Rund um die Rummelsburger Bucht wachsen Hotels und Hochhäuser. Der Bezirk Lichtenberg will nun das Gewerbe sichern, doch für Clubs wie das Sisyphos gibt es bislang keine verbindlichen Zusagen.
Der Berliner Bezirk Lichtenberg will verhindern, dass die Clubkultur an der Rummelsburger Bucht zwischen Neubauten zerrieben wird. Zuletzt lud die Wirtschaftsförderung Grundstückseigentümer aus dem Areal ein, um einen Überblick über anstehende Bauprojekte zu geben. Auch das Kulturamt war dabei, denn im Gebiet arbeiten Kreative und klassische Gewerbebetriebe seit Jahren Tür an Tür.
Bezirksbürgermeister Martin Schaefer (CDU) nannte die Bucht "einen wichtigen Wirtschaftsstandort". Allerdings dürfte dieser Standort bald zum Wohnort werden. Um die Rummelsburger Bucht sollen demnächst knapp 300 neue Mietwohnungen entstehen. Am nahen Ostkreuz wächst das Aquarium Ocean Berlin. Südlich des Heizkraftwerks Lichtenberg planen die Bezirke gemeinsam mit dem Senat die sogenannte Spreeküste mit zahlreichen Büroflächen und zwei Hochhäusern. Nebenan will da Unternehmen Berliner Energie und Wärme mehr als eine Milliarde Euro in den Standort Klingenberg investieren und das Kraftwerk im laufenden Betrieb zu einem modernen Energiepark umbauen.
Hat es sich ausgerummelt?
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Für die etablierte Clubkultur vor Ort bedeutet dieser Verdichtungsprozess nichts Gutes. Mehrere Clubs wie das Sisyphos – zuletzt auf Platz eins der besten Clubs Europas gewählt – befinden sich inmitten des Neubaugebiets. Mit der neuen Nachbarschaft nehmen auach Anrainer:innen-Beschwerden zu. Laut Schallschutzfonds baute der Club eine gerichtete Beschallung samt Absorbern ein. Das Land unterstützte die Maßnahme bereits 2022 mit 80.000 Euro.
Dass solche Schutzmaßnahmen die Verdrängung nicht immer stoppen können, zeigt die Vergangenheit des Areals. Der Club Rummels Bucht bekam 2019 die Kündigung, erstritt eine Verlängerung bis September 2020 und machte dann dicht. Das Bezirksamt erklärte damals, Bebauungspläne dienten vorrangig der Sicherung von Wohnraum. Die Volksinitiative "Bucht für Alle" sammelte rund 35.000 Unterschriften, auch für den Schutz des Clubs. Genützt hat es nichts. Auf dem Wasser wird es ebenfalls enger. Seit Juni 2024 dürfen Boote in der Bucht nicht mehr unbemannt liegen, was alternative Projekte wie die das Kulturfloß Anarche trifft.
Foto: Jörg Zägel - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0
