Während überall die Lichter ausgehen: Herne zeigt, wie Städte die Clubkultur retten können
Von HOPflaume - Eigenes Werk, CC BY 3.0

Während überall die Lichter ausgehen: Herne zeigt, wie Städte die Clubkultur retten können

News. 22. Juni 2026 | / 5,0

Geschrieben von:
Christoph Gleich

Während Clubs reihenweise schließen, macht Herne das Gegenteil. SPD und CDU wollen gemeinsam ein Konzept für Nachtleben und Clubkultur erarbeiten. Herzstück soll ein denkmalgeschützter Sparkassenkeller sein.

Das Ruhrgebiet verliert seine Clubs. Gerade erst hat der Bochumer Klub Kurt zehn Monate nach seinem Comeback für immer zugesperrt. Das wiederkehrende Problem: zu wenig Publikum, kein politischer Rückhalt. Eine Geschichte, die sich bundesweit wiederholt. Jetzt tut sich ausgerechnet in Herne, einer Stadt, die bislang kaum als Hochburg des Nachtlebens galt, gerade etwas Ungewöhnliches. Die Politikhandelt, bevor die letzten Lichter ausgehen.

Die beiden Regierungsparteien SPD und CDU haben einen Antrag in den Herner Kultur- und Bildungsausschuss eingebracht, der am Mittwoch, 24. Juni 2026, tagt. Die Stadtverwaltung soll demnach ein Konzept zur Förderung von Nachtleben und Clubkultur erarbeiten. Dass zwei Fraktionen, die sonst gerne auf Distanz gehen, hier gemeinsame Sache machen, darf man als Signal werten, das über den Ruhrpott hinausweist.

Im Tresor feiern? Nicht nur in Berlin!

Konkreter Ausgangspunkt ist ein Gebäude mit Geschichte: das ehemalige Sparkassengebäude in der Wanner Innenstadt. Der zwischen 1926 und 1928 errichtete, vom Bauhaus beeinflusste Klinkerbau steht seit 1991 unter Denkmalschutz und gilt als bedeutendster Geschäftshausneubau Hernes aus den 1920er Jahren. Und: Sein denkmalgeschützter Tresorraum im Keller, so die einhellige Einschätzung von SPD und CDU, besitze besonderes Potenzial für eine Clubgastronomie. 

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Der Clubkultur-Vorstoß hat eine Vorgeschichte. Nach dem Erfolg der ersten N8Werk-Veranstaltung in einer Abrisshalle im Funkenbergquartier im April 2026 hatte die SPD bereits gefordert, Ansiedlungsmöglichkeiten für Clubs und Diskotheken zu prüfen. SPD-Ratsherr und Kulturausschussvorsitzender Alexander Stahl, selbst als DJSteel aktiv, verwies dabei auf die bald einziehende Polizeihochschule, die studentisches Leben in die Stadt bringen soll und auf die Notwendigkeit gut erreichbarer Ausgeh-Locations.

Die Wirtschaftsförderung Herne darf nun laut Antrag aktiv nach möglichen Betreiber:innen suchen. Das Signal: Clubkultur soll in Herne zum Wirtschaftsfaktor werden, den man auch in der Kommunalpolitik entwickelt. 

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