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Behringer LM Drum im Test: 12-Bit-Drummachine mit Kultfaktor?

Behringer LM Drum im Test: 12-Bit-Drummachine mit Kultfaktor?

Tests. 7. Juli 2026 | / 5,0

Geschrieben von:
Kai Dombrowski

Zwischen TR-808 und 909 ist Linn Drum das Middlechild im Hattrick der ikonischsten Drummachines aller Zeiten. Obwohl sie den Sound des 80er Jahre Mainstreams geprägt hat, gab es bisher keine Neuauflage. Hier kommt Behringer ins Spiel und liefert uns LM Drum – eine Low-Bit Drummachine mit Sampler und modernem Display Workflow. Wie sich das Teil 2026 schlägt, erfahrt ihr in diesem Test. 

Quick Facts

  • 15 verschiedene Instrument Tracks mit Fadern für Volume und Panning 
  • 64-Step Sequenzer mit Step- und Note-Repeat sowie Polymeter pro Track
  • Bitcrush und Distortion pro Instrument, Wave Designer und Filter als Send FX
  • Speicherplatz für acht Songs mit jeweils 16 Patterns (128 Patterns gesamt) 
  • Lofi-Sampling-Engine mit 8 oder 12 Bit und Platz für 5:16 Min Sample-Zeit
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Behringer LM Drum
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(52)

Verarbeitung, Lieferumfang und Anschlüsse

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LM Drum wiegt 3,12 kg und hat mit den Maßen 479 × 264 × 73 mm fast dasselbe Format wie RD-9 und RD-8. Das Design orientiert sich am Vintage Vibe des Originals, wird aber von den beleuchteten Triggerpads und dem Screen aufgebrochen. Die Verarbeitung ist super – Metallgehäuse samt wertigen Fadern und Potis. Schade ist, dass die Flanken nicht aus Holz, sondern Plastik sind und sich nicht austauschen lassen.

Der Lieferumfang fällt Behringer-typisch mau aus: Das passende Netzteil ist dabei, Quickstart Guide und Manual gibt es nur online. Cool ist, dass jedes Instrument einen eigenen Ausgang hat. Zu meiner Enttäuschung werden diese jedoch vor den Fadern, Wave-Shaping- und Filter-Effekten abgegriffen. Drei assignable Trigger Outs und Sync sorgen für Vintage-Kompatibilität, 5-Pol-MIDI und USB-B kümmern sich um Modernes. 

Sound Editing Workflow

Egal ob Kick, Toms, Becken oder Percussion – alle Sounds verfügen über dieselbe Auswahl an Shaping-Optionen. Diese sind unabhängig vom Eingabemodus (Song, Patt, Step und Pads) im Display ablesbar und bestehen aus Sample-Auswahl aus der aktuellen Bank, Distortion, Playback-Richtung, Tune, Level, Start- und Endpunkt sowie Looppoint. Die Wiedergabetypen bestehen aus vorwärts und rückwärts, jeweils mit Loop-Variante. 

Auch wenn das Display einen direkt in Elektron-esque Gewohnheiten versetzt, geschieht die Bedienung via Pfeiltaster und gerastertem Endlos-Poti. Ich habe mich da schnell dran gewöhnt und komme auf andere Kritikpunkte: Die Bitrate müssen wir in einem extra Menü justieren und der Level-Wert arbeitet leider unabhängig von den Hardware Fadern. Cool ist, dass wir die Sample-Bank bei laufendem Sequenzer hot swappen können.   

Knobs und physischer Zugriff

Ergänzend zur Display/Encoder Combo haben wir physische Tuning Potis für Snare, Toms und Congas sowie einen Decay-Regler für die Hihats, Settings wie Snare Snappy oder Kick Pitch Mod sucht ihr allerdings vergebens. Der Decay Knob ist interessant, weil er deutlich smoother arbeitet, als das abrupte Verkürzen der Sample-Länge. Die Tuning-Regler korrespondieren im Gegensatz zu den Fadern mit den digitalen Parameter-Pendants. 

Behriunger Lm Drum
Foto: Behringer

Alte Bekannte: Wave Designer und Analog Filter

Genau wie bei RD-8 und -9 haben Behringer auch bei LM Drum die Kombination aus Wave Designer und analogem Dual Mode Filter integriert. Letzteres kann entweder als Lowpass oder Highpass fungieren und lässt sich gemäß Cutoff- und Resonanz-Poti direkt an der Hardware regeln. Neu bei LM Drum ist, dass ihr die Cutoff-Werte via Realtime Recording automatisieren oder im Menü pro Step "parameterlocken” könnt. 

Mit dem Lm Drum Wave Designer lassen sich Attack und Sustain manipulieren: Mit Attack könnt ihr die Transienten aufweichen oder betonen und Sustain regelt die Länge eurer Peaks. Welche Sounds effektiert werden, steuert ihr über den Send Button, der jedoch zwangsläufig für beide Effekte gilt und nur am Master Output greift. Die Filterresonanz kann den Pegel deutlich anheben – fast ohne Bassverlust – Selbstoszillation geht jedoch nicht.    

