Semi-modulare Synthesizer: Diese fünf Konzepte prägen 2026
Foto: Presse@Arturia

Semi-modulare Synthesizer: Diese fünf Konzepte prägen 2026

Allgemein. 27. Februar 2026 | 5,0 / 5,0

Geschrieben von:
Pascal Blunk

Semi-modulare Synthesizer haben sich in den vergangenen Jahren zu einer festen Größe entwickelt, wenn es um eigenständige Klanggestaltung jenseits klassischer Preset-Logik geht. Sie verbinden einen sofort spielbaren Grundsound mit der Möglichkeit, tief in den Signalfluss einzugreifen und ihn Schritt für Schritt zu verändern. Genau diese Kombination macht sie für viele Produzierende interessant, die sich nicht zwischen fester Struktur und experimenteller Freiheit festlegen möchten.

Quick Facts

  • Zwischen Instrument und Experiment: Semi-modulare Synthesizer verbinden sofort spielbare Klänge mit der Möglichkeit, den Signalfluss später gezielt zu verändern
  • Patchpunkte bestimmen die Freiheit: Anzahl und Anordnung der Patchanschlüsse entscheiden darüber, wie tief sich in den Klang eingreifen lässt
  • Sequencer oder Modulation als Schwerpunkt: Manche Geräte sind auf rhythmische Patterns ausgelegt, andere auf Klangformung und Bewegung
  • Klangcharakter ist entscheidend: Filter und Oszillatoren prägen den Grundsound oft stärker als der reine Funktionsumfang
  • Anbindung an bestehende Setups: MIDI, CV-Gate und Eurorack-Kompatibilität beeinflussen, wie gut sich ein Synth in vorhandene Studio- oder Live-Umgebungen einfügt

Semi-modular?

Das Spektrum der semi-modularen Synths reicht dabei von klar ausgelegten Instrumenten für Sequenzen und Basslines bis hin zu kreativen Klangwerkzeugen, die eher zum Erkunden als zum Wiederholen einladen. Je nach Arbeitsweise, Erfahrung und musikalischem Ziel fallen diese Unterschiede stärker ins Gewicht, als es auf den ersten Blick scheint. Aber welche Kandidaten fallen hier besonders positiv auf?

Um diese Frage zu beantworten, habe ich euch einmal die besten Geräte des semi-modularenSegments zusammengestellt, die jeweils einen eigenen Ansatz verfolgen und genau darin ihre besondere Stärke zeigen.

Behringer Crave - Bestes Einstiegsgerät

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Der Behringer Crave ist als klassischer analoger Mono-Synth aufgebaut und folgt einem vertrauten Signalfluss aus Oszillator, Filter und Verstärker, der auf einen klar nachvollziehbaren, klassisch subtraktiven Aufbau setzt. Herzstück ist ein analoger VCO mit Suboszillator, der zusammen mit dem resonanzfähigen Ladder-Filter einen druckvollen, klar definierten Grundsound liefert. Über die Patchbay mit rund 30 Patchpunkten lässt sich dieser feste Signalweg jedoch gezielt öffnen. Modulationsquellen wie Hüllkurve, LFO oder externe CV-Signale können auf Pitch, Filter oder Lautstärke geroutet werden, ohne dass der Synth dabei seine Übersicht verliert. Ergänzt wird das Ganze durch einen integrierten 32-Step-Sequencer, mit dem sich melodische Patterns und Akzente direkt im Gerät umsetzen lassen. Dadurch funktioniert der Crave nicht nur als Lernplattform für semi-modulare Konzepte, sondern auch als vollwertiges Instrument.

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Behringer Crave
Behringer Crave
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(656)

Als das preiswerteste Gerät dieser Liste eignet sich der Crave besonders für Neulinge und den Einsatz in Lernumgebungen, da sich Aufbau und Funktionsweise von Synthesizern damit leicht nachvollziehen lassen. Im Vergleich zu komplexeren Modellen bietet er zwar weniger Patchtiefe, punktet dafür aber mit Verständlichkeit und intuitiver Bedienung. Neben seinem übersichtlichen und einsteigerfreundlichen Aufbau überzeugt der Crave aber auch klanglich auf voller Linie. Wer also einen semi-modularen Synth sucht, der technische Grundlagen vermittelt, ohne dabei klanglich limitiert zu wirken, findet mit dem Behringer Crave ein Gerät, das genau diesen Spagat überzeugend umsetzt. 

