iZotope wechselt den Besitzer. Nach der NI-Insolvenz übernimmt Boris FX die Marke hinter Ozone, RX und Neutron. Was bedeutet das für Lizenzen, Abos und die Zukunft der Plugins?
Kaum hat sich der Staub um die Insolvenz von Native Instruments gelegt, wechselt der nächste große Name im Audio-Software-Kosmos den Besitzer. iZotope gehört ab sofort zu Boris FX. Die US-Firma, seit über drei Jahrzehnten im Postproduction-Bereich etabliert und mit einem Academy Award sowie mehreren Emmys ausgezeichnet, übernimmt damit einen der bekanntesten Namen im Bereich Mixing, Mastering und Audio-Restauration.
Für Produzierende war iZotope bisher so etwas wie der Underdog-Standard im Studio. Die Software-Suite Ozone ist seit Jahren eines der meistgenutzten Masteringtools. RX gilt in der Postproduktion als Referenz für Audioreparatur. Erst im März brachte das Unternehmen mit Tonal Balance Control 3 zudem ein Referenz-Mixing-Tool, das sich Songs direkt aus Spotify oder YouTube als Klangvorlage ziehen kann.
Ein Stein fällt, weitere fallen
Der Deal ist die jüngste Konsequenz eines Dominoeffekts, der im Januar 2026 begann. Native Instruments musste ein vorläufiges Insolvenzverfahren beantragen. Das Berliner Unternehmen gehörte mehrheitlich dem Investor Francisco Partners. Unter dessen Dach war NI in den vergangenen Jahren zu einem Verbund aus mehreren Marken angewachsen. iZotope, Plugin Alliance und Brainworx wurden 2023 unter dem NI-Label zusammengeführt, nachdem sich der Versuch, sie unter dem Label "Soundwide" zu bündeln, in der Community kaum verfangen hatte. Nach der Insolvenz übernahm inMusic die Reste von Native Instruments. iZotope blieb dabei offenbar außen vor und findet nun als eigenständiger Deal bei Boris FX ein neues Zuhause.
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Boris FX bestätigt damit den Expansionsdrang der letzten Jahre. Zuletzt hatte man vom Softwareentwickler Magix bereits Vegas Pro, Sound Forge und Acid Pro übernommen. Mit iZotope kommt jetzt noch handfeste Audiokompetenz hinzu. CEO Boris Yamnitsky spricht im Zuge der Übernahme von der "Vision einer Firma, die Bild- und Tonwerkzeuge unter einem Dach mit demselben Qualitätsanspruch" entwickelt.
In den letzten zehn Jahren hat die Firma bereits Namen wie Imagineer, GenArts und Silhouette eingekauft und in ihr Portfolio integriert. Bei VFX und Videoschnitt soll es trotz des Audio-Zuwachses keine Verschiebung der Prioritäten geben. Stattdessen soll die Übernahme vor allem die KI-Kompetenz bündeln. iZotopes Erfahrung mit intelligenten Audio-Werkzeugen trifft auf die KI-Entwicklung von Boris FX im Video- und VFX-Bereich. Yamnitsky will das "als Beschleuniger für zukünftige Produkte" verstanden wissen.
Für Nutzer:innen von iZotope soll sich trotz der Übernahme vorerst nichts ändern. Lizenzen, Abos und Accounts bleiben bestehen. Der Support soll außerdem unterbrechungsfrei weiterlaufen. Und: Die iZotope-Belegschaft, etwa 50 Mitarbeitende, wird laut Unternehmensangaben unverändert in Boris FX integriert.
Foto von Chris Liverani auf Unsplash
