Musikkonsum über Streamingdienste ist weit verbreitet. Daher ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr DJ-Software- und Hardware-Hersteller eine direkte Unterstützung für Anbieter wie Spotify, Apple Music oder Amazon Music in ihre Produkte integrieren. In dieser Übersicht informiere ich euch darüber, welche Anbieter in welchen DJ-Produkten nutzbar sind und wie sich die Dienste inhaltlich unterscheiden. Hierbei handelt es sich natürlich um eine Momentaufnahme, da es hier immer wieder zu Erweiterungen, aber auch Streichungen kommt.
Quick Facts
- Streamingdienste eignen sich für Einsteiger aber auch fortgeschrittene DJs.
- Nicht immer ist für die Nutzung der Dienste ein aktive Internetverbindung nötig.
- Spezialisierte Anbieter bieten mixfreundliche Edits und Zugriff auf Stems.
Sollte man als DJ Streamingdienste nutzen?
Ich möchte mit der Frage starten, warum man als DJ Streamingdienste nutzen sollte. Es gibt mehrere Gründe, die dafür sprechen. Für Einsteiger ohne eigene umfassende Musiksammlung bieten diese Angebote eine gute Möglichkeit, in die Materie einzusteigen. Mit einem Abo erhält man nicht nur eine riesige Auswahl an Songs, sondern meist auch sinnvoll zusammengestellte Playlists, die als Inspiration dienen können.
Doch auch erfahrene DJs können von der Nutzung eines Streamingdienstes profitieren, da sich so der musikalische Aktionsradius erweitern lässt. Neue Genres und Künstler lassen sich so sehr einfach entdecken, aber auch Musik für spezielle Motto-Events findet man über einen Streamingdienst sehr einfach.
Für mobile DJs, die spontane Musikwünsche erfüllen möchten, ist die Nutzung von Streamingdiensten innerhalb einer DJ-Software oder -Hardware eine sehr komfortable Lösung. Somit kann auf einen externen Zuspieler, wie beispielsweise ein Smartphone, verzichtet werden.
Was gilt es bei der Nutzung von Streamingdiensten zu beachten?
Die Nutzung von Streamingdiensten im DJ-Kontext hat Vorteile. Es gibt jedoch einige Punkte zu beachten, die vor allem, aber nicht nur technischer Natur sind.
Eine möglichst stabile Internetverbindung ist Grundvoraussetzung für die Nutzung von Streamingdiensten, sei es stationär über DSL oder Glasfaser oder über Mobilfunk. Zwar bieten manche Anbieter Lösungen wie einen Offline-Cache oder -Locker, in dem sich bis zu 1.000 Songs speichern und ohne Internetverbindung abspielen lassen. Diese werden aber aktuell nur für DJ-Software und nicht für Hardware angeboten. Selbstverständlich ist auch eine Songsuche für Musikstücke außerhalb dieses Fundus nicht möglich, wenn keine Verbindung zum Internet besteht.
Ein weiterer Fallstrick kann der Musikkatalog des Anbieters sein. Gerade die großen Anbieter stellen oft nur die Main- oder Radio-Mixes der Songs zur Verfügung. Spezielle DJ-Edits mit verlängerten Intros fehlen meist. Außerdem ist es ein Problem, dass Titel ohne Vorankündigung aus dem Angebot gestrichen werden können. Das kann in einem DJ-Set durchaus problematisch sein.
Wer seine DJ-Sets zu Übungs- oder Promotionszwecken aufnehmen möchte, sollte beachten, dass dies bei der Verwendung von Songs von Streamingdiensten innerhalb einer DJ-Software nicht möglich ist. Hierfür ist eine zusätzliche Recordinglösung erforderlich. Auch die aktuell angesagten Stems-Funktionen lassen sich oft nur gegen Aufpreis oder gar nicht nutzen.
Welche Streaminganbieter kann man mit welcher Soft- und Hardware nutzen?
Streaminganbieter lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen. Einerseits gibt es die weit verbreiteten großen Anbieter, die auch von vielen "Nicht"-DJs genutzt werden, und andererseits Anbieter mit speziellem DJ-Fokus.
Spotify

