Tembo: Dieser hölzerne Sequencer macht Musikproduktion zum Brettspiel

Tembo: Dieser hölzerne Sequencer macht Musikproduktion zum Brettspiel

Allgemein. 17. März 2026 | / 5,0

Geschrieben von:
Christoph Benkeser

Was auf den ersten Blick wie ein edel gestaltetes Brettspiel aus Holz aussieht, entpuppt sich als eines der ungewöhnlichsten Musikinstrumente: Tembo von Musical Beings ist ein magnetischer Step-Sequencer mit integriertem Sampler – und auf Kickstarter gerade auf dem Weg, ein viraler Crowdfunding-Erfolgzu werden.

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Die Kampagne hat ihr ursprüngliches Finanzierungsziel von rund 43.500 Euro in wenigen Stunden gesprengt. Zum aktuellen Zeitpunkt haben über 4.750 Unterstützende mehr als 1,6 Millionen Euro in Tembo investiert. Das entspricht dem rund 38-fachen des ursprünglichen Ziels. Ein Erfolg, der auch auf die Zusammenarbeit mit TCF Team zurückzuführen ist. Dabei handelt es sich um eine der größten Crowdfunding-Marketing-Agenturen am Markt, die Kampagnen von der Produktidee bis zur Markteinführung begleitet.

Brettspiel trifft Drum Machine

Das Herzstück von Tembo ist ein 8×5-Matrix-Sequencer, der mit runden, magnetischen Holzspielsteinen bedient wird – ähnlich wie bei Backgammon oder Mühle. Was zunächst nach einer Spielerei klingt, ist ein vollwertiger 16-Step-Sequencer. Wer zwei Magnete in eine Spalte stapelt, triggert die erste und zweite 16tel-Note. Wer einen Magneten umdreht, verschiebt ihn auf den Off-Beat und fügt so Synkopen ins Pattern ein.

Dazu kommen fünf Spuren mit jeweils acht Steps, eine Swing-Funktion, Mute-Schalter pro Spur sowie ein Kit-Selector für verschiedene Drum-Sounds. Gegenüber herkömmlichen Drum Machines, die Anfänger:innen oft mit ihren Menüs und Tastenkürzeln abschrecken, setzt Tembo bewusst auf ein intuitives, haptisches Konzept. Rhythmen werden nicht programmiert, sondern buchstäblich gelegt.

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Sampler, Looper und Studio-Einbindung

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Tembo soll außerdem ein vollwertiger Sampler sein. Über ein eingebautes Mikrofon oder einen Line-In-Eingang lassen sich eigene Sounds aufnehmen und direkt in Beats einbauen. Eine Loop-Machine erlaubt es, Backing-Tracks parallel zum programmierten Pattern abzuspielen. Effekte und Modulationen lassen sich per Audio-FX-Selector mit Dry/Wet-Regler hinzumischen. Wer das Gerät in den Studio-Kontext einbinden möchte, nutzt den MIDI-Out-Anschluss zur Kommunikation mit DAWs oder anderen Instrumenten.

Integriertes WLAN und Bluetooth öffnen Tembo zusätzlich für ein digitales Ökosystem. Über die Tembo-App lassen sich Patterns verwalten, neue Sample-Packs laden, Aufnahmen in der Cloud speichern und Firmware-Updates einspielen. Die zugehörige Musical Beings Academy bietet interaktive Lerneinheiten für Einsteiger:innen.

Gemacht für alle, die mit Musik spielen

Hinter Tembo steckt das Gründerteam von Musical Beings, ehemalige Mitarbeitende von Google, Waves Audio und Wix, die das Gerät nach eigener Aussage als Eltern und Musikliebhaber:innen entwickelt haben. "Wir wollen, dass sich jeder musikalisch fühlt, besonders die jüngsten Musikerinnen und Musiker", so Mitgründer Ayal Rosenberg.

Tembo ist bereits von den Abbey Road Studios zertifiziert und wurde auf der NAMM gezeigt, wo es breite Begeisterung auslöste. Der Kickstarter-Preis beträgt 369 US-Dollar (320 Euro), der geplante Endkund:innenpreis liegt bei 550 Dollar (477 Euro). Die Auslieferung ist für Januar 2027 geplant. Wichtig für deutsche Käufer:innen: Der Versand ist nicht im Kickstarter-Preis enthalten und wird später über den sogenannten Pledge Manager separat abgerechnet. Außerdem können zusätzlich Zölle und Steuern anfallen.

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