LM Drum Sound-Demo (no talking)

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Sequenzer, Song Mode und Setlist

Der LM-Drum-Sequenzer erlaubt bis zu 64 Steps mit variabler Auflösung von Achtel bis Zweiunddreißigstel inklusive Triolen. Während die Anzahl der Steps pro Instrument unterschiedlich ausfallen darf, gilt die Step Size für das gesamte Pattern. Zusätzlich zum Filter Cutoff könnt ihr auch Probability, Note Repeat und Flams pro Step setzen, dieses Mal sogar Instrument-spezifisch. 

Im Song Mode lassen sich bis zu 16 Patterns verketten, eine pro Pattern beliebige Anzahl an Wiederholungen einstellen (bis zu 255) und über diverse End-Typen variieren. Cool ist, dass ihr mit derselben Methode bis zu 16 Songs zu einer Setlist zusammenstellen könnt. Die Schachtelung ist folgendermaßen: Acht Songs beherbergen 16 Patterns (=128 Patterns max.) und können als "Chain in a Chain” zu Acht Setlists verkettet werden.  

Kleingedrucktes

Wenn ihr bei polymetrischen Sequenzen eine Live-Eingabe im vierten Takt macht (zB. ein Tom-Fill), synchronisiert LM Drum nach verschiebt euer Fill auf Takt 1. Beim Step Recording gibt es das Problem zum Glück nicht. Dafür könnt ihr die LM Drum per MIDI-Controller chromatisch spielen und programmieren. Ein weiteres cooles Feature heißt Random Closed Hat und variiert den Startpunkt des Hihat Samples, was ein organisches Feel erzeugt.  

Foto: Behringer

Pads und Velocity

Die Pads von Behringers LM Drum arbeiten standardmäßig mit fixierter Velocity. Spannend ist, dass viele Sample Slots mit verschiedenen Dynamikstufen ausgestattet sind: Closed Hihat, Ride, Tambourin und Cabasa sowie die Kick haben jeweils ein extra Pad mit niedriger Velocity zugewiesen. Bei der Snare sind es sogar drei. Je nach Setting können zwar alle Pads Velocity-empfindlich gespielt werden, im Sequenzer landet davon aber nichts – hä?

Sampling und Synthtribe App

Die 109 mitgelieferten Samples decken von LinnDrum bis Oberheim DMX eine Menge der ikonischen Pop-Sounds ab und sind in sieben Bänken organisiert, die jeweils Platz für 127 Klänge haben. Damit ist selbst in Bank Sieben, die alle Werks-Samples beinhaltet, noch Platz für eigenen Content. Diesen könnt ihr direkt über den Rec-In samplen oder via USB über die kostenlose Synthtribe App importieren.

Der verfügbare Sample-Speicher ist mit 14,17 MB aber ziemlich klein. Das entspricht insgesamt 310 Sekunden bzw. 5:16 Minuten. Die Samples werden mono in 12 Bit/24 kHz aufgenommen oder entsprechend konvertiert und dürfen jeweils nicht größer als 1 MB (also gut 21 Sekunden) sein. Über die App könnt ihr sogar mehrere Samples auf einmal importieren, Firmware Updates laden oder Patterns am Rechner programmieren. 

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Fazit

Mit den Bit Crush und Distortion Effekten erzeugt LM Drum Lofi Sounds von fies bis vintage.  Wenige Drummachines dieser Preisklasse bieten derartig viele Instrument Tracks, was in Kombination mit Sampling und den vielen Einzelausgängen reichlich kreativen Raum bietet. Schade ist, dass Features wie die Fader, Filter und Wave Shaper nur am Master Out greifen. Je nach Setup wird so ein Großteil der LM-Drum-Hardware obsolet.

Wer auf der Suche nach einer preiswerten, Sample-basierten Drummachine mit Low-Bit-Vibe ist, dürfte mit Behringers LM Drum glücklich werden, erst recht, wenn ihr die ikonischen 80er Sounds aus Pop und Retro Wave haben wollt. Dank der Sampling-Funktion seid ihr klanglich total flexibel, trotz der relativ begrenzten, internen Bearbeitungsmöglichkeiten und dem doch recht reduzierten Sequenzer.

Gesamtwertung:
4,0 von 5,0
Qualität:  
4,0 von 5,0
Klang:  
4,0 von 5,0
Preis-Leistung:  
4,5 von 5,0

Pro

große Anzahl an Instrument Tracks (16) 
flexibler Sound dank Sampling-Funktion
spannender Lofi Vibe mit Distortion und Bit Crush pro Track
physische Einzelausgänge pro Track
Polymetrischer Sequenzer
relativ unüblicher aber funktionierender Workflow
Fader für Volume und Pan pro Track
Behringer-typisch solides Preis-/Leistungsverhältnis

Kontra

Fader funktionieren nur am Main Out
Wave Shaper und Filter ebenfalls nur via Main Out verfügbar
begrenztes Sound Editing (keine Hüllkurve oder Filter pro Track)
Bitcrush nur indirekt via Menü erreichbar
Sample-Import nur via Software (keine SD-Karten oder USB-Sticks)
Triggerpads relativ ungenau

Preis:

349 EUR

Weitere Informationen gibt es auf der Website von Behringer

Veröffentlicht in Tests und getaggt mit Analog Filter , Behringer , Bit Crush , Drummachine , groovebox , Linn Drum , Lm Drum , LM-1 , LM-2 , LM9000 , Sampler , sequencer , sequenzer , Wave Shaper

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