Spotify, der bekannteste und nutzerstärkste Streaminganbieter, war einer der ersten Anbieter, der seine Songs für DJ-Zwecke nutzbar gemacht hat. 2020 zog man sich jedoch "über Nacht” aus dem DJ-Business zurück, um 2025 wieder mitmischen zu wollen. Aktuell kann das umfassende Angebot von Spotify mit einem Premium-Abo (ab 12,99 Euro pro Monat) in folgenden Produkten genutzt werden, wobei es keinen Offline-Modus und auch keine Stems-Funktion gibt:
- Serato DJ
- Rekordbox
- Djay Pro
Tidal

Tidal ist ein hierzulande weniger bekannter Anbieter, der aber lange Zeit fast der einzige war, der Mainstream-Songs für DJ-Produkte anbot. Tidal bietet mehrere Abomodelle an. Wenn man den Songkatalog zum Auflegen nutzen möchte, benötigt man das Abonnement "Individual" und die Erweiterung "DJ-Extension" und zahlt ca. 20 Euro pro Monat. Als einziger Anbieter mit einem breitbandigen Angebot bietet Tidal einen Offline-Modus für DJ-Software sowie Zugriff auf Stems.
Tidal ist nutzbar in Kombination mit:
- Serato DJ
- Rekordbox
- Djay Pro
- DJUCED
- VirtualDJ
sowie mit Denon-DJ-/Numark-/Rane Engine-OS-Hardware:
- Denon DJ Prime GO (+), 2, 4(+)
- Denon DJ SC Live 2, 4
- Denon DJ SC5000/6000 (M)
- Numark Mixstream Pro (Go), (+)
- Rane System One
und mit den AlphaTheta-Geräten:
- CDJ-3000X
- Opus Quad
- Omnis Duo
Apple Music

Apple Music dürfte vor allem iPhone- und Mac-Nutzern ein Begriff sein. Auch dieser Dienst ist breit aufgestellt und der Zugriff erfolgt über die Musik-App (ehemals iTunes). Der Streamingdienst aus Cupertino kostet 10,99 Euro pro Monat. Ein Offline-Modus oder das Stems-Feature sind nicht verfügbar.
Apple Music ist nutzbar in Verbindung mit:
- Djay Pro
- Serato DJ
- Rekordbox
sowie mit Denon-DJ- und Numark Engine-OS-Hardware:
- Denon DJ Prime GO+, 4+
- Denon DJ SC Live 2, 4
- Numark Mixstream Pro (Go), (+)
- Rane System One
und mit den AlphaTheta-Geräten:
- CDJ-3000X
- Opus Quad
- Omnis Duo
Amazon Music Unlimited

Der Musikdienst des Versandriesen ist vor allem für dessen Prime-Abonnenten interessant, da sich so weitere Preisvorteile ergeben. Das Musikangebot ist ähnlich umfassend wie bei Spotify und Apple Music und kostet ab 9,99 Euro pro Monat. Amazon Music Unlimited kann jedoch nur mit einer Handvoll spezieller Geräte genutzt werden. Stems und Offline-Locker sind nicht verfügbar und auch DJ-Software wird nicht unterstützt.
Amazon Music Unlimited ist nutzbar mit:
- Denon DJ Prime GO+, 4+
- Denon DJ SC Live 2, 4
- Numark Mixstream Pro Go und +
- Rane System One
Deezer

Deezer ist ein großer Anbieter aus Frankreich mit Mainstream-Songs und einem vergleichbaren Angebot wie die Platzhirsche Spotify und Apple Music. Wie die meisten Plattformen bietet dieser Dienst keine Offline-Speicherfunktion und benötigt daher eine permanente Internetverbindung. Deezer Premium kostet 11,99 Euro pro Monat und ermöglicht die Nutzung der Stems-Funktion.
Kleiner Haken, Dezzer kann ausschließlich mit VirtualDJ genutzt werden.
Beatport/Beatsource

