Love Hultén: Diesen unverkäuflichen Synthesizer gibt es nur ein Mal
Der Designer und Audiokünstler Love Hultén hat mit dem "Deckard’s Dream X2" ein spielbares Kunstwerk gebaut, das für Synthesizer-Fans ein unerreichbarer Traum bleiben wird. Das Instrument ist im Rahmen eines exklusiven Kundenauftrags entstanden. Es existiert weltweit nur ein einziges Mal. Wer technisch begabt ist und gerade keinen Kleinwagen kaufen möchte, kann sich aber an einem Nachbau versuchen.
Denn Hultén hat für das Projekt einige der derzeit begehrtesten Komponenten der Synthesizer-Welt in einem maßgefertigten Holzgehäuse vereint. Das Herzstück bilden zwei Einheiten des "Deckard’s Dream MK2" von Black Corporation. Dabei handelt es sich um moderne Nachbildungen des Yamaha CS-80, jenes Synthesizers, der zum Beispiel den Soundtrack des Films "Blade Runner" prägte. Durch die Verdopplung der Hardware verfügt das System über 16 analoge Stimmen, was eine "klangliche Gewalt erzeugt, die im Bereich der Hardware-Synthesizer ihresgleichen" suche.
Spielen lässt sich der Synthesizer über das "Osmose"-Keyboard von Expressive E. Im Gegensatz zu herkömmlichen Klaviertasten reagiert das Osmose auf feinste Nuancen, um den Klang organisch zu modulieren. Damit verwandelt Hultén die statische Elektronik in ein "hochexpressives Instrument", das sich eher wie ein akustisches Cello als wie eine starre Maschine anfühlen soll.
Zusätzlich integrierte Hultén hochwertige Effektgeräte in das Gehäuse. Ein "SOMA Cosmos" dient als Looper für "komplexe Klangschichten", während ein "Meris Mercury 7" für "epischen Hall" sorgt. Zur visuellen Kontrolle verbaute Hultén ein Oszilloskop, das die Schwingungen der Töne in Echtzeit auf einem kleinen Bildschirm anzeigt.
Bitte nicht berühren!
Obwohl die Anschaffungskosten der verbauten Markengeräte bereits bei über 12.000 Euro liegen, ist der Marktwert dieses Unikats aufgrund der handwerklichen Maßanfertigung deutlich höher anzusetzen. Für die breite Öffentlichkeit bleibt der "Deckard’s Dream X2" damit ein reines Anschauungsobjekt für Industriedesign und High-End-Audio-Engineering.
Der schwedische Künstler hat sich in den letzten Jahren einen Namen damit gemacht, moderne Technik in handgefertigte Kunstwerke aus Holz zu hüllen, die oft an Science-Fiction-Requisiten aus den 1970er-Jahren erinnern. Zu seinen bekanntesten früheren Projekten gehört der "NES-SY37", eine Hommage an das Nintendo Entertainment System, die Synthesizer und Spielekonsole vereint. Auch die "Doodlestation" oder der "Ferrofluid-Synthesizer", bei dem eine magnetische Flüssigkeit im Rhythmus der Musik tanzt, sorgten für Aufsehen.
Hulténs Arbeiten zeichnen sich durch den Verzicht auf Plastik aus. Der Schwede setzt stattdessen auf edle Hölzer wie Walnuss oder Mahagoni. Zu seinen Auftraggebern gehören unter anderem Eminem, A$AP Rocky und Michael B. Jordan. Während er mit dem "Crum2" kürzlich erstmals ein Gerät in Serie produzierte, bleibt der Großteil seines Schaffens – wie nun auch der Deckard’s Dream X2 – der Welt der exklusiven Einzelanfertigungen vorbehalten.
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