Squarp Instruments Hapax im Test: Brauchst du mit diesem Sequencer noch Software?
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Squarp Instruments Hapax im Test: Brauchst du mit diesem Sequencer noch Software?

Tests. 11. Oktober 2026 | 5,0 / 5,0

Geschrieben von:
Pascal Blunk

Wer sein Studio mit mehreren Synthesizern, Drumcomputern und Eurorack-Modulen bestückt, steht irgendwann vor der Herausforderung, all diese unterschiedlichen Klangerzeuger sinnvoll anzusteuern und unter Kontrolle zu halten. Genau an dieser Schnittstelle setzt Squarp Instruments an und schickt mit dem Hapax ein neues Flaggschiff ins Rennen, das als ultimatives Sequencer-Gehirn für komplexe Hardware-Setups antritt.

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Squarp Instruments Hapax
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Die technische Besonderheit ist hier das Dual-Projekt-Konzept, wodurch sich zwei komplett unabhängige Projekte für flüssigere Track-Übergänge gleichzeitig öffnen und steuern lassen. Mit 128 RGB-Matrix-Pads, 9 gerasterten Klick-Encodern, zwei OLED-Displays und einer enormen Anschlussvielfalt für MIDI, USB sowie CV- und Gate-Signale bringt der Hapax außerdem ein beeindruckendes Gesamtpaket auf den Tisch. Aber wie schlägt sich der Sequenzer in anspruchsvollen Live-Performances und wie intuitiv lässt sich eine so enorme Funktionstiefe im Zusammenspiel mit der restlichen Hardware bedienen? Das zeigt sich in unserem Test.

Hapax
Der Hapax von Squarp Instruments ist ein umfangreicher Hardware-Sequenzer.

Quick Facts

  • Dual-Projekt-Architektur zum gleichzeitigen Laden und Überblenden zweier unabhängiger Projekte
  • 16 polyphone Spuren pro Projekt mit jeweils 16 Patterns
  • Zwei OLED-Displays zur geteilten Darstellung von Sequenzen, Automationskurven und Parameterwerten
  • Generative Werkzeuge mit algorithmischer Sequenzerstellung und 16 vielseitigen MIDI-Effekten zur schnellen Ideenfindung und Manipulation von Sequenzen
  • Umfangreiches MIDI-I/O mit zahlreichen Eingängen und Ausgängen über DIN, TRS und USB

Der neue Sequenzer-Maßstab?

Der Squarp Instruments Hapax macht als Hardware-Sequenzer im Praxiseinsatz eine hervorragende Figur und erweist sich als extrem mächtige Zentrale für komplexe Hardware-Setups. Ein großer Pluspunkt ist die durchdachte Dual-Projekt-Architektur, mit der sich zwei unabhängige Projekte gleichzeitig abspielen lassen. Das macht Übergänge im Live-Betrieb organischer und flüssiger, was den Hapax deutlich von seiner Konkurrenz abhebt. Zudem ist die Bedienung trotz des enormen Funktionsumfangs sehr übersichtlich gelöst und sorgt für eine angenehm flache Lernkurve. Die beiden getrennten Displays ermöglichen außerdem eine exzellente visuelle Übersicht, während das üppige I/O-Panel perfekte Anschlussmöglichkeiten für Synthesizer und Modularsysteme bietet.

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Auf der Kehrseite steht allerdings der recht hohe Anschaffungspreis für einen reinen Sequencer ohne eigene Klangerzeugung. Wer hier zuschlägt, muss außerdem damit leben, dass die Pads auf der großen Matrix leider nicht anschlagdynamisch oder MPE-fähig sind. Wer über diese Punkte hinwegsehen kann, bekommt hier dennoch einen erstklassigen Sequencer, der seiner Konkurrenz in einigen Punkten voraus ist.

Der Squarp Instruments Hapax überzeugt trotz recht hohem Preis auf voller Linie.

Gehäuse, Haptik und Bedienkomfort

Squarp Instruments kombiniert beim Gehäuse des Hapax eine robuste Aluminium-Frontplatte mit einer Kunststoff-Gehäusewanne. Mit Maßen von 385 x 206 x 58 mm erschien das Gerät auf den ersten Blick etwas größer als erwartet, steht mit einem Gewicht von 1,86 kg aber absolut rutschfest auf dem Studiotisch.

Das funktionale Zentrum des Hapax bildet die Matrix aus den 128 RGB-Pads. Diese sind zwar leider nicht anschlagdynamisch oder MPE-fähig, lassen sich dafür aber trotzdem problemlos für das Setzen von Steps oder das Einspielen von Melodien verwenden. Auch die Funktions-Taster sind sauber verarbeitet und besitzen einen klar definierten Druckpunkt.