Wer Gefallen an diesem Ansatz findet und langfristig tiefer in die semi-modulare Welt einsteigen möchte, stößt früher oder später auf das Original, an dem sich der Crave konzeptionell orientiert. Geräte wie der Moog Mother-32 greifen dieselbe Grundidee auf, setzen sie jedoch mit einem stärkeren Fokus auf Klangcharakter, Verarbeitung und Eurorack-Integration um. Der Crave bleibt damit ein idealer Ausgangspunkt, um diesen Weg kennenzulernen, bevor sich der Blick auf höherpreisige Varianten mit eigenständiger klanglicher Handschrift richtet.

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Moog Mother-32
Moog Mother-32
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(199)

Arturia MiniBrute 2S - Sequencing/Performance-Workhorse

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Der Arturia MiniBrute 2S verfolgt einen deutlich anderen Ansatz und stellt das Thema Sequencing konsequent in den Mittelpunkt. Statt sich primär über einen klassischen Synthesizer-Workflow zu definieren, versteht sich der MiniBrute 2S als performance-orientiertes Instrument, bei dem der Sequencer nicht nur Noten vorgibt, sondern aktiv in Klangverlauf, Dynamik und Bewegung eingreift. Zwei analoge Oszillatoren, das charakteristische Steiner-Parker-Filter und eine umfangreiche Patchbay bilden die klangliche Basis, werden jedoch erst durch den dreispurigen Sequencer wirklich ausgespielt. Pitch, Gate und Modulation lassen sich unabhängig voneinander programmieren, was den MiniBrute 2S weniger zum reinen Klanggenerator, sondern vielmehr zu einer beweglichen, rhythmisch geprägten Klangquelle macht.

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Arturia MiniBrute 2S Noir
Arturia MiniBrute 2S Noir
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(19)

Gerade im Vergleich zum Crave hebt sich der MiniBrute 2S durch diesen stark sequencergetriebenen Workflow ab. Während dort Sequenzen meist Ausgangspunkt für klassische Basslines oder Leads sind, rückt der MiniBrute 2S komplexe Pattern, Modulationsverläufe und performative Eingriffe in den Vordergrund. Dadurch eignet er sich besonders für Live-Setups, in denen Abläufe spontan verändert, neu kombiniert oder von Hand weitergeführt werden sollen. Gleichzeitig fungiert er dank seiner umfangreichen CV- und Gate-Anschlüsse als zentrale Schaltstelle in hybriden Setups und lässt sich problemlos mit anderen semi-modularen oder modularen Geräten verbinden. Für Produzierende, die weniger einen statischen Synth und mehr ein aktives Steuerinstrument suchen, ist der MiniBrute 2S eine der spannendsten Optionen im semi-modularen Segment.

Make Noise 0-Coast – West-/No-Coast-Sounddesign

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Der Make Noise 0-Coast bricht bewusst mit vielen Erwartungen, die man an einen klassischen Synthesizer stellt, und verfolgt einen Ansatz, der stärker aus der West-Coast-Tradition kommt. Statt eines festen Weges von Oszillator über Filter zum Verstärker steht hier die Formung von Klangfarbe und Dynamik im Vordergrund. Ein einzelner Oszillator bildet die Basis, wird jedoch nicht klassisch gefiltert, sondern über Waveshaping, spannungsgesteuerte Dynamikbearbeitung und gezielte Modulationen in sehr unterschiedliche Klangzustände überführt. Die Patchbay ist dabei kein optionales Extra, sondern ein integraler Bestandteil des Konzepts. Viele klangliche Veränderungen entstehen erst durch das Zusammenspiel von Function-Generator, Overtone- und Multiply-Sektionen, wodurch sich der 0-Coast weniger wie ein traditioneller Synth und mehr wie ein kompaktes Klanglabor anfühlt.

