Allen & Heath Xone:K3 im Test – Toppt die Neuauflage den Klassiker?
Mit dem Xone:K3 veröffentlicht Allen & Heath die dritte Version seines beliebten Universal-Controllers, der DJs und Produzent:innen gleichermaßen ansprechen soll. Für das Update hat sich der britische Hersteller sehr lange Zeit gelassen und viele bewährte Konzepte der Vorgänger übernommen. Die neue Version soll jedoch mehr sein als eine rein kosmetische Neuauflage. Ob wir den Xone:K3 empfehlen können, erfahrt ihr in diesem Test.
Quick Facts
- Kompakter DJ-/Studio-Controller
- 52 Bedienelemente
- Dreifache Layer-Funktion
- USB-C-Anschluss für Spannung und Datenaustausch
- Aluminium-Druckguss Gehäuse
- Flexibel nutzbarer Controller für kleine Setups oder zur Ergänzung
Allen & Heath Xone:K3
Der gerade erschienene Allen & Heath Xone:K3 löst seine beiden Vorgänger Xone:K2 und Xone:K1 ab. Der Xone:K2 mit Soundkarte wurde im Jahr 2012 veröffentlicht, der nahezu baugleiche Xone:K1 ohne Audiointerface im Jahr 2014.
Der Neuzugang übernimmt die Gehäusegröße seiner Vorgänger und misst daher 358 x 135 x 49,5 mm bei einem Gewicht von 1,25 kg. Das solide ausgeführte Gehäuse aus Aluminium-Druckguss steht dank gummierter Füße auch auf einer glatten Oberfläche verrutschsicher. Die Verarbeitung des Controllers ist vorbildlich: Es gibt keine scharfen Kanten oder unsaubere Bohrungen, und auch die Materialqualität ist ansprechend. Die Fader laufen sauber auf ihren Bahnen und die verschraubten Potis sitzen spielfrei im Gehäuse.
Der Allen & Heath Xone:K3 wird mit einem USB-C-Kabel und einer Editor-Software für Mac und Windows geliefert. Eine Tasche wie beim K2 ist hingegen nicht enthalten. Das Gerät kostet 228 Euro.

Was, wo wie?
Xone:K3 Bedienoberfläche
Der Xone:K3 ist in mehrere Bereiche unterteilt und verfügt über vier identisch ausgestattete Kanalzüge. Von oben nach unten trifft man auf Potis mit Druckfunktion, Encoder mit Tastern, Fader und weitere Taster. Im unteren Bereich befinden sich globale Steuerelemente, mit denen sich Mehrfachbelegungen aktivieren lassen und die zum Scrollen und Aufrufen des Setup-Modus dienen. Insgesamt sind 52 Bedienelemente verbaut, die durch drei Layer bis zu 174 MIDI-Kommandos senden können. Die Layer-Funktion bietet zudem verschiedene Optionen, die wir uns im Praxisteil näher anschauen werden. Im Detail ist der K3 mit 30 Soft-Schaltern, vier Fadern, sechs Push-Encodern und zwölf Potis ausgestattet. Viele Bedienelemente sind zudem illuminiert.

Anschlüsse des Xone:K3
Das Allen- & Heath-Gerät ist auf der Rückseite mit einer USB-C-Buchse ausgestattet. Diese dient zum Datenaustausch und der Stromversorgung. Ein externes Netzteil entfällt somit. Das Gerät ist zudem Class Compliant und lässt sich ohne speziellen Treiber mit einem Windows-PC, einem MacOS-Computer oder einem iOS-Gerät (iPad/iPhone) verwenden. Zusätzlich ist ein X:Link-Eingang und -Ausgang vorhanden. Diese können per Netzwerkkabel für Verbindungen zu Xone-Mixern oder älteren Xone:K-Geräten genutzt werden. Aufgrund dieser Ausstattung sind verschiedene Controller-/Mixerkombinationen möglich, sodass sich ein umfangreicher, modularer Gerätepark aufbauen lässt.

