Studio 48: Im österreichischen Hinterland eröffnet ein Club in einem Flirtlokal
Foto: C.Stadler/Bwag - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

Studio 48: Im österreichischen Hinterland eröffnet ein Club in einem Flirtlokal

News. 8. April 2026 | / 5,0

Geschrieben von:
Christoph Benkeser

Wer in Österreich an Clubkultur denkt, dem fällt zuerst Wien ein – das Flex am Donaukanal, die Grelle Forelle oder die Gürtel-Clubs. Für das Hinterland gilt das weniger. In der Bezirksstadt Vöcklabruck soll sich das nun ändern. Etwa 50 Kilometer südwestlich von Linzeröffnet ein Club, der auf elektronische Musik, selektiven Einlass und Dresscode setzt. Das Projekt heißt Studio 48 und entsteht ausgerechnet in einer Kontaktbar.

Zwei Welten unter einem Dach

Das G'spusi, ein sogenanntes Flirtlokal, ist in der Region seit Jahren eine feste Größe. Betreiber Robert Wolfschluckner führt das Lokal und betreibt nebenbei ein Sonnenstudio in der Stadt. Das G'spusi selbst versteht sich, wie der Name schon verrät, als Ort zum Kennenlernen. Genau in diese Location baut Wolfschluckner nun einen zweiten Bereich ein – räumlich getrennt vom G'spusi, mit eigenem Konzept und eigener Identität. 

Das Studio 48 soll laut Betreiber eine "zusätzliche Fortgehmöglichkeit für Fans der House- und Electro-Szene" schaffen und das Angebot "moderner und exklusiver gestalten". Das G'spusi bleibt dabei unangetastet, läuft weiter freitags und samstags. Das Studio 48 öffnet zunächst jeden Freitag.

House Kitchen zum Auftakt

Das Opening am 10. April 2026 steht unter dem Motto "House Kitchen". Musikalisch sollen sich die drei angekündigten DJs zwischen Nu Disco, House und Tech House bewegen. Genres, die die europäische Clubszene dominieren. In einer Kleinstadt im oberösterreichischen Hausruckviertel gehören sie neben Schlager und Throwback-Partys aber eher zur Seltenheit.

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Beim Einlass setzt das Studio 48 deshalb auf eine klare Linie: "Dress to impress", der Zutritt ist selektiv. Das ist für die Region ungewohnt und dürfte kein Zufall sein. Wolfschluckner will sich bewusst als neue, hochwertige Nightlife-Adresse positionieren, mit "Hightech-Sound", "hausgemachten Cocktails" und einem Ambiente, das sich von der klassischen Dorfdisco abhebt.

Clubkultur am Land: eine Lücke

Das Konzept könnte aufgehen. Schließlich wird das Nachtleben in der Provinz seit jeher von größeren Entertainmentgruppen dominiert, deren Konzepte sich vor allem auf Mainstream-Partys und klassische Diskotheken stützen. Wer in der Region nach House oder kuratierten Clubnächten sucht, fährt typischerweise nach Linz oder gleich nach Wien.

Das Studio 48 will hier ansetzen und eine Nachfrage bedienen, die bisher kaum ein Angebot hatte. Die Kombination aus etablierter Infrastruktur im G'spusi und dem neuen Anspruch des Studio 48 könnte also ein kluger Schachzug sein. Aber auch eine Frage der Zielgruppe, die man im ländlichen Raum erst mobilisieren muss.

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