Die Mozartstadt schießt 25.000 Euro für Clubkultur zu. Damit kann ein dreitägiges Underground-Festival für elektronische Musik kostenlos stattfinden – finanziert ist es aber noch nicht.
Der Kulturausschuss der Stadt Salzburg hat dem Clubkultur-Verein Enorm für das laufende Jahr eine Förderung von 25.000 Euro zugesprochen. Die Entscheidung fiel mit nur einer Gegenstimme nahezu einstimmig. Mit dem Geld lässt sich die dritte Ausgabe des kostenlosen Freispielen-Festivals finanzieren, das im September über drei Tage stattfindet.
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Hauptorganisator Dominik Schönauer beziffert den tatsächlichen Bedarf für das Festival auf mindestens das Doppelte der bewilligten Summe. Die 25.000 Euro sollen ausschließlich an die auftretenden Künstler:innen fließen. Die Organisation selbst läuft komplett ehrenamtlich. Schönauer selbst hat nach eigenen Angaben bislang kein Honorar erhalten und stattdessen privates Geld sowie persönliche Kontakte in die Vereinsarbeit gesteckt.
Die Förderung reiht sich allerdings in eine Reihe von Maßnahmen ein, mit denen die Stadt Salzburg seit 2025 gezielt in die lokale Clubkultur investiert. Zuletzt hatte die Kulturabteilung angekündigt, Kollektiven im Veranstaltungsort MARK zehn Wochenenden sowie ein Silvester-Special zur Verfügung zu stellen. Salzburgs Bürgermeister Bernhard Auinger begründete den Schritt damit, dass die Kollektive mit ihrer musikalischen und künstlerischen Arbeit einen relevanten Beitrag zum kulturellen Leben der Stadt leisteten.
Macht Platz für die Clubkultur
Parallel dazu hat sich mit der Salzburg Club Commission eine feste institutionelle Struktur für den Austausch zwischen Szene und Stadt etabliert. Am 18. Juli 2026 findet im Rahmen der Club-Talks-Reihe ein Workshop zum Thema Organisation und Zusammenarbeit in der Clubszene statt, der sich an ehrenamtlich Tätige aus Veranstalter:innen- und Kollektivkreisen richtet. Eine Zielgruppe, die mit den Herausforderungen konfrontiert ist, die auch Schönauer beschreibt.
Der Verein Enorm selbst versteht Clubkultur als "übergreifenden künstlerischen Prozess", der von Bühnenbild bis Kreativwerkstatt reicht. Seit 2024 engagiert sich Schönauer zudem mit der Initiative "macht platz!" für eine dauerhafte Spielstätte für Kollektive in Salzburg. Gespräche mit der Stadt zu einer möglichen dauerhaften Produktions- und Vernetzungsstätte laufen laut Schönauer außerdem weiter.
Bereits an diesem Samstag lädt der Verein zur Pre-Party des Festivals. Von 13 bis 22 Uhr treten acht Acts bei freiem Eintritt am Rot-Kreuz-Parkplatz auf. Im Anschluss folgt eine Afterparty im Zwerglgarten. Das Festival Freispielen findet seit 2024 rund um den Kunstpavillon im zentral gelegenen Mirabellgarten statt.
Foto: Free Walking Tour Salzburg auf Unsplash
