationen ist. Bei aktiver Aufnahme startet außerdem automatisch das Metronom, das wahlweise zwischen Modern- und Vintage-Sound umgeschaltet werden kann. Letzterer geht bei dichten Arrangements allerdings schnell unter, wobei auch das Hochdrehen der Metronom-Lautstärke über den eigenen Regler nur wenig hilft.
Um die unterschiedlichen Velocity-Stufen, Samples oder Tonhöhen auf einer Spur anzusteuern, wird der jeweilige Step einfach mehrfach gedrückt. Das System signalisiert die jeweils aktive Auswahl anschließend durch ein variables Blinken des Pads: Ein dauerhaftes Leuchten steht für die maximale, ein langsames Blinken für die mittlere und ein schnelles Blinken für die niedrigste Velocity-Stufe.
Was theoretisch nach einer verständlichen Lösung klingt, sorgt in der Praxis leider für Probleme bei der Übersicht, sobald die Sequenz läuft. Da der aktuell aktive Step ebenfalls durch ein kurzes Aufleuchten dargestellt wird, vermischt sich das Lauflicht mit dem rhythmischen Blinken der Velocity-Stufen. Hier wären mehrfarbige RGB-Pads definitiv die bessere und übersichtlichere Wahl für den Workflow gewesen. Ein ähnliches visuelles Defizit zeigt sich im Livespiel der Instrumente, da die LED-Rückmeldung im Pad-Modus immer nur ein einziges Pad gleichzeitig aufleuchten lässt. Werden mehrere Pads exakt im selben Moment angeschlagen, sieht man die optische Bestätigung dennoch nur für eines der beiden Elemente.

Trotz dieser Eigenheiten bietet der BMX unter dem Strich einen in sich schlüssigen und funktionierenden Workflow. Man darf hier schlicht kein modernes, hochglanzpoliertes Interface erwarten, das Gerät verlangt eben nach einer gewissen Einarbeitungszeit und bringt damit den rauen Charme seiner historischen Vorbilder mit. Wer sich jedoch auf die Logik der Maschine einlässt und die Eigenheiten verinnerlicht hat, kann hier durchaus seinen Spaß haben.
Speicherstruktur, Zufall und MIDI-Erweiterung
Für komplexere Arrangements und längere Song-Strukturen bringt der BMX eine überraschend großzügige Speicherarchitektur mit. Er bietet insgesamt Platz für bis zu 16 Songs und insgesamt 256 Patterns, auch wenn sich Behringer auf der eigenen Produktseite da etwas uneins ist und im Fließtext fälschlicherweise noch von einer kleineren, älteren Prototyp-Spezifikation schreibt. Für die nötige Übersicht sind die Patterns in 16 Bänke mit je 16 Patterns aufgeteilt.
Ein ideales Live-Performance-Werkzeug für komplexere Arrangements ist der integrierte Song-Modus. Hier lässt sich der genaue Ablauf der unterschiedlichen Patterns im Vorfeld festlegen, sodass die Hardware beim Abspielen vollautomatisch von einem Pattern in das nächste wechselt. Sämtliche Instrumenten-Einstellungen und Sample-Bearbeitungen werden dabei direkt je Pattern abgespeichert, sobald die Maschine also in ein neues Pattern wechselt, ändern sich auch die Sounds augenblicklich mit.
Für zusätzliche kreative Würze im Pattern sorgen die integrierten Zufallsfunktionen. Das System unterscheidet hier zwischen "Probability” und einer "Random”-Funktion. Erstere arbeitet als subtraktiver Zufall, bei dem man im Menü die gewünschten Steps auswählt, auf denen der Zufall greifen soll. Die Wahrscheinlichkeit, mit der diese gesetzten Steps im Pattern ausgelöst oder eben ausgelassen werden, lässt sich allerdings nur global für alle Probability-Steps gemeinsam einstellen. Das Gegenstück dazu ist der additive Zufall der Random-Funktion, bei dem die Maschine komplett leere Steps eigenständig mit neuen Noten füllt und so überraschende, neue Rhythmen generiert. Kombiniert wird das Ganze mit klassischen Performance-Tastern für Auto-Fill, Note-Repeat und Step-Repeat, die sich im Zusammenspiel mit einer obligatorischen Solo- und Mute-Funktion hervorragend für packende Live-Eingriffe eignen.