Was direkt ins Auge springt, sind die zwei Displays, die gemeinsam mit den neun gerasterten Endlos-Encodern die Menüführung und Parametersteuerung übernehmen. Sie bieten ebenfalls ein angenehmes Bediengefühl, gerade beim Ansteuern von externen Synth-Parametern fällt hier aber die Rasterung etwas negativ auf, da es sich dadurch etwas weniger direkt anfühlt.

Das Bedienkonzept des Hapax ist dabei klar auf minimale Klickwege ausgelegt. Über vier dedizierte Taster wird direkt zwischen den Modi Live, Step, Pattern und Automation umgeschaltet, wodurch das mühselige Navigieren in Menüstrukturen größtenteils entfällt. Da sekundäre Funktionen und essenzielle Shortcuts als Zweitfunktionen auf die Taster gedruckt sind, bleibt die Bedienung also stets intuitiv und übersichtlich.

Was einem beim Hapax wohl als Erstes ins Auge fällt, sind die riesige Pad-Matrix und die zwei großen Displays, die gemeinsam für eine hervorragende Übersicht sorgen.

Konnektivität ohne Kompromisse

Squarp Instruments setzt hier auf ein breites Spektrum an Anschlüssen, die sowohl klassisches MIDI-Equipment, moderne USB-Controller als auch analoge Modular-Systeme abdecken. Bereits die MIDI-Schnittstellen stellen hier einige Konkurrenten in den Schatten:

  • Eingänge: 1x Full-Size DIN-MIDI-In und 1x TRS-MIDI-In
  • Ausgänge: 3x Full-Size DIN-MIDI-Out und 1x TRS-MIDI-Out

In Kombination mit den USB-MIDI-Verbindungen entfaltet das Gerät hier also enorme Routing-Kapazitäten. Da jeder der Eingänge (DIN, TRS, USB-Host und USB-Device) bis zu 16 MIDI-Kanäle empfangen kann, ergibt sich eine stolze Kapazität von insgesamt 64 MIDI-Eingangskanälen und 96 MIDI-Ausgangskanälen.

Über den USB-A-Anschluss (USB-Host) lassen sich Controller oder Keyboards direkt und ohne den Umweg über einen Computer in das Hardware-Setup integrieren. Für die Anbindung und MIDI-Übertragung an den Rechner steht wiederum der USB-B-Anschluss (USB-Device) zur Verfügung.

Auch für die Einbindung analoger Modular-Systeme bringt das rückseitige Anschlussfeld alles Notwendige im 3,5-mm-Format mit. Über zwei CV-Eingänge können externe Steuerspannungen aufgezeichnet werden, während für die analoge Ansteuerung vier CV-Ausgänge und vier Gate-Ausgänge zur Verfügung stehen. Abgerundet wird die Ausstattung durch einen 6,35-mm-Klinkeneingang (Switch-In) für einen Fußschalter und einen SD-Karten-Slot für die Projektspeicherung und Firmware-Updates.

Der Squarp Instruments Hapax verfügt über sehr vielseitige Ein- und Ausgänge zur Einbindung unterschiedlichster externer Hardware.

Der logische Workflow in vier Modi

Der Workflow des Hapax ist im Kern in vier Modi unterteilt: Live, Step, Pattern und Automation. Jeder Modus verfolgt dabei ein klares Konzept und lässt sich über die Funktions-Taster auf Knopfdruck aktivieren.

Das Konzept ist dabei sehr durchdacht. Während der Live-Modus die Pad-Matrix in flexible Layouts für Melodien, Akkorde und Drums verwandelt, bietet der Step-Modus ein intuitives Notenraster für präzises Editing. Die spaltenbasierte Clip-Übersicht des Pattern-Modus erinnert dabei an DAW-Workflows wie in Ableton Live und erlaubt schnelles Arrangieren, während im Automation-Modus Parameterverläufe bearbeitet und direkt über die Pads gezeichnet werden können. 

Die physische Anordnung der acht Encoder mit vier Reglern links und vier rechts vom Display erfordert im Eifer des Gefechts (gerade wenn man regelmäßiger Nutzer von Elektron-Geräten ist) anfangs jedoch kurzes Nachdenken darüber, welcher Regler dem jeweiligen Bildschirmsegment zugeordnet ist. Hat man es aber einmal verinnerlicht, bremst einen auch hier nichts mehr aus.

Insgesamt ist Squarp Instruments mit dem Hapax also ein sehr zielorientierter und effizienter Workflow gelungen, der vom Erstellen der ersten Sequenz bis hin zum finalen Live-Set sowohl intuitiv als auch übersichtlich bleibt, ohne dabei an funktioneller Tiefe einzusparen.