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Make Noise 0-Coast
Make Noise 0-Coast
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(78)

Im Vergleich zu den anderen Geräten auf dieser Liste nimmt der 0-Coast damit eine klare Sonderrolle ein. Während Crave und MiniBrute 2S stärker aus der subtraktiven Denkweise herausarbeiten, lädt der 0-Coast dazu ein, den Klang weniger über klassische Filterfahrten, sondern über das Zusammenspiel von Modulation, Dynamik und Timbre zu formen. Das macht ihn besonders interessant für Sounddesign, experimentelle Musik, Ambient oder als bewussten Gegenpol in einem ansonsten klassisch aufgebauten Setup. Wer gezielt nach neuen Klangfarben sucht und bereit ist, gewohnte Synthesewege zu verlassen, findet im Make Noise 0-Coast ein Instrument, das weniger erklärt und dafür umso mehr zum Entdecken anregt.

Behringer Neutron – Patch-orientiertes Sounddesign

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Der Behringer Neutron ist von Grund auf als offenes, semi-modulares Instrument gedacht, bei dem der Signalfluss nicht nur erweitert, sondern weitgehend freigegeben wird. Zwei analoge Oszillatoren bilden die klangliche Basis und werden von einem Multimode-Filter ergänzt, das sowohl klassische als auch deutlich kantigere Klangfarben zulässt. Entscheidend ist jedoch die großflächige Patchbay, über die sich nahezu jeder Teil der Klangerzeugung und Modulation neu verschalten lässt. Modulationsquellen, Audiowege und Steuersignale stehen gleichberechtigt nebeneinander und laden dazu ein, den Synth immer wieder neu zu konfigurieren. Distortion und Delay sind dabei fest integriert und erweitern den Klangraum zusätzlich, ohne dass externes Equipment nötig wird.

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Behringer NEUTRON
Behringer NEUTRON
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(452)

In der Praxis zeigt sich der Neutron daher weniger als klar geführtes Instrument, sondern viel mehr als Werkzeug für klangliche Erkundung. Er eignet sich besonders für Produzierende, die sich intensiv mit Modulationen, ungewöhnlichen Signalwegen und sich entwickelnden Sounds beschäftigen möchten. Im Studio lässt er sich sowohl als eigenständige Mono-Stimme einsetzen als auch als Patch-Zentrale, aus der Steuersignale und Klangmaterial für andere Geräte entstehen. Durch sein Eurorack-Format fügt sich der Neutron zudem nahtlos in modulare Umgebungen ein und kann damit ideal als Ausgangspunkt für den Aufbau eines eigenen Systems dienen. Wer im semi-modularen Umfeld bewusst Freiräume sucht und bereit ist, sich auf einen weniger vorgegebenen Workflow einzulassen, findet hier ein Instrument, das langfristig immer neue Möglichkeiten eröffnet.

Intellijel Cascadia – High-End Desktop-Modular

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Der Intellijel Cascadia richtet sich an Produzierende, die im semi-modularen Bereich möglichst wenig Kompromisse eingehen möchten. Das Gerät ist als vollständige, leistungsfähige Synthesizer-Stimme konzipiert und verbindet klassische subtraktive Elemente mit westlich geprägten Modulen zu einem sehr dichten, aber logisch aufgebauten Gesamtsystem. Zwei Oszillatoren, mehrere Hüllkurven und LFOs, Wavefolder, Multimode-Filter und Lowpass-Gate sind hier klar aufeinander abgestimmt und werden durch eine außergewöhnlich umfangreiche Patchbay miteinander verknüpft. Trotz dieser Tiefe bleibt der Cascadia dank sinnvoller Normalisierungen jederzeit spielbar und übersichtlich. Er fühlt sich weniger wie ein einzelner Synth an, sondern eher wie ein kompaktes, sorgfältig kuratiertes Modularsystem in einem geschlossenen Gehäuse.

