Das Plug-in "MemoryTone” von XILS-lab emuliert die Architektur des im Jahr 1982 vorgestellten Moog Memorymoog mit drei Oszillatoren pro Stimme und einem selbstoszillierenden 24-dB-Ladder-Filter. Es versteht sich jedoch als mehr als eine reine Emulation und bietet weitere Extras.
Die in Grenoble, Frankreich, ansässige Softwareschmiede XILS-lab veröffentlicht seit 2009 Klangerzeuger, Vocoder und Effekte. Das Portfolio umfasst Synthesizer wie PolyKB, Oxium und die XILS 505, eine Nachbildung des Roland RS-505. Zuletzt veröffentlichte das Unternehmen im Januar 2025 The Eighty, eine Emulation des Yamaha CS-80. Mit dem jetzt erschienenen MemoryTone hat man sich den legendären Memorymoog zum Vorbild genommen und der Software-Version einige Upgrades spendiert.
XILS-lab veröffentlicht MemoryTone
Der originale Memorymoog hatte sechs analoge Stimmen, jeweils mit drei Oszillatoren und einem eigenen 24-dB-Filter. Die Software von XILS-lab bietet nach eigenen Angaben bis zu 16 Stimmen. Die Oszillatoren liefern die Wellenformen Puls, Sägezahn und Dreieck, die frei kombinierbar sind. Dazu kommt eine variable Pulsbreite und Hard Sync. Oszillator 3 kann etwa fünf Oktaven tiefer laufen und von der Tastatur getrennt werden, sodass er als Modulationsquelle dient. Der Mixer sättigt das Signal pegelabhängig, bevor es das Filter erreicht.
Der Hersteller hebt als Besonderheit die Nachbildung des Zusammenspiels von Oszillatoren, Stimmen, Pegeln und Filtern hervor. XILS-lab hat untersucht, wie sich kleine Abweichungen zwischen den Stimmen aufsummieren, und diese Instabilität bewusst zurückhaltend umgesetzt. Die originalen Werksklänge sind ebenfalls enthalten.
Zur Ausstattung gehören außerdem zwei ADSR-Hüllkurven, ein LFO, sechs frei zuweisbare Modulationsslots, eine polyphone Stimmenmodulation sowie die Unterstützung von Velocity, Aftertouch und MPE. Der Arpeggiator arbeitet sowohl mono als auch polyphon und enthält einen programmierbaren Sequencer. Zudem sind die Effekte Chorus, Phaser, Delay, Reverb, EQ und ein 3-Band-Resonator integriert.
MemoryTone läuft unter macOS 10.13 oder höher (VST2, VST3, AU, AAX) sowie unter Windows 7 oder höher (VST2, VST3, AAX) und erfordert einen iLok-Schutz. Eine Demo ist verfügbar. Der Einführungspreis beträgt 79 Euro, der reguläre Preis 199 Euro.
Mir persönlich haben die Soundbeispiele sehr gut gefallen. Ich empfehle daher das YouTube-Video anzusehen oder die Demosounds auf der Produktwebsite anzuhören.