Beatport ist wohl der bekannteste Anbieter für elektronische Clubmusik und agiert gleichzeitig als Shop und Streamingdienst. Hier findet sich eine Vielzahl an Techno-, House-, Trance- und Drum-and-Bass-Tunes, aber auch ergänzend DJ-Tools wie A-cappellas und sogar Songs für Open-Format-DJs aus den Genres Rock, Pop, Hip-Hop etc. Über die Website lassen sich Playlisten zusammenstellen, die auch in der unterstützten DJ-Software und -Hardware direkt zur Verfügung stehen. Um mit den Beatport-Tracks auflegen zu können, benötigt man ein Advanced-Abo für 15,99 US-Dollar pro Monat. Wer den Offline-Modus (nur in der DJ-Software), Stems und eine bessere Audioqualität (256 kbps AAC oder FLAC statt 128 kbps AAC) nutzen möchte, muss 29,99 US-Dollar pro Monat zahlen.
Vor kurzem wurde der bis dahin eigenständige Streamingdienst Beatsource vollständig in Beatport integriert und dessen Katalog übernommen. Bei Beatsource standen Mainstream und Major-Labels im Mittelpunkt. Hier gab es Genres wie Pop, Mainstream Dance, Country, Hip-Hop, Latin, Reggae/Dancehall und R&B.
Beatport/Beatsource ist verfügbar in:
- Rekordbox
- Traktor
- Serato DJ
- VirtualDJ
- Djay Pro
- DJUCED
sowie mit Denon-DJ-/Numark-/Rane Engine-OS-Hardware:
- Denon DJ Prime GO (+), 2, 4(+)
- Denon DJ SC Live 2, 4
- Denon DJ SC5000/6000 (M)
- Numark Mixstream Pro (Go), (+)
- Rane System One
und mit den AlphaTheta/Pioneer-DJ-Geräten:
- CDJ-3000(X)
- Opus Quad
- Omnis Duo
- XDJ-AZ
Soundcloud

Bei SoundCloud findet sich ein großer Katalog an Mainstream-Musik, aber auch sehr viel Material, das direkt von Künstlern zur Verfügung gestellt wird und exklusiv nur dort zu finden ist. Wer also etwas Besonderes für seine DJ-Sets sucht, kann hier möglicherweise fündig werden. Zum Auflegen benötigt man mindestens ein SoundCloud-Go+-Abo für 10,99 Euro pro Monat. Für 19,99 Euro pro Monat erhält man mit SoundCloud DJ zusätzlich die Möglichkeit, alle Songs herunterzuladen und zu speichern. Stems werden allerdings nicht unterstützt.
Soundcloud ist nutzbar mit:
- Serato DJ
- Rekordbox
- VirtualDJ
- Djay Pro
sowie mit Denon-DJ-/Numark-/Rane Engine-OS-Hardware:
- Denon DJ Prime GO (+), 2, 4(+)
- Denon DJ SC Live 2, 4
- Denon DJ SC5000/6000 (M)
- Numark Mixstream Pro (Go), (+)
- Rane System One
Streamningabieter für DJs: Fazit
Streamingdienste sind eine allgegenwärtige Musikquelle, die von vielen Musikliebhabern weltweit genutzt und geschätzt wird. Die riesigen, oft kuratierten Inhalte können gegen eine monatliche Gebühr abgerufen werden und lassen sich im DJ-Kontext zur Inspiration und zum Auflegen nutzen. Benötigt werden im Wesentlichen eine stabile Internetverbindung und eine geeignete DJ-Software und -Hardware.
Die verschiedenen Dienste unterscheiden sich preislich und inhaltlich, sodass man genau schauen sollte, ob die gewünschten Genres, Mixversionen oder Edits enthalten sind. Da die meisten Streamingdienste kostenlose Probeabos anbieten, kann man und sollte sich unverbindlich über die gebotenen Inhalte und Restriktionen informieren, bevor man ein Abo abschließt.