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Intellijel Designs Cascadia
Intellijel Designs Cascadia
Kundenbewertung:
(2)

Im Vergleich zu den anderen Geräten dieser Liste markiert der Cascadia klar das obere Ende der Skala. Während Crave, MiniBrute 2S, 0-Coast und Neutron jeweils bestimmte Schwerpunkte setzen, versucht der Cascadia, möglichst viele Ansätze in einem Instrument zusammenzuführen. Das macht ihn besonders attraktiv für fortgeschrittene Anwender und Profis, die tief in Modulation, Signalfluss und Klangformung eintauchen möchten, ohne sofort ein komplettes Eurorack aufzubauen. Gleichzeitig eignet er sich hervorragend als zentrale Stimme in einem bestehenden Modularsystem oder als Ausgangspunkt für ein später wachsendes Rack. Wer im semi-modularen Segment maximale Freiheit, hohe klangliche Qualität und ein durchdachtes Gesamtkonzept sucht, findet im Intellijel Cascadia ein Instrument, das auch mit steigenden Ansprüchen nicht an seine Grenzen stößt.

Semi-modulare Synthesizer: Alternativen

Neben den von uns ausgewählten gibt es natürlich auch noch weitere, die infrage kommen und einen Platz unserer Liste verdient hätten:

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Moog Grandmother
Moog Grandmother
Kundenbewertung:
(135)
Dreadbox Nyx RE
Dreadbox Nyx RE
Kundenbewertung:
(2)
Pittsburgh Modular Taiga
Pittsburgh Modular Taiga
Kundenbewertung:
(8)

Semi-modulare Synthesizer: Fazit

Semi-modulare Synthesizer zeigen sich vor allem dann stark, wenn klar wird, dass es nicht den einen richtigen Ansatz gibt, sondern unterschiedliche Werkzeuge für unterschiedliche Arbeitsweisen. Der Behringer Crave bietet hier einen besonders zugänglichen Einstieg und vermittelt grundlegende Synthese- und Patch-Konzepte, ohne dabei auf musikalische Alltagstauglichkeit zu verzichten. Er eignet sich ideal, um erste Erfahrungen mit semi-modularen Signalwegen zu sammeln und ein solides Verständnis für den Aufbau analoger Synthesizer zu entwickeln.

  • Mit dem Arturia MiniBrute 2S verschiebt sich der Fokus deutlich in Richtung Sequencing und Performance. Er richtet sich an Produzierende, die mit Patterns, Modulationen und live veränderbaren Abläufen arbeiten und den Synth weniger als statisches Instrument, sondern als aktives Steuer- und Performance-Werkzeug verwenden.
  • Der Make Noise 0-Coast nimmt innerhalb dieser Auswahl eine Sonderrolle ein und empfiehlt sich vor allem für Sounddesign, experimentelle Musik und alle, die bewusst jenseits klassischer subtraktiver Denkweisen arbeiten möchten. Sein Ansatz lädt dazu ein, Klang über Bewegung, Dynamik und Timbre zu formen und vertraute Synthesewege gezielt zu verlassen.
  • Mit dem Behringer Neutron kommt ein Instrument ins Spiel, das sich besonders an Produzierende richtet, die maximale Offenheit im Signalfluss suchen. Er bietet viel Patchtiefe, integrierte Klangformung und eignet sich sowohl als Experimentierfeld im Studio als auch als Ausgangspunkt für den Aufbau eines eigenen Eurorack-Systems.
  • Der Intellijel Cascadia, der als umfassendes, hochflexibles System vor allem fortgeschrittene Anwender anspricht. Er verbindet unterschiedliche Syntheseansätze in einem durchdachten Gesamtkonzept und eignet sich sowohl als zentrale Stimme im Modular-Setup als auch als langfristiges Werkzeug für komplexe Klanggestaltung.

Wer sich für einen semi-modularen Synthesizer entscheidet, entscheidet sich damit immer auch für eine bestimmte Arbeitsweise. Die hier vorgestellten Geräte decken diese unterschiedlichen Ansätze gezielt ab und bieten damit eine solide Orientierung, um das Instrument zu finden, das am besten zur eigenen Musik, zum eigenen Workflow und zu den eigenen klanglichen Zielen passt.

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