Clubs in Kellern, Partys in verlassenen Häusern, Raves auf brachliegenden Industriegeländen: Die Zeit kurz nach dem Mauerfall war für die deutsche Clubkultur eine Epoche des Aufbruchs wie keine andere. Nun soll diese Geschichte systematisch aufgearbeitet werden – und dafür werden Zeitzeug:innen gesucht.
Das Projekt "Tanzflächen der Wiedervereinigung" ruft aktuell per Open Call dazu auf, persönliche Erinnerungen, Fotos, Flyer und andere Materialien aus der Clubkultur der Zeit nach 1989 einzureichen. Initiiert wurde das Vorhaben von der Berliner Clubcommission, die mit der Ausstellung gleichzeitig ihr 25-jähriges Bestehen feiert. Beiträge können bis zum 10. Juni 2026 an tdw@clubcommission.de geschickt werden.

Mehr als nur Friede und Freude
Dass der Mauerfall buchstäblich neue Räume öffnete ist sehr breit dokumentiert. Die Tanzflächen jener Jahre waren vor allem Experimentierfelder einer Gesellschaft im tiefgreifenden Wandel.
Genau diese Dimension möchte das Projekt sichtbar machen. Gefragt sind Geschichten, die bislang kaum erzählt wurden. Insbesondere Perspektiven aus ostdeutschen Regionen abseits der Hauptstadt, die in der bisherigen Erzählung über die Wende-Clubkultur oft unterrepräsentiert sind, wolle man abbilden.
Clubkultur-Ausstellung ab Oktober in Berlin
Die gesammelten Beiträge sollen in eine Ausstellung einfließen, die vom 3. Oktober bis 9. November 2026 an einem historischen und erstmals öffentlich zugänglichen Ort in Berlin gezeigt wird. Der genaue Standort wird zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.
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Die Clubcommission setzt die Schau mit Diskobabel e.V., dem Archiv der Jugendkulturen e.V. und dem Office ParkScheerbarth um. Finanzielle Unterstützung kommt von der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte, der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie dem Musicboard Berlin.
Wer kann mitmachen?
Der Open Call richtet sich an alle, die diese Zeit erlebt oder dokumentiert haben, also: Einzelpersonen, DJs, Veranstalter:innen, Kollektive, Künstler:innen sowie Initiativen. Willkommen sind Erinnerungsberichte ebenso wie physische oder digitale Dokumente. Dazu zählen Fotos, Flyer, Audiomitschnitte, Videomaterial oder andere Zeugnisse der damaligen Feierkultur.
Interessierte können sich auf der offiziellen Homepage zur Ausstellung über die Einreichungsmöglichkeiten informieren. Einsendeschluss ist der 10. Juni 2026.