In Wien finden 2026 legale Raves im öffentlichen Raum statt. Mit dem Projekt "Free Spaces" hat die Stadt bereits im vergangenen Jahr nicht-kommerzielle Clubkultur gefördert. Wie die Stadtverwaltung und die Vienna Club Commission (VCC) bekannt gaben, werden nun auch in der kommenden Saison "rechtlich abgesicherte Flächen" für Veranstaltungen ohne Konsumzwang zur Verfügung gestellt.
Zentraler Schauplatz für "Free Spaces" bleibt die Donauinsel, eines der beliebtesten Naherholungsgebiete Wiens. Die Partys sollen insbesondere unter der zentral gelegenen Praterbrücke stattfinden. Das Projekt, das 2022 als Pilotphase startete, wolle man 2026 infrastrukturell deutlich aufwerten, heißt es von der Stadt. So übernimmt die städtische Abfallwirtschaft die Müllentsorgung und stellt WC-Anlagen bereit. Außerdem unterstützt die Wirtschaftsagentur Wien die Veranstaltungen bei der notwendigen Stromversorgung.
Martina Brunner, Geschäftsführerin der VCC, unterstreicht die Relevanz der Entlastung von bürokratischem Aufwand: "Mit Free Spaces schaffen wir einen klaren, leistbaren und rechtssicheren Rahmen. Veranstalter:innen haben so die Möglichkeit, niederschwellig ihre eigene Community aufzubauen und den Übergang in etablierte Clubstrukturen vorzubereiten."
Partys als demokratiepolitischer Auftrag
Hinter "Free Spaces" steht eine ressortübergreifende Kooperation. Für Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler ist Clubkultur "weit mehr als Unterhaltung". Sie betont: "Diese offenen, experimentellen Formate sind essenziell für ein lebendiges zeitgenössisches Kulturleben in einer wachsenden Stadt wie Wien." Das Projekt mache Orte nutzbar, die für junge Kollektive sonst nicht zugänglich wären.
Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak sieht darin zudem einen klaren Standortfaktor: "Eine lebendige Clubkultur trägt wesentlich dazu bei, Wien für junge Talente, Studierende und internationale Fachkräfte attraktiv zu halten." Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky ergänzt den ökologischen Aspekt und fordert Orte, an denen sich Wiener "ohne Konsumdruck entfalten können – mit Rücksicht auf Umwelt und Umfeld."
Dass das Konzept funktioniert, zeigten die Vorjahre: Kollektive wie die Wiener Bassbehörde konnten Events ohne relevante Lärmbeschwerden umsetzen. Laut David Prieth (Projektmanagement "Free Spaces”) ist dies in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung auch eine Frage des Zusammenhalts: "Diese Formate ermöglichen Begegnung auf Augenhöhe und stärken soziale Bindungen. Damit sind sie demokratiepolitisch unverzichtbar."
Insgesamt sind für die kommende Saison zehn Veranstaltungstermine unter der Praterbrücke vorgesehen. Der Open Call für "Free Spaces” endet am 5. Februar 2026. Die Auswahl der Kollektive erfolgt im Anschluss durch die VCC.
0 Kommentare zu "Legale Raves! Stadt Wien fördert erneut Open-Air-Party"