140 Festnahmen in drei Monaten, dazu aufgeflogene Schmuggelrouten in die Niederlande – Ibizas Partysommer steht 2026 im Zeichen der Drogenfahndung.
Spaniens Sicherheitsbehörde vermeldet einen neuen Rekord im Kampf gegen den Drogenhandel. Auf Ibiza sind seit Beginn der Sommersaison am 1. Juni 2026 über 140 Personen wegen Drogendelikten und Vergehen gegen die öffentliche Gesundheit festgenommen worden. Die Bilanz deckt gut drei Monate Hochsaison ab und liest sich wie ein Sittengemälde des ibizenkischen Nachtlebens jenseits des Balearenglitzers: Lachgaskartuschen im Kofferraum, Tütchen mit 2C-B, dazu die üblichen Verdächtigen Kokain und Ketamin.
Die Einsätze liefen dezentral über die ganze Insel verteilt, koordiniert von der Guardia Civil zusammen mit lokalen Polizeikräften. Ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit: Nach einer Verfolgungsjagd in Sant Antoni de Portmany fanden Beamte Lachgas im Fahrzeug eines Festgenommenen. In Santa Eulària des Riu wurde eine Person mit mutmaßlichem Ketaminhandel in Verbindung gebracht.
Wer braucht dich? Ich hab' Ibiza!
Ende Juni flog zudem eine Route zwischen Ibiza und den Niederlanden auf. Bei zwei Festnahmen stellte die Polizei in einer Wohnung auf der Insel 50 Kilo Ketamin und 22 Kilo Ecstasy sicher, in Rotterdam kamen 100 Kilo MDMA und über eine Tonne Vorläuferchemikalien dazu. Anfang August folgte ein noch größerer Schlag gegen ein Schleusernetzwerk, das Schnellboote zwischen Algerien und Spanien auch für Drogentransporte nutzte. Sechs der insgesamt 78 Festnahmen entfielen auf Ibiza.
Auch interessant

Parallel dazu zieht die Insel auch bei Partys selbst die Zügel an. Nach dem illegalen Villa-Rave "Anomalist" bei Sant Mateu mit über tausend Gästen und Namen wie Seth Troxler oder Dennis Cruz drohen erstmals auch DJs Konsequenzen. Wer trotz Vertragsklausel bei illegalen Partys auflegt, soll in renommierten Clubs wie Ushuaïa, Hï oder DC10 künftig nicht mehr gebucht werden.
Drogenrazzien gehören auf Ibiza seit Jahren zum festen Bestandteil der Sommerberichterstattung. Der Handel beschränkt sich allerdings nicht nur auf die Partymonate. Erst im vergangenen Februar hatte die Guardia Civil ein Netzwerk zerschlagen, das über drei Jahre hinweg Kokain, Haschisch und Marihuana per Schiff aus Südamerika und über die Fährrouten vom Festland auf die Insel brachte. Die Bilanz: 1.558 Kilo Kokain, fast elf Tonnen Haschisch, 26 Festnahmen.
Foto: Malagalabombonera - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0