Neben dieser internen Steuerung überzeugt der BMX durch umfangreiche MIDI-Optionen. Über ein externes Keyboard lassen sich so nicht nur die einzelnen Spuren antriggern, sondern auch die gesplitteten Samples der Hi-Hat- oder Percussion-Kanäle sowie die verschiedenen Tonhöhen der Toms gezielt ansteuern. Im Menü zeigt das System allerdings keine klassischen Notennamen wie C1 an, sondern arbeitet mit reinen MIDI-Zahlenwerten von 0 bis 127, bei denen beispielsweise die 36 für das gewohnte C1 steht. Ein echtes Highlight verbirgt sich hinter der Tap-Taste, die hier ein verstecktes Untermenü für die MIDI-Kanalzuweisung öffnet. Sobald einem Instrument hier ein eigener, separater MIDI-Kanal zugewiesen wird, lässt sich das ausgewählte Sample vollkommen chromatisch über die Tastatur spielen, was das kreative Spektrum im Studio angenehm erweitert.
Klangbearbeitung und Soundqualität
Das absolute Herzstück des BMX ist seine Hybrid-Architektur, die sich tief vor den Vintage-Klassikern der 80er-Jahre verneigt. Behringer setzt hier nicht auf moderne, sterile Wandler, sondern kopiert die historische Struktur von Legenden wie der E-mu SP-1200. Das Geheimnis dieses Sounds liegt in dem hybriden Signalweg. Das interne Quellmaterial und die Werks-Samples können in einer variablen Bittiefe verarbeitet werden, während die eigentliche Hardware-Ausgabe und die Berechnungen der Engine über einen 12-Bit-Digital-Analog-Wandler (DAC) erfolgen.
Jagt man nun beispielsweise ein 8-Bit-Sample durch diesen 12-Bit-Wandler und verändert die Tonhöhe (Pitch), entstehen ganz spezifische, metallisch-krispige Klang-Artefakte, das sogenannte Aliasing. Genau dieser unperfekte "Hardware-Dreck” sorgt für den legendären "Golden Era”-Punch, den man rein digital in der DAW nur extrem schwer nachbauen kann. Behringer hat diesen geschätzten Vibe mit dem BMX wirklich gekonnt in die Gegenwart geholt.
Ab Werk ist die Drum-Machine mit einer vielseitigen Auswahl an Factory-Samples bestückt, die sauber in sieben Kategorien unterteilt sind. Die Sektion "BMX” liefert die originalen DMX-Samples, die körnig, rau und mit harten Transienten, aber wenig Tiefbass überzeugen. "BX” emuliert den kleineren Bruder Oberheim DX noch ein Stück kratziger, während "R10” und "R5” auf der Yamaha RX-Reihe basieren und von direktem Pop-Punch bis hin zu größeren Sounds mit integriertem Hall reichen. Ergänzt wird das Angebot durch knackige "Latin”-Percussions, eine rauschige "Electro”-Auswahl sowie traditionelle "Africa”-Trommeln.
Zur Klangformung der Samples bietet der BMX neben klassischen Sample-Parametern, wie Pitch, Distortion, Start und Length auch verschiedene Loop-Optionen, die durch extrem kurze Loop-Punkte sogar als eigenständiges Sounddesign-Werkzeug für völlig neue Klänge zweckentfremdet werden können. Neben vier verschiedenen Abspielmodi (Forward, Forward Looped, Reverse und Reverse Looped) lässt sich im Menü sogar die Bittiefe für jeden Kanal separat von 1 bis 12 Bit einstellen.