Generative Werkzeuge und MPE-Steuerung

Als kreative Ideenschmiede im Studio bietet der Hapax die Möglichkeit, komplette Sequenzen auf Knopfdruck rein algorithmisch zu erstellen. Für diese automatisierte Generierung stehen verschiedene Optionen zur Auswahl, mit denen man gezielt den Stil, die Notendichte, die Tonart sowie den rhythmischen Rahmen vorgibt, woraufhin das Gerät augenblicklich ein passendes Notenmuster ausspuckt. Die hier erzeugten Sequenzen sind im Test überraschend gut ausgefallen, weshalb sie sich ideal zur Ideenfindung eignen.

Pro Spur lassen sich außerdem bis zu 16 Echtzeit-MIDI-Effekte hintereinander schalten, zu denen unter anderem Arpeggiatoren, Harmonizer oder euklidische Rhythmusgeneratoren gehören. Die Auswahl an Effekten ist hier wirklich vielseitig, sodass sich so einige interessante und ungeplante "Happy Accidents” erzielen lassen.

Da diese Effekte non-destruktiv arbeiten, bleibt das ursprüngliche MIDI-Material im Speicher unverändert, während die mathematischen Algorithmen neue Variationen, zufällige Notenwerte und unvorhersehbare Sequenzverläufe erzeugen können.

Squarp Instruments Hapax MIDI-Effekte

In dieses kreative Konzept fügt sich auch die Time-Elasticity-Funktion ein. Jede Spur kann mit einer elastischen Geschwindigkeit versehen werden, die sich in Prozentwerten der globalen BPM definieren lässt. In der Praxis erlaubt dies aber weit mehr als nur das einfache Umschalten auf halbes oder doppeltes Tempo. Denn durch minimale Prozentabweichungen verschieben sich die Patterns einzelner Spuren rhythmisch zueinander. Es entstehen filigrane Phasenverschiebungen, die den Arrangements ein organisches Eigenleben verleihen. 

Für modernes Sounddesign sollten wir noch einen Blick auf die umfassende MPE-Unterstützung des Sequenzers werfen. Auch wenn die Pads selbst nicht MPE-fähig sind, ist der Sequenzer an sich durchaus MPE-fähig. Für den vollen Funktionsumfang von MPE sollte hier also definitiv ein externer MPE-fähiger Controller verwendet werden. Der Hapax zeichnet dann die komplexen Datenströme des MPE-Controllers vollständig auf und visualisiert die Kurven auf den Displays für eine nachträgliche Bearbeitung. Wer MPE ohne externen Controller nutzen möchte, erhält aber dennoch die Möglichkeit, "Pressure” und "Timbre” über die Regler 6 und 7 des Hapax zu steuern und aufzuzeichnen, was natürlich deutlich weniger intuitiv ist als mit einem echten MPE-Controller.

Zwei Projekte im fliegenden Wechsel 

Die größte Besonderheit für die Bühne ist die Möglichkeit, zwei eigenständige Projekte parallel aktiv zu halten, was im Test erstaunlich gut funktioniert. Da beide Projekte zwingend im gleichen Tempo laufen, werden Übergänge zwischen zwei Tracks deutlich flüssiger.

Während einer Live-Performance lassen sich dadurch melodische Elemente des nächsten Titels bereits auf einer Spur abspielen, während die übrigen Spuren noch die Sequenzen des vorherigen Songs wiedergeben. Da Program Changes direkt auf Pattern-Ebene greifen, schaltet der Hapax auf Wunsch auch das Preset des angesteuerten Synthesizers automatisch mit um, was komplexe Live-Sets mit vielen Preset-Wechseln enorm vereinfachen kann.

Plug-and-Play statt Mapping-Frust

Für eine schnelle Einbindung externer Klangerzeuger im Studio sorgt die aktive Community. Es stehen nämlich zahlreiche fertige Mappings für gängige Hardware-Synthesizer zur Verfügung, in denen bereits alle wichtigen MIDI-CC-Befehle hinterlegt sind. Das zeitaufwendige manuelle Zuweisen einzelner Parameter entfällt also bei den gängigsten Geräten. Über diese Mappings lässt sich beispielsweise ein Parameter wie der Filter-Cutoff sofort über die Encoder des Hapax ansteuern und im Automation-Modus aufzeichnen. 

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Fazit

 

Gesamtwertung:
4,5 von 5,0
Qualität:  
5,0 von 5,0
Preis-Leistung:  
4,0 von 5,0

Pro

Es können zwei Projekte zeitgleich aktiv sein für bessere Übergänge zwischen Tracks
Einfache & intuitive Bedienung trotz komplexem Funktionsumfangs mit schneller Lernkurve
Umfangreiches I/O für komplexe Hardware-Setups 
Gute Übersicht dank zwei Displays

Kontra

Hoher Preis für einen reinen Sequenzer 
Pads sind weder Velocity-sensitiv noch MPE-fähig

Preis:

1285 EUR

Weitere Informationen gibt es auf der Website von Squarp Instruments.

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