Der Xone:K3 in der Praxis
Der Allen & Heath Xone:K3 wird per USB-Kabel, das dem Lieferumfang beiliegt, an einen Computer angeschlossen und kann auf verschiedene Weise konfiguriert werden. Einerseits sind Einstellungen direkt am Gerät möglich, indem man beim Starten den rechten unteren Encoder gedrückt hält. Dabei können der globale MIDI-Kanal eingestellt, die Mehrfachbelegung (Latching Layers genannt) aktiviert oder deaktiviert und das gewünschte Mapping geladen werden.
Die zweite, deutlich umfassendere Konfigurationsmöglichkeit ist die Programmierung des Geräts mithilfe der Editor-Software. Praktischerweise kann man den Editor parallel zur zu steuernden Software nutzen und so Änderungen im laufenden Betrieb vornehmen und direkt testen, ohne dass das Programm geschlossen und neu gestartet werden muss. Den Editor gibt es für Mac- und Windows-Computer. Er lässt sich intuitiv nutzen, da die meisten Funktionen grafisch dargestellt sind. In der rechten unteren Ecke ist ein MIDI-Monitorfenster platziert, so dass man die gesendeten MIDI-Daten der Bedienelemente mitverfolgen kann. Das ist ganz praktisch für ein gezieltes Vorgehen und auch für eine eventuelle Fehlersuche.
In der Editor-Software kann man den globalen MIDI-Kanal wählen, die Firmware aktualisieren und das Gerät mit einer selbstgewählten Bezeichnung versehen. Letzteres ist vor allem hilfreich, wenn man mehrere K3 verwendet, die sich beispielsweise über einen zwischengeschalteten USB-Hub anschließen lassen.
Die Tasten und Potis mit Druckfunktion lassen sich mit Noten oder Control-Change-Kommandos ausstatten. Fader und Drehregler senden dagegen ausschließlich Control Change. Darüber hinaus gibt es die Umschaltmethoden Gate (halten), Toggle (ein-/ausschalten) und Trigger (anstoßen) sowie die Möglichkeit, verschiedene Velocity-Werte beim Drücken oder Loslassen zu hinterlegen.
Zudem können für viele Bedienelemente die Farben der Beleuchtung bestimmt und bis zu drei Layer mit unterschiedlichen Belegungen programmiert werden. Eine komplette Belegung kann als Map gespeichert werden und bis zu vier Maps sind im Gerätespeicher ablegbar.
Hardware mit Softwaresteuerung
Da das Standard-Mapping des Xone:K3 die gleichen Belegungen umfasst wie das der Vorgängermodelle, lässt sich der Neuzugang sehr schnell in Betrieb nehmen. Auf der Website von Allen & Heath sowie auf zahlreichen anderen Seiten findet man fertige Maps für Ableton, Traktor, VirtualDJ etc. Die Mappings von Allen & Heath sind leider etwas versteckt (LINK).
Das dort angebotene Traktor-Pro-3-Mapping lässt sich problemlos auch in Traktor Pro 4 importieren. Nach der Umstellung des globalen MIDI-Kanals von 15 auf 14 in der Editor-Software des Controllers kann die Steuerung erfolgen. Mithilfe der Encoders im unteren Bereich kann in der Songsammlung navigiert und Songs in die Decks geladen werden. Das komplette Mapping ist ebenfalls als PDF-Datei enthalten, sodass keine Trial-and-Error-Methode erforderlich ist. Das Mapping ist eine gute Ausgangsbasis, individuelle Anpassungen sind jederzeit möglich.
Grundsätzlich kann der Xone:K3 mit allen Programmen kombiniert werden, die per MIDI steuerbar sind. Somit ist er im Studio, bei Live-Performances oder auch in Kombination nutzbar und kann neben DAWs auch virtuelle Instrumente oder Effekte steuern. Da die meisten MIDI-steuerbaren Programme über eine MIDI-Lernfunktion verfügen, lassen sich die Zuweisungen schnell vornehmen: Man selektiert die entsprechende Funktion, bewegt das Bedienelement – fertig. Durch die drei verfügbaren Belegungsebenen (Layer) kann der Xone:K3 für sehr viele Steuerungen genutzt werden. Zusätzlich kann bei Aktivierung des Layer-Modus festgelegt werden, ob nur bestimmte Bedienelemente, wie die unteren Taster, nur die oberen Regler und Taster oder alle Bedienelemente mehrfach benutzbar sein sollen. Der aktuell gewählte Layer wird per Farbumschaltung am Gerät eingeblendet, damit man nicht den Überblick verliert.
Der Controller eignet sich als alleinige Fernsteuerung für kleine, kompakte Setups. Er empfiehlt sich aber auch als Ergänzung zur Steuerung von Effekten, Stems, Loops und anderen kreativen Funktionen, wenn der Hauptcontroller diese Möglichkeiten nicht bietet oder die DJ-Software per Timecode kontrolliert wird.
In unserem Test ließen sich die Softwareparameter mit den Bedienelementen des Xone:K3 exakt steuern. Die Taster haben einen definierten Druckpunkt und die Fader laufen leicht auf ihren Bahnen. In einigen Anwendungsszenarien hätten wir uns bei den zwölf Potis jedoch eine fühlbare Neutralstellung gewünscht, um diesen Wert schnell und gezielt anfahren zu können.
Alternativen
Fazit
Der Xone:K3 von Allen & Heath ist ein solider Nachfolger der beliebten Modelle Xone:K1 und Xone:K2. Der Neuzugang überzeugt durch seine robuste Ausführung, vorbildliche Verarbeitung und exakte Parameterübertragung. Dank der dreifachen Layer-Option kann das Gerät sehr viele Ziele steuern und eignet sich sowohl für kleine DJ- oder Live-Setups als auch als Ergänzung im Studio. Bereits erstellte Mappings für die beiden Vorgängermodelle können nahtlos weiterverwendet werden. Dank der beiliegenden Editor-Software ist eine Geräteanpassung sehr einfach möglich und kann ohne Software-Neustart getestet werden. Für 228 Euro erhält man einen zuverlässigen Controller, der sich für Einsteiger:innen sowie Profis eignet.
Pro
Sehr robust ausgeführt
Vorbildliche Verarbeitung
Kompatibel zu Vorgängern
Viele Steuerungsoptionen durch Layer
Ohne Treiber kombinierbar mit Computern und iOS-Geräten
Kontra
Potis ohne Mittenrasterung
Preis:
228 Euro
Weitere Informationen gibt es auf der Website von Allen & Heath.
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