Um die Funktionalität des Originals hier noch zu erweitern, hat Behringer noch einen analogen Filter (umschaltbar zwischen Hoch- und Tiefpass) mit steuerbarer Resonanz und einen Wave Designer zur Transienten-Bearbeitung hinzugefügt. Bei der Einbindung im Studio muss man jedoch eine entscheidende Besonderheit im Routing beachten, die anfangs für Verwirrung sorgen kann. Das Routing für beide Effekte hängt fest zusammen. Eine Spur kann nicht exklusiv in den Filter geschickt werden, sondern sie muss zwingend zuerst in den Wave Designer geroutet werden, damit das Signal überhaupt den Filter erreicht und dieser greift.
Der Wave Designer selbst packt mit seinen Reglern für Attack und Sustain überraschend knackig zu und haucht der Drum-Sequenz damit ordentlich Leben ein. Auch der Filter führt hier zu sehr interessanten Ergebnissen, fällt aber vor allem durch ein recht starkes "Filter-Bleeding” auf, denn selbst bei vollständig geschlossenem Tiefpass-Filter kommen Frequenzen oberhalb von 2,5 kHz noch leise durch. Was bei modernen Geräten ein Makel wäre, entpuppt sich hier als echter Gewinn, da das Bleeding einen extrem interessanten Charakter erzeugt, der stark an die Eigenarten der alten Vorlagen erinnert. Wenn der Sound des BMX also eines hat, dann ist es Charakter. Um den Filter auch als Kreativ-Tool im Sequencer nutzen zu können, lässt sich außerdem der Cutoff für jeden Step einzeln festlegen.

Sampling und Software-Integration
Das volle kreative Potenzial des BMX entfaltet sich erst dann so richtig, wenn man eigene Sounds in die Maschine schickt. Das direkte Aufnehmen von Samples über den rückseitigen Line-Eingang geht dabei erfreulich leicht und schnell von der Hand. Trotz der recht geringen Auflösung des Displays werden Wellenform und Pegel übersichtlich dargestellt. Auch das Einpegeln des Eingangssignals sowie das Festlegen des Aufnahme-Thresholds sind grafisch gut gelöst und im Handumdrehen erledigt.
Dank der Wellenform-Darstellung lassen sich so aufgenommene Samples auch direkt am Gerät trimmen und abspeichern. Lediglich eine individuelle Vergabe von Namen ist direkt an der Hardware nicht vorgesehen – das Gerät versieht die neuen Aufnahmen stattdessen automatisch mit fortlaufenden Nummern. Wer hier Struktur in seine Sample-Bibliothek bringen möchte, muss zwingend den Umweg über den Computer gehen.
Glücklicherweise bietet die hauseigene Synthtribe-App neben der Namensvergabe auch noch andere nützliche Zusatzfunktionen. Verbindet man den BMX per USB mit dem Rechner, lassen sich viele Optionen bequem über die Software steuern. Hier können eigene Audio-Dateien ganz einfach per Drag and Drop auf die insgesamt 91 freien User-Slots geschoben und im Nachgang komfortabel umbenannt werden. Darüber hinaus erlaubt es die App, Sequenzen und Patterns am Bildschirm zu bearbeiten oder schnelle Backups ganzer Sample-Bibliotheken und Rhythmus-Phrasen zu erstellen, was im Studioalltag ein echter Segen für die Datenpflege sein kann.

Der größte Clou beim eigenen Sampling bleibt jedoch die interne Engine, denn schickt man die eigenen Aufnahmen durch den hybriden 8-Bit- und 12-Bit-Signalweg, werden sie sofort mit diesem begehrten, leicht schmutzigen Vintage-Charakter überhaucht. So verwandelt sich selbst ein steriler Software-One-Shot im Handumdrehen in einen lebendigen Sound mit echtem Hardware-Vibe.
