Der Godfather of Techno Juan Atkins, eine der wichtigsten Persönlichkeiten und einer der Mitbegründer des Techno, ist im Alter von 64 Jahren verstorben. Seine Agentur bestätigte, dass er nicht mehr ansprechbar in seinem Hotel in Mexico-City aufgefunden worden war.
Atkins hielt sich in Mexico-City auf, um am Abend des 31.10. im YuYu Cine Club aufzulegen. Nachdem man ihn im Hotel gefunden hatte, wurde er umgehend in ein Krankenhaus gebracht, wo man leider nur seinen Tod feststellen konnte. Sein kulturelles Schaffen und Werk hat den Techno und die Clubkultur nachhaltig geprägt, und er wurde zu Recht auch der "Godfather of Techno" genannt.
Aus dem Underground zur Revolution: Leben und Schaffen
Atkins wuchs in Detroit und Belleville auf, wo er schon in seiner Schulzeit mit Derrick May und Kevin Saunderson befreundet war. Das Trio bildete später die legendären Belleville Three, die Musikgeschichte schrieben. Beeinflusst von George Clinton und Parliament & Funkadelic, den synthetischen Klängen von Kraftwerk und Sci-Fi-Literatur, kaufte Atkins im frühen Alter von nur 15 Jahren bereits seinen ersten Synthie, einen Korg MS-10.
Bereits 1980 gründete er mit Richard Davis das Duo Cybotron, das mit Tracks wie "Alleys of Your Mind" (1981) und "Clear" (1983) bahnbrechenden Sound formte. "Clear" wurde später zum Klassiker und von Missy Elliott für "Lose Control" gesampelt.
Unter dem Namen seines ersten Soloprojekts Model 500 brachte er 1985 mit "No UFO’s" einen Grundpfeiler des Detroit-Techno heraus. In den folgenden Dekaden erweiterte er seine Arbeit unter anderem unter dem Pseudonym Infiniti und mit dem Duo Borderland gemeinsam mit Moritz von Oswald.
Die unvergängliche Bedeutung des "Godfather of Techno"
Juan Atkins’ schöpferische Kraft und der Mut und Wille, Grenzen zu sprengen und neue Wege zu gehen, führten letztlich dazu, dass sein Track "Techno Music" (1988) auf der stilprägenden Compilation "Techno! The New Dance Sound of Detroit" landete und damit den Begriff "Techno" endgültig als Genrebegriff etablierte. Seine Vision von technischer, futuristischer Tanzmusik fand schnell viele Anhänger in Großbritannien und Deutschland.
Die Musikwelt reagierte tief betroffen auf die Nachricht seines plötzlichen Todes. Sein Schulfreund Kevin Saunderson würdigte ihn in den sozialen Medien als einen wahren Visionär und Wegbereiter, der die Tür für unzählige Künstler aufgestoßen habe.